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25.02.2002 02:14
dominanter welpe *hilfe* ;-) Beitrag
#1
Alisa
Neuer Benutzer
dominanter welpe *hilfe* ;-)
Hallo!
Nachdem ich Euer Forum gefunden habe und ein bißchen gelesen hab, muß ich euch erst einmal ein kompliment aussprechen. Ich finds klasse, dass hier so kompetent Fragen beantwortrt werden! Da mußte ich natürlich gleich Mitglied werden, denn so einige Tips würden mir und meinem Hundi sicherlich gut tun... :-)
Seit nun drei Wochen ist unser kleiner 14 Wochen alter Schnauzer-Labrador Mischling bei uns und eigentlich ist er ein supersüßer, anhänglicher, intelligenter Hund... eigentlich. :-(
Kommandos wie Sitz, Platz und Bleib hat er schnell begriffen, allerdings kennt er absolut noch nicht seine Grenzen und Kommandos wie Aus oder Pfui oder nein ignoriert er fast komplett...
Zur Info: Die Regeln wie nicht im bett schlafen, als letzter durch die tür, als letzten begrüßen, als letzter sein fressen... befolgen wir konsequent. Aber irgendwie versteht er einfach nicht, dass er in unserem Rudel nicht der Boss ist...
Er dreht mehrmals am Tag komplett durch, anders kann ich es nicht beschreiben. Sein Beissen beim Spielen wird zu heftig und schmerzhaft, beim Spielabbruch springt er an einem hoch, beisst sogar ins Hosenbein, wenn man ihn davon abbringen will, läßt er manchmal sogar ein lautes Knurren los...
Die Bestrafungen wie "Aus" und gleichzeitiger Schnauzengriff, ins Ohr kneifen oder als letzte Möglichkeit, der Alpha-Wurf nutzen fast gar nicht. ich habe sogar das Gefühl, ihm macht das Spaß... wenn ich ihn ins Ohr kneife, jault er einmal kurz auf und beisst noch heftiger und wilder zu... wenn ich den Alpha Wurf mache, er nach endlos langer Zeit in der er heftigst mit den Beinchen strampelt und um sich schnappt, dann auch endlich den Blick abwendet und schlaff wie ein Wackelpudding daliegt, ich ihn loslasse und ihn ignorieren will, stürzt er sich sofort wieder auf meine Hand oder mein Hosenbein... :-(((
Auch die Maßnahme beim zu heftigen Beissen selber Aufzujaulen und das Spiel dann abzubrechen hat noch keine Früchte getragen. Auch nach drei Wochen hat er immer noch nicht begriffen, dass mir seine Zähne echt zu spitz und schmerzhaft sein können. Also, von zärtlichem Geknabber kann bei ihm wirklich nicht die Rede sein...
Getsern war ich (*schäm - ichgebszu*) dermaßen genervt als er wieder nicht aufhörte, dass ich ihn schnappte und kurzerhand in die Küche sperrte. Wo er natürlich heftigst anfing zu jaulen und bellen. Nach etwa einer Minute habe ich ihn erlöst, worauf er mich freudig begrüßte udn anschließen in sein Körbchen ging und friedlich einschlummerte...
Nun, das hat heute auch geklappt, aber wie lange noch?
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass mir eine andere Sache auch Sorgen macht. Letzte Woche waren wir zum ersten Mal in der Welpenschule. Mit den anderen Hunden hat er nicht gespielt, er hatte einfach nur Angst vor ihnen und wollte sich ständig verstecken, was ich natürlich nicht zugelasssen habe. Also knurrte er die anderen Hunden meist an und schnappte sogar nach ihnen... Der Trainer hat gesagt, dass er trotzdem einen neugierigen Eindruck gemacht hat und er nächstes Mal da mal drauf eingehen wird. Er meinte nur "das wird schon noch.."
Hmmm... denkt Ihr das auch?
