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  1. Vorbereitung auf die BH-Prüfung Beitrag #1
    Rüdiger Rüdiger ist offline
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    Vorbereitung auf die BH-Prüfung

    Hallo allerseits, nachdem ich mir einige Themen hier im Forum durchgelesen hab, ist mir klar dass hier nicht unbedingt zimperlich miteinander umgegangen wird. Trotzdem hab ich mich entschieden eine Frage zustellen.
    Ich habe meinen unkastrierten, 2jährigen Schäferhund-Husky-Doggen-Mixrüden im Mai ausm Tierheim geholt. Sitz, Platz, am Rad laufen, ohne Leine, allein bleiben und Autofahren konnte er schon. Wir sind nun auf einem Hundeplatz um die Unterordnung zu lernen und zu üben, er mag andere Voll-Rüden nicht, ist aber nicht auf Krawall aus. Als Ziel möchte ich mit ihm Ende September an einer BH-Prüfung teilnehmen. Er läuft auch schon recht gut Fuß, nur das erwartungsfrohe hoch schauen fehlt. Er trottet neben her, macht Sitz, Platz, lässt sich abholen und abrufen, ist aber nur bedingt motiviert.
    Nun die Frage: Wie kann ich das ändern?

  2. Vorbereitung auf die BH-Prüfung Beitrag #2
    Mola Mola ist offline
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    Hallo Rüdiger!

    Wie kann ich das ändern?
    Respektiere den Hund in seinen Eigenheiten, biete ihm frohe gemeinsame Erlebnisse und verschiebe die Prüfung auf später. Eine etwas längere Eingewöhnungszeit sollte doch drin sein, oder?

    Gruß
    Mola

  3. Vorbereitung auf die BH-Prüfung Beitrag #3
    Rana Rana ist offline
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    Warum schon im September zur Prüfung? Du willst den Rüden doch sicherlich länger behalten und dann ist doch eigentlich reichlich Zeit vorhanden, auf die BH hinzuarbeiten, alle Anforderungen die dabei gestellt werden in Ruhe zu konditionieren und dann auch selbst als Hundeführer mit dem sicheren Gefühl an den Start zu gehen, dass die Prüfung klappen wird.

    Es gibt einige Hunde, die zu bestimmten Rassen gehören (und deren Mixe), denen die auf der BH geforderte Unterordnung absolut keinen Spass macht, obwohl sie im Alltag recht gut gehorchende Hunde sind.

    nur das erwartungsfrohe hoch schauen fehlt
    Genau das tun diese Hunde nicht und es ist schwer, ihnen das abzufordern. Das Idealbild mag für viele Hundehalter der Deutsche Schäferhund sein, der - aus meiner Sicht total abhängig - seinen Halter anschaut und jede verzogene Miene bei diesem registriert und entsprechend darauf reagiert. Längst nicht alle Hunde entsprechen diesem Bild, es ist ihnen aufgrund ihrer Veranlagungen gar nicht möglich. Kürzlich war ich in eine Prüfung (BH) involviert, an der hauptsächlich jagdhundartliche Vierbeiner teilnahmen. Das, was man dort beobachten konnte, entsprach so gar nicht dem Bild von mit Freude und Aufmerksamkeit teilnehmenden Hunden denn die meisten Jagdhunde mögen diese Art der Arbeit überhaupt nicht obwohl sie sich bei ihrem, der Veranlagung entsprechenden Einsatz bei der Jagd widerum vorbildlich zeigen, auch was den Gehorsam betrifft.

    Nun die Frage: Wie kann ich das ändern?
    Auf diese Frage wird Dir vermutlich niemand eine Antwort mit einem schnell umzusetzenden Patentrezept geben können. Vielmehr wird die Antwort sein: Geduld haben und dem Hund (und dir) die Zeit lassen, mittels positiver Konditionierung den erwünschten Level bei der Unterordnung zu erreichen.

    Ich weiß, dass es anscheinend so eine Art Mannschaftssport (für Menschen) ist, schnell die BH mit dem Hund abzulegen, viele aus meiner Sicht nicht wirklich guten Hundetrainer treiben ihre Schüler dahin, möglichst bereits nach sechs Wochen die BH zu laufen. Macht natürlich Sinn, jedenfalls aus Sicht des Trainers der glaubt, sein Image würde dadurch gehoben, dass er darauf verweisen kann, wie schnell er doch Hund und Halter ausbilden kann. Aus meiner Sicht eine völlig falsche Vorgehensweise, nicht jeder Mensch, nicht jeder Hund lernt gleich schnell.

