In der Nutztierzucht hat sich herausgestellt, dass die bessere Leistung (Eier, Fleisch, Milch) nicht stabil ist. Die F1 Hybriden entsprechen dem Zuchtziel, vererben diese Eigenschaften aber nicht. Der Heterosis-Effekte gehen schnell verloren wenn man mit dieser F1 Generation weiterzuechtet. Sie liefern die gewuenschten Produkte wie Milch und Eier. Der Nachwuchs muss von Generation zu Generation aus den Ausgangslinien erzeugt werden.Was in der Nutztierzucht gang und gäbe ist, sollte in der Hundezucht ähnliche Vorteile haben können.
Ich denke es wird ein bischen unuebersichtlich wenn Outcrossing mit Hybridzucht in einen Topf geworfen werden. Wenn es gelingt die Hybriden durch Kreuzung untereinder zu stabilisieren hat man eine neue Rasse. Der Werdegang aller heutiger Rassen und nicht auf Eurasier beschraenkt. Hundezucht hat hier das gleiche Problem wie die Nutztierzucht. Wird mit den gekreuzten Tieren weitergezuechtet, geht ihr Heterosis-Effekt ueber mehrere Generationen allmaehlich verloren.
Im Ausgangsthema Toller geht es indes um Outcrossing (Auskreuzung). Also die Ausnahme der gezielten Einkreuzung von fremden Rassen zur Verbesserung der Eigenschaften einer bestehenden Rasse.
Gruss
Gitta
Ute, Eurasi-Leute mach(t)en sehr wohl _auch_ anderes:einzelne Auskreuzungen (...) nichts anderes machen die Eurasier-Leute;
In der Eurasi-Zucht gabs im Lauf der Zeit nebst einzelnen Auskreuzungen vor allem etliche neue Ursprungsverpaarungen (hier: Wolfsspitz x Chow). Und das Ergebnis solcher Ursprungsverpaarungen nennt sich eben Hybride, welche ganz gezielt in die bereits etablierte Zuchtpopulation einfließen...
Ergo wurden innerhalb einer anerkannte "Rasse" bereits wiederholt Hybride gezüchtet. "Hochoffiziell", unter dem Dach des VDH, freilich "erst" seit den 70er Jahren. Hiermit zugegeben: Macht an die 40, aber nicht wie zuvor keck behauptete 50 Jahre!
Nun steht man mit neuen Ursprungsverpaarungen freilich vor dem gleichen Problem wie mit einzelnen Auskreuzungen: Wo und wie (noch) die passenden, gesundheitlich einwandfreien Partner finden?
@Paul, erinnerst Du Dich, was noch zu Trumlers Lebzeiten aus weniger gelungenen bzw. überzähligen "Blends" wurde? Heutzutage isses verboten, gesunde Welpen zu töten, gell! In diesem Sinn finde ich Gittas Frage
_sehr_ berechtigt!Was wird mit dem Wurf Mischlingswelpen?
Gruß
Mola
Mola,Ergo wurden innerhalb einer anerkannte "Rasse" bereits wiederholt Hybride gezüchtet
ich sehe das vermutlich aus einem anderen Blickwinkel als Du. Einzelne Mischlingswürfe, die dem Ziel dienen sollen, die eigentliche Rasse zu verbessern, sind für mich einfach keine Mischlingszucht, da ich unter der Bezeichnung Zucht nicht den einzelnen Wurf sehe, sondern das Ziel und das bleibt eben innerhalb der bestehenden Rasse.
Sieht man es wie Du findet man natürlich Hybrid-Zucht unter dem Dach des VdH/der FCI.
Labradoodle, Aussiedoodle (noch schlimmer) und ähnliche "Designer-Dogs" gezielt zu produzieren ist aus meiner Sicht geplante Hybridzucht, da sie den jeweiligen Mischling längerfristig zum Zuchtziel hat.
Ja, ich finde diese Frage auch berechtigt, mache mir aber nicht besonders viele Gedanken darum, da es immer Interessenten gibt, die auf solche Exoten besonders gierig sind.In diesem Sinn finde ich Gittas Frage
Was wird mit dem Wurf Mischlingswelpen?
_sehr_ berechtigt!
Auch noch nach Trumler wurde - im internen Kreis - über dieses Thema beratschlagt. Als ich das erste Mal dem inzwischen verstorbenen Walt Weisse, damals Vorsitzender des Clubs für Molosser, längere Zeit zuhörte, taten sich für mich Abgründe auf, was in der Hundezucht so alles gemacht wurde. Um die Jahrtausendwende rum, dieser, der letzten!was noch zu Trumlers Lebzeiten aus weniger gelungenen bzw. überzähligen "Blends" wurde? Heutzutage isses verboten, gesunde Welpen zu töten, gell!
Ute
Kein Problem, Ute - Hauptsache glücklich und gesund!ich sehe das vermutlich aus einem anderen Blickwinkel als Du.
Richtig, die Toller-Leute rühren ja kräftigst die Medientrommel, da werden die Welpeninteressenten schon antanzen! Ausreichende Sicherheit für ein gutes, gesundes Hundeleben ist das in meinen Augen freilich noch lange nicht, womit die Frage
auf Grundlage der hier zur Verfügung stehenden Infos leider weiterhin etwas zu offen bleibt...Was wird mit dem Wurf Mischlingswelpen?
Und wenn wir schon beim Thema sind - ergänzend die Meinung von Dr. Wachtel, in folgender Fassung auch schon an die 10 Jährchen alt:
http://www.hundezeitung.de/content/7397-Biohund
Gruß
Mola
Geändert von Mola (12.10.2011 um 13:22 Uhr) Grund: ergänzt
Lesezeichen