Denkt Iht das aggressive Verhalten von ihm kann man in den Griff bekommen? Immerhin knurrt er ja sogar uns (meinen Freund und mich) an, wenn ihm was nicht passt... Neulich hat er auch schon jemanden angebellt und angeknurrt, der ihn streicheln wollte... :-(
Oh je, das hört sich ja echt schlimman, was ich hier schreibe. ich sollte wohl erwähnen, dass es so extrem mit ihm meistens am Abend wird. Tagsüber ist sein Verhalten recht normal, klar spielt er sehr wild, aber das mit dem Anknurren und "Austillen" passiert eigentlich nur am Abend...
Für Eure Antworten bedanke ich mich schon sehr. Ich hoffe echt, es ist noch alles relativ normal und mit konsequenter Erziehung in den Griff zu bekommen...
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25.02.2002 07:20
dominanter welpe *hilfe* ;-) Beitrag
#2
borderelkiebea
Erfahrener Benutzer
"Die Bestrafungen wie "Aus" und gleichzeitiger Schnauzengriff, ins Ohr kneifen oder als letzte Möglichkeit, der Alpha-Wurf nutzen fast gar nicht. "
Na klar funxen die nicht. Weil auch eine Hundemama die Welpen SO nicht korrigieren würde.
Vorab:
DEIN HUND IST NICHT AGGRESSIV.
Und:
DEIN HUNDETRAINER HAT RECHT.
Folgendes: Wenn wir Hunde vermitteln, brauchen sie ca. 3 Wochen, bis sie ihre Persönlichkeit "raushängen" lassen. Aus einem verschmusten, schüchternen Hund kann ein Wach-Welpie werden, der Familie, Wohnung und Auto "bis aufs Blut" bewachen will; die Hunde werden sicherer, mutiger und kecker. Dem Kerlchen müssen die Grenzen aufgezeigt werden - das ist richtig. ABER NICHT wie oben beschrieben. Das Zwicken/Beissen/Festhalten mit dem Maul ist, was hier Mouthplay genannt wird und nötig für die Entwicklung des Welpen. Du sprichst an, dass er sich vor den anderen Welpen fürchtet. Vielleicht hat er nie die Gelegenheit gehabt, mit Gleichaltrigen zu spielen und WEISS daher nicht, wie fest er zupacken darf ... bitte bitte den Hund dafür nicht bestrafen, denn er hat NICHTS falsch gemacht. Ihn korrigieren, ja.
Bea :-)
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25.02.2002 09:32
dominanter welpe *hilfe* ;-) Beitrag
#3
schrödi
Erfahrener Benutzer
Hallo Alisa,
ich bin zwar nicht der große Experte und habe selber noch einige Probleme aber eine Sache will ich mal erzählen. Wir haben seit 2 Monaten einen Pflegehund 1 Jahr alt und eindeutig unterster bei mir im Hunderudel ( 3). Ich konnte beobachten, dass unsere Dogge Momo , wenn sie ihn maßregelt gar nicht laut wird sondern einfch steif und ihn anguckt als wolle sie sagen: Mach doch!
Also habe ich das gleich mal ausprobiert. Er beißt beim staubsaugen immer bellend in den Sauger, man kommt zu nichts. Bisher hab ich immer "aus" gesagt und den Sauger schnell weggezogen. Pustekuchen er wurde noch wilder. Nach den Beobachtungen hab ich den Staubsauger immer langsamer werden lassen und bin über dem Benny gestanden, ganz steif und habe nur geglotz! Und, es funktionierte! Dann habe ich gleich gelobt. Er läßt mich heut in Ruhe arbeiten.
Vielleicht bringt es was wenn man einfach ruhiger wird.
Gruß Gaby
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25.02.2002 11:53
dominanter welpe *hilfe* ;-) Beitrag
#4
claudia
Benutzer
Hallo Alisa,
herzlich willkommen im Forum!
Auch ich bin keine Hunde-Expertin, aber vielleicht trösten Dich meine Erfahrungen ein bisschen.
Dein Bericht kam mir sehr bekannt vor. Unser Cäsar ( damals ca. 10 Wochen alt) war, nachdem er sich bei uns eingewöhnt hatte, manchmal auch ein ganz wilder Feger. Er kannte beim Spielen keine Grenzen, zerrte an unseren Kleidern herum, zwickte und wenn etwas nicht nach seinem Kopf ging ( z.B. Spiel beenden, Sachen hergeben) knurrte und bellte er. Manchmal drehte er regelrecht durch und raste wie ein Bekloppter durchs Haus.