    Ute
    Geändert von Rana (16.08.2011 um 12:14 Uhr)

  4. Vorbereitung auf die BH-Prüfung Beitrag #4
    Rüdiger Rüdiger ist offline
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    Hallo,
    ich denke bei meinem Hund ist es eher der Trotz, der ihn davon abhält zu mir zu schauen. Er kann das alles, aber Jogger etc. sind halt interessanter als blödes Fuß-gehen. Auch hat mich nicht der Trainer aufm Platz, der das im Übrigen alles ehrenamtlich macht, auf die Idee gebracht, sondern ich wollte ein Ziel haben, auf das ich mit meinem Hund hinarbeiten kann. Und gemeinsames Training ist ja für den Zusammenhalt zwischen Hund und Halter recht förderlich, soweit ich weiss. Ob wir die Prüfung schaffen, oder nicht, sehen wir dann.
    Ich dachte jetzt eher an "den" ultimativen Tipp zum Aufschauen-üben.

  5. Vorbereitung auf die BH-Prüfung Beitrag #5
    Scruffy Scruffy ist offline
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    Nimm Deinen Hund als Individuum. Es mag fuer andere Hunde deutlich leichter sein, das geforderte Verhalten zu zeigen. Es mag fuer andere Halter deutlich einfacher sein, ihre Hunde entsprechend zu motivieren. Fuer Euch ist es halt derzeit nicht so einfach. Die Pruefung ist Dir wichtig, dem Hund ist es schnurz. Wenn auf dem Platz das gleiche Schema zigmal abgelaufen wird, ist das allein schon zuviel.

    Lass Dir Zeit, gib Dir und dem Hund Zeit zuerst eine solide Beziehung zu bilden. Wenn Du fragst, wie Du das aendern kannst, gehe ich davon aus, dass Du Deinen Hund noch nicht so gut kennst, dass Du herausgefunden hast, wass ihn wirklich motiviert. Was zig andere Hunde auf dem Platz motiviert, muss nicht automatisch bei Deinem Hund helfen. Eine freudige Mitarbeit geht nicht ueber Zwang, egal wie milde das aussehen mag. Du darfst auch nicht vergessen: das ist eine unnatuerliche Koerperhaltung. Versuch es selber: verdreh Dein Genick um schraeg gen Himmel zu blicken und lauf dann quasi blind und mit sich verspannenden Muskeln das Schema ab. Was dem Hund abverlangt wird, hat Aehnlichkeit mit Fabrikarbeitern am Fliessband, deren Muskulatur vollkommen einseitig gefordert wird.

    Du hast den Vorteil, dass Du jetzt eine Ahnung davon hast, was auf der Pruefung verlangt wird. Du weisst wie lang die Unterordnungsphase ist und wieviel Konzentration von Deinem Hund verlangt wird. Das kannst Du auch ohne Platz und Zeitdruck in winzigsten Schritten ueben und langsam aufbauen.

    Lass Dir Zeit. Du stellst jetzt die Weichen fuer Eure Beziehung. Du musst auch damit leben, dass Dein Hund kein unbeschriebenes Blatt ist und eventuell schon negative Erfahrungen gemacht hat, was Ausbildung angeht.

    Gruss
    Gitta

  6. Vorbereitung auf die BH-Prüfung Beitrag #6
    Scruffy Scruffy ist offline
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    "den" ultimativen Tipp zum Aufschauen-üben.
    Den gibt es nicht. Du must herausfinden was fuer Deinen Hund die ultimative Motivation ist. Generell sollte der Einstieg in einer reizarmen Umgebung erfolgen, die Konfrontation mit Joggern etc ist erst dann drin, wenn die Uebung wirklich sitzt, leichtere Ablenkungen sicher bewaeltigt werden. Du kannst Augenkontakt in zig Situationen in den Alltag einbinden: vor dem Spaziergang an der Haustuere zum Beispiel: raus geht es erst, nach Augenkontakt. Futter gibt es erst nach Augenkontakt, der Ball wird erst nach Augenkontakt geworfen. Egal, was das Dein Hund moechte - knuepf die Bedingung an: erst Augenkontakt, dann bekommst Du was Du willst.
    Das ganze kann gut mit einem entsprechenden Hoerzeichen verknuepft werden, das Du in der Pruefung nicht verwenden darfst, aber mit entsprechend Zeit, ist das auch kein Problem. Augenkontakt im Alltag lenkt den Hund von anderen Rueden ab. Er kann nicht zu Dir schauen und sich gleichzeitig auf einen anderen Rueden konzentrieren.


    ich denke bei meinem Hund ist es eher der Trotz, der ihn davon abhält zu mir zu schauen
    Eine Sicht der Dinge, die in weiten Ausbildungskreisen immer noch Verbreitung findet. Die "Schuld" wird vom Menschen mit dem vermeintlich grossen Hirn auf das Tier geschoben. Vom Hund wird ein unnatuerliches Verhalten erwartet. Ein Verhalten, das fuer manche Hunde einfacher ist, als fuer andere. Es liegt also am Menschen und ganz besonders an jenen mit dem Titel "Trainer/Ausbilder" sich ihres groesseren Hirns zu bedienen und Wege zu finden, wie dem individuellen Hund/Halter Team (ein Problem liegt nie einseitig beim Hund) bestimmte Verhaltensweisen vermittelt werden. Wir alle kennen den Unterschied zwischen den wirklich guten Lehrern, den mittelmaessigen und jenen, bei denen Schule zur Qual wird.

