Ähm ja, 400€ am Sonntag abend erscheint mir auch fehlerhaft niedrig einkalkuliert zu sein...
Hier in der nächsten Klinik kannst du mit 3200€ rechnen und ohne Kohle kriegst du den Hund auch nicht zurück.
So, ich habe mir gut ueberlegt ob ich dazu was schreiben soll, und mich dann entschieden es zu tun um anderen ggfs. dabei zu helfen in aehnlichen Situationen "besser" zu reagieren.
Wenn ich sage besser, dann meine ich meine eigene Reaktion auf das folgende Ereignis.
Einige von euch koennen sich sicherlich lebhaft vorstellen wie die Stunden nach akuter Magendrehung aussehen, ihr habt es selber erlebt. Andere haben das noch nicht durchmachen muessen, und es sind hauptsaechlich diese Hundehalter die ich hier ansprechen moechte, aber natuerlich nicht nur diese.
Sonntag abend, 6:30pm:
Mir war klar was sich abspielt, hoechster Alarm, Magendrehung!
Tanka hatte um 5:00pm sein Futter gehabt und lag vor dem Kamin wahrend ich mir meine Schuessel Futter hinter die Kiemen schob und Auslandsnachrichten verfolgte ging es auf einmal los.
Er wurde unruhig und lief um meinen Platz rum, naja, sowas kannte ich schon. Nicht nur Katzen, auch Hunde muessen sich schon mal uebergeben, Tanka zieht sich dann gerne vorher eine Portion Gras rein was den Vorgang beschleunigt. Ich hab bis dahin noch an nichts schlimmes gedacht, stellte meinen Teller ab, ging raus in den Garten mit Ihm und tatsaechlich die typischen Wuergereflexe, naja, nicht weiter schlimm, aber ich blieb erstmal da und warte ab, da es schon dunkel war, und ich ihn nicht alleine im dunkeln draussen lasse. Wir haben schon mal Hirsche und andere Besucher im Garten und naja, mehr muss ich glaube ich nicht sagen.
Ein paar Anlaeufe braucht er meistens schon bis es klappt, aber hier stimmte was nicht. Erstens kam nix auch nach drei vier Anlaeufen, und mehr braucht es in der Regel nicht, und zweitens legte er sich hin. Das ist ein Alarmzeichen! Aufstehen, krampfhaftes Wuergen, nix kommt, wieder hinlegen, das hat er noch nie gemacht, also bin ich hin und hab mir den Bauch angefuehlt. Tennisball grosse harte Verdickung seitlich, aufgeblaeht, schneller puls, bis hin zum Herzrasen, hecheln als waer ihm sehr warm... alles klar!
TA angerufen, Urlaub, keine Vertretungsnachricht auf Band. Tolle Wurst, Klinik in Ballyshannon angerufen, Nick ist nicht da, aber sein Partner, er bestaetigt vermutliche GDV....sofort zu Ihm, aber ich lehne ab, es gibt noch eine Klinik die ca. 30-40 Minuten naeher liegt, klar stimmt er zu und ich rufe an und sage Bescheid dass ein akuter GDV reinkommt, maximal 60 minuten, Zeit laeuft....
Kumpel David Bescheid gesagt, er soll mit seinem Turbo kommen, und 45 minuten spaeter waren wir in der Klinik. Jetzt stellt euch folgendes vor...
Der normale Diagnose Vorgang laeuft in etwa so ab:
- Bauchgegend ertasten
- Herzschlag pruefen
- Gespraech mit Halter ueber andere eventuelle Komplikationen oder Medikamente
- Unterschrift und Einverstaendnis wg. Vollnarkose einholen
- Roentgen, finale Bestaetigung der GDV
- und ruck zuck auf den OP Tisch
Bei mir kam allerdings noch was anderes. Waehrend ich da am Boden mit Tanka in den Armen lag, "Vorsedierung" oder wie man das nennt, und wartete bis er einschlaeft, quatschte der Arzt und Besitzer der Klinik auf mich ein.
KOHLE!
Ich hab Ihm sofort meine gesamten Unterlagen uebergeben, Versicherungsschutz etc. aber trozdem hoerte er nicht auf ueber Kohle zu lallen und zwar in einer Art und Weise, und David ist mein Zeuge, die man nur noch als emotional blackmail bezeichnen kann.
Es lief ungefaehr so ab:
Die Operation waere sehr teuer, ob ich das denn wirklich wolle, da kaemen alles in allem schon 400 Euro zusammen und ob er ueberlebt sei fraglich. Das war genau der Punkt an dem ich Ihm die Versicherungsunterlagen gab, aber er hoerte nicht auf.