Wir waren am Anfang auch sehr unsicher und wussten nicht so recht wie wir damit umgehen sollten.
Ich hab´ ihn in meiner Not auch ein paar Mal in den Hausflur gesperrt, weil ich mir nicht zu helfen wusste - und ich habe Informationen gesammelt: in Gesprächen, im Internet, in Büchern...
Irgendwo hab´ ich dann mal den Begriff "Welpen-Spinnen" gelesen, das hat den Nagel ziemlich auf den Kopf getroffen. Cäsar hat manchmal wirklich gesponnen.
Es hat mich schon getröstet, dass dieses Verhalten in einem gewissen Alter normal ist- dadurch konnte ich gleich viel ruhiger an die Sache rangehen. Wir haben dann versucht den Hund nicht zu sehr zu überdrehen (unsere Kinder durften keine wilden Spiele mit ihm spielen, wir führten konsequente Ruhephasen ein) und wenn er doch zu wild wurde, ließen wir ihn einfach stehen
( es ist manchmal nicht ganz leicht ein wildgewordenes Hundebaby zu ignorieren :-) - aber es hilft).
Ich habe auch versucht ihm möglichst viele Kontakte zu anderen Hunden zu ermöglichen (Welpen, Rüden, Hündinnen, alte Hunde), damit er lernt "richtig" zu spielen.
Ich weiß nicht mehr wann - aber eines Tages war der Spuk vorbei. Heute ist Cäsar (jetzt 13 Monate) ein sehr lieber und sensibler Hund, der sich beim Spielen gut auf sein Gegenüber einstellt.
Du schaffst das bestimmt, mit Liebe, Konsequenz und Ausdauer kommt Ihr über die "spinnerte"Zeit hinweg!
Gruß,
Claudia
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25.02.2002 13:10
dominanter welpe *hilfe* ;-) Beitrag
#5
Torsten
Erfahrener Benutzer
Aufmerksamkeit bzw. gezielter Entzug ebendieser scheint mir ein ziemlich starkes Instrument zur Klärung der Rangfolge zu sein - jedenfalls, was unsern Herrn Wilhelm (so heißt Billy bei uns, wenn man aus ihm am liebsten mal wieder einen Nierenwärmer oder eine kuschelige Pelzmütze machen möchte ;-)) betrifft.
Kurze Rückblende: Letztes Wochenende Kurzurlaub an der Ostsee. Den ganzen Tag mit dem Hund zusammen. Lauter tolle Ausflüge durch den Wald und am Strand entlang unternommen. Frauchen und Herrchen endlich mal alle beide zusammen den ganzen langen Tag zur Verfügung. Das Wochenende davor zu Familienbesuch - oooch ist der knuddelig, nu komm doch mal her Billy, jajajajajaja, ich hol ja schon das Leckerli. Ergebnis: Herr Wilhelm hält sich für den Allergrößten. "Sitz!" Nie gehört. "Platz!" Häääh?? "Hiiiier!" Pfffhhh. Innerhalb von knapp 10 Tagen nix mehr da von Hundeerziehung.
Über das letzte Wochenende weitestgehend ignoriert. Bei Kommandos keine Nachlässigkeit mehr geduldet. Kein Kuscheln, wenn er das so will, sondern wenn man selbst Lust dazu hat. Bett und Couch wieder tabu (ja ja, ich weiß, Neufi, hatten wir schon.........;-))
Herr Wilhelm heißt wieder Billy.....
Fazit für uns: Zu viel Zuneigung bzw. Aufmerksamkeit funktioniert nicht. Jedenfalls nicht bei Billy. Oder besser ausgedrückt: Wenn sich das eigene Leben nur noch um den Hund dreht, muß man sich nicht wundern, wenn dieser das dann als Selbstverständlichkeit betrachtet. Und wenn es dann irgendwann mal nicht mehr geht (weil man etwa ganz einfach mal einen Termin wahrnehmen MUß), wird dies vom Hund als Majestätsbeleidigung aufgefaßt.