    Waere es hilfreich, wenn ich sagte: es ist wohl eher der Trotz, der Dich zu einem bestimmten Verhalten Deinem Hund gegenueber bewegt? Du willst, was Du willst und beharrst trotzig darauf?

    Vergiss bitte vorlaeufig die Pruefungsordnung. Die Wissenschaft hat enorme Fortschritte gemacht, was Hundeverhalten und die kognitiven Faehigkeiten von Hunden angeht. Stecke Deine Nase in entsprechende Literatur. Das schafft Dir eine solide Grundlage fuer die Ausbildung Deines Hundes. Eine Portion Kreativitaet wirds wohl auch brauchen bis Du findest, was Deinen Hund dazu motiviert das zu tun, was Du moechtest. Ein Schaeferhund hat eine andere Zuchtselektion als ein Husky. Das kannst Du nicht vom Tisch wischen. Befass Dich auch mit dem Selektionshintergrund der Vorfahren Deines Hundes.

    Gruss
    Gitta
    Geändert von Scruffy (16.08.2011 um 17:26 Uhr)

  7. Vorbereitung auf die BH-Prüfung Beitrag #7
    Rüdiger Rüdiger ist offline
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    So, Rüdi schafft es mittlerweile sich solange zu konzentrieren, dass wir die Lauffolge der BH-Prüfung schaffen würden bzw. ich schaffe es, ihn so lang zu motivieren. Allerdings bisher nur mit Futter in der Hand. Nächstes Ziel ist es, das selbe zu schaffe, mit Gesichtsblickkontakt. Der Weg dorthin soll über Futterspucken erfolgen. Kennt sich jemand damit aus, hat Erfahrung oder Tipps?
    Wir sind sehr dankbar.

  8. Vorbereitung auf die BH-Prüfung Beitrag #8
    Oscar112 Oscar112 ist offline
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    Ich weiß, das willst Du wahrscheinlich nicht hören, aber ich finde schon den Gedanken daran total eklig und würde es dann echt lassen. Schäferhunde können es meist ganz gut, das ins Gesicht schauen, aber schon der Husky in Deinem Mischling macht sich da wohl deutlich weniger draus.

    Vielleicht solltest Du die BH in einem Verein machen, wo dieser strikte Gehorsam nicht soo gefordert wird, sondern es eher auf Eure Bindung, Deinen Einfluß auf den Hund in wichtigen Situationen ankommt und auf Eure Zusammenarbeit. Dann und nur dann kannst Du auch verändertes Verhalten bei so interessanten Ablenkungen wie Joggern usw erwarten. Das hat nämlich einen anderen Hintergrund.

    Lg von Eika

  9. Vorbereitung auf die BH-Prüfung Beitrag #9
    Scruffy Scruffy ist offline
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    Ob es Sinn macht mal aussen vor.

    Praktiziert wird das ja meist mit in kleine Stueckchen geschnittener Wurst. Uebertrieben salzig, fettig, warm weil irgendwo im Plastikbeutel in der Hosentasche verstaut. Man kann nicht vor jedem Mund-Aufladen die Haende waschen. Alles was man beim Ueben mit dem Hund so an den Fingern hat, wandert mit in den Mund. Es ist eklig und ich konnte mich nach kurzer Zeit nicht mehr dazu ueberwinden.

    Vom Ekel- und Hygienefaktor abgesehen, sollte der Hund Ueung darin haben geworfenes Futter zu fangen. Zielgerecht spucken ist auch einfacher getippt als getan. Dann sollte zielgerecht spucken, gekonntes fangen in der Bewegung und auch die Sache mit dem lueckenlosen Nachschub muss einwandfrei funktionieren. Klappt es nicht und das Futter landet im Gras - der Hund wird sich von Dir abwenden und im Gras nach dem Futter suchen. Auf den meisten Plaetzen wird das bestraft und wenn Du eh schon mit der Motivation kaempfst.............

    Jetzt muss ich mir aber den Mund ausspuelen. Scheussliche Erinnerungen.

    Gruss
    Gitta

  10. Vorbereitung auf die BH-Prüfung Beitrag #10
    Oscar112 Oscar112 ist offline
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    Danke Gitta, für diese herrliche Erklärung!! Ich habe mich an alte Vereinszeiten mit Oscar erinnert und mich hats immer noch geschüttelt!

    lg von Eika

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