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Kong

Ein Spielzeug, das Tiere zum Fressen gern haben, sich lang damit beschäftigen und mit dem sie auch noch Apportieren lernen können? Die einen halten es für das Ei des Kolumbus, die anderen sind enttäuscht, weil der Kong nicht hält, was die Werbung verspricht. Was ist dran an diesem Ding?

Es sind aus - eben relativ - widerstandsfähigem Naturkautschuk gefertigte Dinger, die wie unförmige Bälle aussehen, die auf dem Boden hüpfen und somit Katzen und Hunde zum Spielen und Beutemachen animieren. Neu ist aber, dass im Kong Leckerbissen versteckt werden können.

Damit können Tiere angeregt werden, sich mit dem Spielzeug zu beschäftigen (das Tier muss seine Belohnung herausbeissen) und sich ihre Belohnung durch intensives Bearbeiten selbst abholen. Damit ist der Kong auch eine brauchbare Trainingshilfe zum Apportieren lernen.

Die Kongs gibt es für Katzen und kleine und grosse Hunde im Durchmesser von sechs bis 13 Zentimeter Durchmesser. Sie kosten zwischen sechs und 20 Euro. Die Innenschale ist aus Rinderhaut. Ob diese chemisch behandelt wurde und wie der Kong generell konform mit dem Lebensmittelrecht geht, entzieht sich noch der Redaktions-Kenntnis.

Die richtige Grösse: Kleine Hundetypen benötigen mittelgrosse Kongs. Der Kong soll auf jeden Fall so sein, dass der Hund mit der Zunge bis an den Boden herankommt, um auch das letzte Goodie zu erlangen. Der Kong darf aber nicht so klein sein, dass der Hund ihn verschlucken kann.

Wer kam auf die Idee? Der Legende nach Joe Markham, ein US-Amerikaner, dessen Deutscher Schäferhund Fritz ständig an Steinen herumnagte und seinen Besitzer damit nervte. Dann erfand Markham vor knapp 30 Jahren diesen - erst nicht befüllten - Ball aus Gummi.

Wie befüllt man den Kong? In das kleine Loch an der Oberseite besonders duftende, streichfähige Leckerei wie Käse oder Leberwurst. Dann rund zwei Drittel mit Futterbrocken, aber auch noch gemixt mit der zuerst verwendeten Leckerlei wie eben Käse oder Streichwurst. Das restliche Drittel kann mit Dosenfleisch gefüllt werden.

Zum Anbeissen ein Stückchen Hundekuchen oder Keks in das Loch stecken, es soll als Lockmittel herauslugen.

Es muss für den Hund einfach sein, die Füllung herauszubekommen. Sonst verliert er gleich die Lust.

Mit zunehmendem Training kann die Füllung fester gestopft werden, damit die Aufgabe schwerer wird.

Man sollte die Füllung natürlich nach einer gewissen Gewöhnungszeit in der Zusammensetzung verändern. Im Sommer kann man einen Teil der Füllung zuerst einfrieren und dann wie Eis am Stiel servieren.

Immer in der Gegend verfüttern, wo das Spiel stattfinden soll. Nie in der Nähe der üblichen Futterschüssel. Damit wird klar getrennt zwischen normaler Fütterung und jener, bei der der Hund eine Aufgabe zu lösen hat.

Nach dem Leeren ist der Kong sauber zu machen.

Die Werbung für den Kong verspricht, dass sich ein Hund stundenlang damit beschäftigen könne. Ob das sinnvoll ist und vor allem nicht als faule Lösung für stundenlanges Alleinlassen?

Zwei Meinungen dazu: "Bei meinem Jack Russel hat der Kong gerade 20 Minuten gehalten. Dafür waren mir dann doch die zwölf Euro zu teuer."
Andere waren hingerissen von der Vielseitigkeit, ihre Hunde spielten bis zur Erschöpfung. Aber auch die Befürworter bezweifeln, dass sich ihre Hunde damit gleich stundenlang beschäftigen.

Es gibt auch hier Qualitätsunterschiede. Nachgemachte sind billiger und nicht so glatt innen und damit schlechter zu reinigen als die Originale. Und sie gehen doch schneller kaputt.

Variante: Ein so genannter Dental-Kong ist wie eine Kreuzung aus Beisswurst und Kong. Ein eben befüllbarer Gummiball, durch den ein Stück Tau gezogen ist.


 

©Hundezeitung 02/2003