Naja, Versicherung waere auch keine Loesung, er will Kohle sehen. - WIE BITTE? - Wieviel? Er will alles von mir bezahlt haben und ich soll sehen wie ich an das Geld der Versicherung komme, er habe da ganz schlechte Erfahrungen gemacht und schon bis zu drei Jahre auf sein Geld warten muessen. - Bullshit! Er luegt wie gedruckt! -
Stellt euch das mal vor, ihr liegt da mit eurem Hund und dann sowas. Ich scheue keine Konfrontationen, aber in dem Moment hatte ich kein Interesse dran, also hab ich allem zugestimmt was er forderte, ihm 100 Euro Anzahlung gegeben und das war es erstmal.
David und ich haben darueber auf dem Rueckweg gesprochen und wir waren beide entsetzt. Was ein Arschloch, aber ehrlich. Es geht aber noch weiter... ich hoffe Ihr sitzt...
Montag: Versicherung
Versicherung angerufen und die "claim form" angefordert.
Donnerstag: Tanka abholen.
Der Geld Hai war nirgendwo zu kriegen, natuerlich wollte ich jetzt das Thema besprechen, so musste ich mit seinem Office Manager Vorlieb nehmen, und der erlaeuterte mir jetzt folgendes.
Kosten: >1.300,- Euro
Aha? Tatsaechlich, ja?
So, und wir machen jetzt auch folgendes, wir uebernehmen das mit der Versicherungsmeldung, also lass mir die claim form hier und wir kuemmern uns darum, ich brauche aber nochmal 500 Euro cash bevor ich euch Tanka uebergeben darf. Das bekommt ihr ja irgendwann von der Versicherung wieder.
So so!
Ich gab ihm Visa Karte und er buchte frech noch einmal 500 Euro ab.
Ich hab ihm dann ganz freundlich erklaert, dass unsere Versicherung maximal 65% uebernimmt, und ich um Rueckruf des Arztes bitte um das mal zu besprechen. Ja klar kein Problem. Ich also beide Telefonnummern dagelassen, und ja, wie ihr sicherlich bereits vermutet habt, kein Rueckruf innerhalb der naechsten 10 Tage, wenn ich anrufe laesst er sich jedesmal verleugnen.
x x x x
So, meine Strategie ist jetzt sehr einfach. Ich bin mir auch nach Ruecksprache mit Nachbarn die den Arzt kennen, 100% sicher, dass es sich hier um einen Abzocker handelt. Erstens ist es eine Unverschaemtheit Versicherungsschutz nicht zu akzeptieren und soviel Kohle vorab zu fordern, und zweitens, naja, ist doch offensichtlich oder?
Erst sollten es 400 Euro sein, es sei ja eine teure Sache. Dann als klar war, dass wir bei der Allianz sind, Bingo.... 1.300,- und auf einmal will er den claim selber einreichen.
Ich werde jetzt drei Dinge tun. Erstens will ich eine exakte Rechnungsaufstellung haben, und zweitens werde ich mit der Versicherung, nachdem die gezahlt haben, sofort Kontakt aufnehmen und die vom Arzt ausgefuellte claim Form anfordern. Schaun wir doch mal was er da alles so geschrieben hat, und jenachdem was ich da so finde, drittens den Anwalt einschalten.
SO NICHT!
Jetzt habt ihr es wohl auch mitbekommen, ich bin stinksauer. Der Drecksack ist ein Geldhai und nutzt 1. Notsituationen aus und 2. mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit betruegt er die Versicherung um noch mehr Kohle rauszuziehen.
Der wird mich noch richtig kennen lernen!
Mein Tip an euch: Habt immer einen Zeugen dabei auf den Ihr euch auch verlassen koennt. Die Nummer mit den 400 euro wird dem noch richtig leid tun. Dem geh ich jetzt an die Eier und zwar richtig!
LG
Georg
Geändert von Tanka (05.02.2012 um 12:27 Uhr)
Ähm ja, 400€ am Sonntag abend erscheint mir auch fehlerhaft niedrig einkalkuliert zu sein...
Hier in der nächsten Klinik kannst du mit 3200€ rechnen und ohne Kohle kriegst du den Hund auch nicht zurück.
Ok Baerbel, mal ein Beispiel, der gleiche TA, Kaiserschnitt bei der Kuh, musste rausfahren, ca 40 minuten Anfahrt, Gesamtkosten 300 euro.