Dumm ist bei Billy nur, daß es zum Aufbau seines Ego´s nicht unbedingt unserer Aufmerksamkeit bedarf, es reicht auch aus, wenn er woanders zu Besuch eine Weile im Mittelpunkt steht. Und jetzt erklär mal Deiner billyvernarrten Verwandtschaft, daß der Hund jetzt mal für eine halbe Stunde unbeachtet in seiner Ecke zu liegen hat, auch wenn sein Blick noch so herzzerreissend ist.............
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25.02.2002 23:10
dominanter welpe *hilfe* ;-) Beitrag
#6
Hallo Alisa,
ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich Deinen Beitrag gelesen habe, den Du hast fast auf den Milimeter unsere "Shy". beschrieben. Shy ist heute knapp 6 Monate alt und lebt seit vier Wochen bei uns. Sie zeigt fast exakt das gleiche Verhalten wie Dein Hund. Vor zwei Wochen waren wir noch am Verzweifeln, heute läuft es schon sehr viel besser. Die Problematik bei Shy liegt wohl allerdings in ihrer Vergangenheit. Sie hatte Staupe, es ging ihr sehr schlecht, also wurde sie gepäppelt und verwöhnt. Sie durfte alles und hat alles bekommen. Irgendwann wuchs dieser Wurm den Ex-Besitzern über den Kopf und Shy landete wegen zu starker Dominanz im Tierheim.
Wenn Shy etwas nicht paßte, zeigte sie die (Milch-) Zähne - unserem anderen Hund aber auch schon mal uns. Wir ließen uns das nicht gefallen, aber unsere "Nuca" ging sofort rückwärts, wenn Shy die Lefze hob. Bald war es dann soweit, daß Nuca nicht mehr das Wohnzimmer betreten durfte und wir sie erst einmal ansprechen mußten, bevor wir sie anfassen durften.
Auch bei uns wird Shy zuletzt begrüßt, darf als letzter durch die Türen, bekommt zuletzt Leckerchen und Futter usw. Wenn sie es zu bunt treibt, ignorieren wir sie und drehen ihr den Rücken zu. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen, unsere Aufmerksamkeit zu erlangen, gibt sie auf und fängt an uns zu besänftigen.
In Absprache mit unserer - wirklich sehr guten - Hundetrainerin gehen wir einen ganz konsequzenten Weg. Das Ergebnis: Shys Lefzen "heben" sich nicht mehr, sie kennt ihren Platz im Rudel und die Rangordnung ist stabil. Das beste daran ist, daß sie sich dabei sehr viel wohler fühlt. Ich schließe daraus, daß Shys Verhalten sich nicht in Dominanz sondern lediglich in Unsicherheit begründet. Einem so verunsicherten Hund muß man den Weg aufzeigen und ihm (dadurch) Sicherheit geben. Mit einer gehörigen Portion Liebe kommt alles wieder ins Lot.
Also: Nicht verzweifeln, gib Deinem Hund etwas Zeit und nimm ihn am Händchen, auch wenn sich die Problematik beim Zahnen oder in der Pubertät nochmals wiederholt.
Alles liebe
Harry
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27.02.2002 13:34
dominanter welpe *hilfe* ;-) Beitrag
#7
Alisa
Neuer Benutzer
Danke!
Hallo!
Vielen lieben Dank für Eure schnellen Antworten. Hab wirklich einige Tips bekommen und es war auch tröstlich ;-), dass mein Hundi Anton Euch teilweise an Eure eigenen vierbeinigen Lieblinge erinnert hat... :-)
@Bea
Erst einmal: Dein Projekt in Irland finde ich einfach nur klasse. Freut mich, von einer Hundefachfrau die Bestätigung zu bekommen, dass Anton nicht aggressiv ist und unser Trainer recht hat.
Jedoch, bin ich nun etwas verwirrt, denn die "Bestrafungen", die du kritisierst, werden in den Büchern, die ich über Hundeerziehung habe, angepriesen. Bisher haben diese Dinge auch wunderbar geholfen, eben nur nicht bei Anton (er ist mein dritter Hund).
Was genau meinst du denn mit "korrigieren"?
