Fips,
zum Thema direkte/indirekte Werbung und Nennung von Markennamen läuft an anderer Stelle gerade eine ausführliche Diskussion - deswegen werde ich an dieser Stelle dafauf verzichten, etwas dazu zu sagen.
Dennoch:
Achja? Nur komisch, dass die werbetreibende Industrie Milliarden Euro umsetzt. Und Du glaubst im Ernst, deren Kunden sind alle einfach nur dumm und zahlen im schnitt mindestens 10% Ihres gesamten Jahresumsatzes für Werbemaßnahmen, die alle nix bringen? Ich kenne Dich zwar nicht, bin mir aber ziemlich sicher: selbst Du bist nicht absolut werbeimmun. Aber da kann ich mich täuschen. Und selbst wenn dem so wäre: Deine (unwahrscheinliche) Werbeimmunität auf "die Leute" zu übertragen ist fahrlässig. Und glaube mir, ich weiß wovon ich spreche. Ich verdiene mit Werbung meinen Lebensunterhalt ...Die Leute entscheiden heute sehr unabhängig und sind gerade zu werbeimun.
Das von Dir angeführte Beispiel Deiner aus Spanien eingeführten Pflegehunde in Sachen Ohren und deren Zustand mag ja schlimm genug sein, und dort ist Handeln dringendst angesagt. Indes glaube ich nicht, dass sich dieser Fall - Spanischer Straßenhund bzw. Hund aus schlechter Haltung - sich auch nur annähernd auf den Fall eines Hundes mit einigermaßen geordnetem Familienanschluß (und das dürften wohl die meisten unserer Hunde sein) übertragen läßt. Allein die hygienischen Verhältnisse dürften Welten voneinander trennen.
Fakt ist: Wie bereits einige geschrieben haben - ich will's nur nochmals zusammenfassen - haben die unterchiedlichsten Halter mit allen Arten von Knick-, Steh-, Schlapp- und sonstwas Ohren auch ohne Ölzeugs und sonstigen Mega-Aufwand es geschafft, Hunde von Welpenalter bis zu deren dahinscheiden ohne jegliche Ohrenentzündung zu halten.
Ich halte es auch für ziemlichen nonsens, die Ohrenpflege an der Rasse festzumachen. Denn: Pudel in der großen Stadtwohnung, gemütlicher Leinenspaziergang im Park ... verglichen mit Pudel auf dem Bauernhof, lebt mit im Stall, bei WInd und Wetter draussen: Ich glaube nicht, dass hier die Rasse ausschlaggebend für den Pflegeaufwand sein dürfe. Dort bestimmen andere Umstände.
Für mich gibt's eigentlich nur einen einzigen Indikator für die Ohrenpflege - und der ist relativ einfach: Ins Ohr reinschauen, ob Dreck drinnen ist. Die Nase mal ordentlich reinhalten, ob's da vielleicht schlecht müffelt. Und ein Auge darauf haben, ob Hund sich vermehrt kratzt. Und zwar bei allem, was vier Beine, Fell, Rute und Schnauze hat. Egal welcher FCI-Standard draufgestempelt ist. Pflege von Hundeohren rassebezogen betrachten .. ja nun, was machen wir dann mit den Mischlingen? Wenn schon, dann vielleicht noch eher nach Steh-/Knick-/Schlappohr unterscheiden. Das wäre vielleicht noch sinnvoll. Denn ich habe z.B. Schäferhunde auch schon mit Knick-/Halb-Schlappohr gesehen. Haben halt nicht alle Stehohren. Alleine hier ist das rassebezogen schon Unfug. Weil der eine mehr - der andere weniger Dreck reinbekommt. Und in der Stadt anders als auf dem Land ... und so weiter ...
Und zu guter Letzt noch ein Denkanstoß: Hat sich Mutter Natur vielleicht nicht sogar was dabei gedacht - bei der Ohrbehaarung? Ist es wirklich sinnvoll, ja alles restlos rauszuzupfen und ständig zu reinigen, zu ölen, nach Möglichkeit noch zu desinfizieren? Oder passiert dann nicht möglicherweise genau das Gegenteil? Analog zur Hygienehysterischen Keimfrei-Gesellschaft, die sich durch übermäßiges Sagro* und sonstiges Desinfektionsmittelgesprühe bereits so steril gesäubert hat, dass eine Bazille nur noch husten muß und schon werden alle krank? Ich frage wirklcih nur, ich kenne die Antwort auch nicht. Ich weiß nur, dass - egal bei welchem Thema und in welchem Bereich - es auf lange Frist noch nie unterm Strich von Vorteil war, wenn Mensch permanent in Mutter Natur eingegriffen hat. Und da zählt irgendwie das Hundeohr auch mit dazu ... Oder nicht?
Grüße
Thomas


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