Noch ein Beispiel, Staff.Pseudo Intermedius, langwierige und sehr teure (speziell eingestellte Antibiotika) Behandlung, diesmal mein TA, der auch eine Klinik mit OP usw. hat, eine Vollnarkose, 4 Monate Nachbehandlung, ausser Eigenanteil keine Kosten, er hat alles mit der Versicherung geregelt.
Die Vorgehensweise dieser Klinik was die Bezahlung angeht ist unter aller Sau, aber andere moegen hier durchaus eine unterschiedliche Ansicht haben, legitim.
Ich habe mitterlweile allerdings auch von anderen TA's gehoert, dass 1. die Voergehensweise unverschaemt war, und zweitens die Kosten deutlich ueberzogen.
Es handelt sich hier auch um keine ungewoehnliche oder hoch komplizierte OP, das ist fuer TA's wie ein Blinddarm.
Den Hund nur gegen weitere Zahlung von 500 Euro rauszugeben, wenn jemand voll versichert ist, und nachdem er schon eine Anzahlung geleistet hat, das halte ich fuer eine bodenslose Frechheit. Ich hab denen ja nicht nur meine policy nummer gegeben, sondern die Unterlagen mit Quittung des letzten Jahresbeitrages, sie konnten also sicher sein, das die policy auch aktiv war.
Geändert von Tanka (05.02.2012 um 15:39 Uhr)
Ich weiß nur, wie es in Deutschland abgeht: da rechnet nicht der Tierarzt mit der Versicherung ab, sondern verlangt das Geld vom Besitzer, der das dann von der Versicherung im Rahmen der Versicherungsbedingungen zurückkriegen sollte.
Hier gibt es eine Gebührenordnung, die 1-3fach abgerechnet wird.
Und gerade im Kleintiersektor hat man von Tierarzt zu Tierarzt mit größeren Preisdifferenzen zu tun: Willst du Minimalprogramm oder willst du an die Humanmedizin angeglichenen Standard? Letzteres kostet dann auch entsprechend mehr Kohle...
Kaiserschnitte beim Rind sind hier im Verhältnis auch weniger lukrativ, körperlich jedoch wesentlich belastender, kein Wunder, daß sich das kaum noch ein Tierarzt hier antun möchte...dabei ist der Aufwand drum herum wesentlich geringer...
Geändert von Gast1783 (05.02.2012 um 20:08 Uhr)
Hallo Georg,
http://www.hundezeitung.de/threads/1...a-Versicherung
Aehnliches Thema zur Frage der Police. Ob es bei Euch auch so laeuft, weiss ich nicht. Hier wird bei den Versicherungen meist nicht vom TA direkt abgerechnet. Halter bezahlt den TA, und reicht die Rechnung dann bei der Versicherung ein.
Notfallklliniken hier verlangen Bezahlung vor der Behandlung. In regulaeren Kliniken kommt es drauf an, ob man dort Kunde ist oder ob man noch nie dort war.
OP bei Magendrehung und Klinikaufenthalt sind hier generell sehr teuer. Logisch gibt es von Kllinik zu Klinik Preisunterschiede. Ob die Preise in Deinem Fall ueberzogen sind, keine Ahnung. Wo man nicht bekannt ist, rueckt eine Kllinik kein Tier ohne Bezahlung raus.
Im Notfall steht man mit dem Ruecken zur Wand.
Gruss
Gitta
Ja, Du weisst ich hab da mit Erfahrung.
Farkas habe ich zur Tierklinik gefahren, da am WE und der hiesige TA on call sich die OP nicht zutraute ohne sein regulaeres Personal (was immer das auch bedeutede).
Ohne Kreditkarte, also mehr oder wenig Blanko Scheck, ging nichts. Ich hatte keine Versicherung, die Rechnung musste ich selbst bezahlen, damals vor ueber 10 Jahren waren das $2,000, Hund leider nicht ueberlebt.
Trooper brachte ich zu unserem neuen TA, bei dem meine Tochter arbeitete. Keine Diskussion ueber Kosten. Da Hund bei OP verstarb, haben sie mir nicht die vollen Kosten angerechnet.
Aber das ist die Ausnahmen, nicht die Regel, wir hatten sozusagen ein Tab, da bezahlten wir einfach monatlich ab. Ging auch nur, weil meine Tochter eben dort arbeitete, waehrend sie studierte. Jetzt muss ich die Rechnung auch gleich bezahlen, kriege aber trotzdem noch Rabatt.
Gruesse,
Caroline
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