Beispiel: Während ich das hier tippe, versucht Anton ständig hinter meinem Rücken unerlaubterweise auf die Couch zu springen, stellt vorsichtig seine Vorderpfoten auf den Tisch und versucht irgendwelche Dinge vom Tisch zu klauen... ich bemerke es, springe auf, knurre ein "Neeeeiiiiinnnnn", gucke böse.... was ihn nur animiert, nun schneller zuzupacken, er greift sich z.B. eine Packung Taschentücher, ich mit tiefer Stimme "Nein!!!", gehe auf ihn zu... schwups, er saust mit seiner Beute durch die Wohnung, freut sich, ich packe ihn, nehme ihm die Beute aus dem Maul, was er mit schnappen quitiert :-(( ... ich wieder "nein", schaue ihn böse in die Augen, worauf er wegschaut... nun also ignorieren, und wieder an den Computer. Ne halbe Minute später das selbe Schauspiel... diesmal ist es dann die Fernbedienung... Diese Szene hatte ich gerade vier Mal!!! Und hab sie eigentlich jeden Tag...
Nun ist er gerade neben mir zusammengebrochen und macht nen Mittagsschlaf.... ;-)
Wie würdest du dich denn in dieser Situation verhalten???? Was wäre deiner Meinung nach sinnvoller?
Zu der Sache mit den anderen Hunden: gestern hat er zum ersten Mal (todesmutig...;-)) einen anderen Hund neugierig beschnüffelt. Nun, vielleicht gehts ja langsam aufwärts in dieser Sache...
@ Gaby
Hi hi... ja, die Szene mit dem Staubsauger kenne ich!!!!
Hab deinen Tip gestern gleich ausprobiert und denke, das könnte der richtige Weg sein. Durch das Glotzen konnte ich ihn tatsächlich immer kurze zeit "in nur Lauerstellung" halten... bis er sich wieder auf ihn stürzte... das werde ich jetzt weiterhin so handhaben. Mal sehen...
@Claudia
Dein Cäsar hört sich tatsächlich nach unserem Anton an... ich mußte richtig ein bißchen lachen, als ich deine Schilderungen gelesen habe... :-) Ja, "Anton spinnt"-- da bin ich mir ganz sicher.. ;-) Er dreht einige Male am Tag durch und rast wie ein Bekloppter durch die Wohnung.... :-)))
Dein Bericht war seeeehr "tröstlich" und wir kriegen das schon hin! :-)
@ Torsten und Harry
Ich denke auch, dass die Sache mit dem Ignorieren was bringen könnte. Wenn er (meist abends) seine "Ausraster" bekommt, drehen wir ihm nun auch den Rücken zu und lassen ihn einfach machen. Ist zwar nicht so einfach, wenn er einem knurrend am Hosenbein hängt und einen zum Spielen auffordern will, aber es scheint zu funktionieren... er steht ja auch soooo gerne im Mittelpunkt. Man merkt richtig, wie "beleidigt" er ist, wenn man auf sein Bellen nicht reagiert... dann schmeisst er (fast demonstrativ ;-)) seinen Kauknochen selber durchs Zimmer und ist nur am Fiepen, aber ich denke, so könnte es klappen....
Euch allen noch mal vielen lieben Dank!
Alisa :o)
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27.02.2002 14:18
dominanter welpe *hilfe* ;-) Beitrag
#8
borderelkiebea
Erfahrener Benutzer
Jo ... ich arbeite total OHNE Bestrafungen - wie die meisten Leute hier im Forum auch. Bei uns wird KORRIGIERT. Nackenschütteln z.B. oder Alphagriff und Schnauzengriff wenden bei uns noch nicht mal die Mütter oder die Alphas an, um Frechlinge zu "strafen". Unter Hunden gibt es soviele unterschiedliche Abstufungen, zu welcher "Massnahme" Hund greifen kann; das reicht von einem "bösen Blick" direkt in die Augen, zum kurzen Zeigen der Zähne mal mit/mal ohne Knurren, eine Scheinattacke mit gebleckten Zähnen, ein kurzer gezielter Schnapper usw. usw. usw.; ich behaupte wenn wir Menschen uns anmassen, hundsgerecht zu korrigieren, sollten wir auch wissen, in WELCHEM Rahmen. Die drei obigen Massnahmen finde ich viel zu krass. Dein nicht aggressiver Hund testet Dich. Nicht mehr und nicht weniger. Das heisst noch nichmal zwingend, dass er ein Dominanzpaket ist. Nur vielleicht etwas keck und selbstsicher.
Wie viele meiner Hunde-Erwachsenen tun wir zur Korrektur ... gar nix. Unerwünschtes Verhalten wird mit NICHT-BEACHTUNG "gestraft". Wenn Du nun schreibst, dass er Dich jetzt während des Computern stört, will er nur Aufmerksamkeit erreichen. Wenn er keine positive bekommt, dann wird er sich auch mit negativer zufriedengeben. Dein "Neiiiin" reicht ihm da schon als Anfeuerungsschrei aus ... und sieht sich bestätigt weiterzumachen.
Normalerweise reicht körperliches Abwenden/Verlassen des Hundes aus um ihm klarzumachen: DU bist mit DEINEM schlechten Benehmen nicht erwünscht. Ist natürlich etwas unpraktisch, wenn Du den PC nicht mitschleppen willst. Einzige Alternative: schmeiss den Kerl raus. Wortlos. Am Halsband packen (wenn er keins hat, nehme ich NICHT das Nackenfell, sondern eine Portion unterhalb des Ohres, an der Seite des Halses) und rausschmeissen. Türe zu und gut ist. Er wird wahrscheinlich meckern, weil er wieder rein will. Lass ihn. Setz einen Walkman auf. Ignorier den Kerl. Wenn er sich wieder beruhigt hat, lass ihn noch 10 Minuten zappeln (in denen er aber ruhig sein muss). Dann lass ihn rein, ruf ihn aber vorher (KOMM, HIER was auch immer) um ihm anzkündigen, dass es DEINE ENTSCHEIDUNG IST, seine körperliche Nähe zu Dir EINZULADEN. Dann ignorier in wieder und tippe weiter. Das solltest Du üben. Wenn er dann ruhig unter dem Schreibtisch/auf der Couch (egal wo) liegt, und erst DANN, nimmst DU Kontakt zu ihm auf. Geh hin, streichel ihn, forder ihn auf, z.B. mit in die Küche zu gehen oder sich bei Dir einen Keks, ein Stück Apfel oder weiss was abzuholen. Wichtig ist: JEDE AKTION geht von Dir aus. Wenn er während des Übens zappelig wird (darf er auch, ist ja Welpe), unterbrich mit einem Reizwort, gibt ihm eine Auszeit.
"schwups, er saust mit seiner Beute durch die Wohnung, freut sich, ich packe ihn, nehme ihm die Beute aus dem Maul, was er mit schnappen quitiert :-(( ... ich wieder "nein", schaue ihn böse in die Augen, worauf er wegschaut... nun also ignorieren, und wieder an den Computer.
Ne halbe Minute später das selbe Schauspiel... diesmal ist es dann die Fernbedienung... Diese Szene hatte ich gerade vier Mal!!! Und hab sie eigentlich jeden Tag... "
Heisst das, Du flitzt hinter ihm her, um das Taschentuch abzunehmen, nachdem er "durch die Wohnung gesaust ist"? Das heisst, DU folgst SEINER Aufforderung, ihn zu hetzen?
Lass ihn rennen. Interessier Dich nicht weiter dafür, pass das nächste Mal besser auf, wo Du die Dinger hinlegst, ärger Dich drüber, wenn Du das Konfetti wegräumst, aber gestehe diesem flinken Kerl nicht zu, dass ER DICH drankriegt ... :-))
Viel Spass beim Üben ... :-))
Bea
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28.02.2002 04:47
dominanter welpe *hilfe* ;-) Beitrag
#9
Bommel
Erfahrener Benutzer
Hallo Alisa!
Deine Schilderungen von Anton erinnern mich sehr an Bommels "überdrehte" Phase.
Ganz wichtig ist es, daß Du seine Aufdringlichkeiten absolut ignorierst so, wie es Bea schon beschrieben hat.
Das kann verdammt schwer fallen, ich weiß es.
Aber zuallererst solltest Du Dich einmal auf die Kniee begeben und Deine gesammte Wohnung aus Welpensicht inspizieren. Dabei unbedingt darauf achten, was Anton alles nicht zwischen die Zähnchen bekommen sollte und diese Dinge, zumindest vorübergehend, außer Reichweite lagern. Glaube mir, Du wirst einiges entdecken, was Dir so vorher gar nicht bewußt gewesen ist.
Anton scheint ein recht aufgewecktes und selbstbewußtes Kerlchen zu sein, der wird auch dann noch genügend Möglichkeiten finden, um Unsinn zu verzapfen ;-)
Die jetzige Phase aber wird glimpflich vorüber gehen, wenn Du bereit bist, Anton durch eine ruhige, konsequente und souveräne Führung zu zeigen, wo es für ihn lang geht.
Bille
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28.02.2002 08:24
dominanter welpe *hilfe* ;-) Beitrag
#10
neufi
Erfahrener Benutzer
Hallo Alisa!
Schütteln nie! Kommt als Verständigung zwischen Rudelmitgliedern nicht vor.
Schnauzengriff und Alphawurf kommt vor, spielt aber in der Ausbildung von Welpen durch die Mutter keine Rolle. Sind also Verständigungselemente zwischen erwachsenen Tieren einschliesslich der "Halbstarken" und dienen u.a. der Organisation der Rangordnung.
Welpen und Junghunde sind nicht "dominant", sie lernen spielerisch alle Verständigungsarten, provozieren alle dazu erforderlichen Situationen und testen so aus, welche Reaktionsmuster den grössten materiellen und sozialen Erfolg bringen (nach hundlichen Gesichtspunkten!)
In Eurem Fall gelingt es Deinem Hund offensichtlich, Dich immer wieder zu wunderbar spannenden Beutefang- und Beuteabjagdspielen zu animieren. Für hundliches Empfinden ist Deine Aufmerksamkeit Zustimmung und Dein lautes Mitmachen und Drohen Freude am gemeinsamen Spiel.
Spielaufforderung, -Start und Durchführung müssen ignoriert werden, Miteinbezogenwerden durch kurzes, dunkles Anknurren abgeblockt werden. Der spielende Hund kann dann auch mal "zufällig" im Weg sein und wird dann schweigend weggeschoben oder umgerempelt.
Diese Sprache versteht der Hund ohne Dolmetscher, denn es ist die Seine!
Selbstdisziplin und Konsequenz sind dabei keine Schlagworte, einmal "schwach" geworden, sieht der Hund Dich wieder als erfolgreich zu vereinnahmenden "Mithund".
Diese natürlichen, sich durch Spiel äussernden Entwicklungsphasen des Hundes benötigen eigentlich die Wurfgeschwister, damit sie ausreichend ausgelebt werden können und so zu einem sozial sicheren, bei Fremdhundekontakt souverän-ruhigen adulten Tier führen. Ersatzweise Mensch mit Hunde"verstand" zuzüglich Welpengruppe (OHNE Antimobbing-Eingriffe diverser "Kynotherapeuten"!) kann dieses Manko unserer allgemein üblichen Hundeaufzucht niemals vollständig kompensieren.
In diesem Sinne musst Du also versuchen, als ranghöheres Tier (souverän-gelassen) den Hund auszubilden in der Disziplin des hundlichen Erwachsenwerdens. Wie schwierig das ist, spürst Du selbst. Das dazu Informationen über das Sozialgefüge und die Verständigungsarten aus dem Wildhunderudel erforderlich sind, kannst Du verstehen.
Da aber nicht jeder eine Wolfsstation in der Nachbarschaft hat, reicht ersatzweise die Beobachtung des eigenen Hundes, die Information aus der Hundezeitung, Abteilung "Korrekturtechniken" und Abteilung "Ausbildung", sowie das feed-back hier im forum.
Bei letzterem lege ich Dir besonders Bea ans Herz, fühlst Du Dich missverstanden oder kritisiert, nochmal ganz langsam durchlesen, meistens inhaltlich dann besonders wertvoll!
Viel Erfolg!
Sie betrachten gerade dominanter welpe *hilfe* ;-).
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