Sind Mischlinge gesünder?
Befassen wir uns mit einem altes Vorurteil - oder ist es begründete Erfahrung: Mischlinge sind gesünder als Rassetiere. Legende oder Fakt?
Jüngst jubeln die Interessenvertreter von Rassehunden. Warum? Weil es nicht bewiesen ist. Es ist nicht beweisbar, weil die Mischlings-Freunde keine Interessenvertretung haben, die eine solche
Untersuchung, die sich als wissenschaftlich bezeichnen könnte, bezahlen. Und Rassehundevertreter fördern keine Untersuchungen, die gegen ihre Interessen wären. Das ist der einzige Grund, warum die Rassehundevertreter jubeln. Zu früh gefreut. Der Gen-Pool unter Mischlingen, wie ehedem den Vorläufern von professionell gezüchteten Tieren, ist grösser als der gegenwärtiger Rassehundezucht. Und je grösser der Gen-Pool, desto geringer die Wahrscheinlichkeit von Erbdefekten. Aber damit wir uns da nicht verrechnen: dies ist nur eine Chance, keine Qualitäts-Automatik.
Die Untersuchungen belegen, dass auch hier die Lebenserwartung der Mischlinge der verschiedenen Gewichtsklassen jeweils beträchtlich höher ist als bei vergleichbaren Rassehunden. Dies zeigt die so oft abgestrittene Bedeutung der genetischen Variabilität für eine lange Lebensdauer. Die meisten Hunde, die 15 Jahre alt wurden, wiesen einen Inzuchtkoeffizienten unter 20 Prozent auf.
Züchter von Arbeitshunderassen vermeiden Inzucht, da sie Leistungsverlust befürchten. Arbeitslinien sind auch weniger durch Inzucht gefährdet, da der Gebrauch eine Selektion auf geringeren Verlust von Genvarianten mit sich bringt.
Der Wiener Tierzucht-Experte Dr. Hellmuth Wachtel: "Der Mischling ist eindeutig gesünder, auch wenn dies gern bestritten wird. Dies ergibt sich schon von der populationsgenetischen Überlegung her, die auch die grosse Mehrzahl diesbezüglicher Studien bestätigt.
Und - die bessere Mischlingsgesundheit ist ja schliesslich der Hoffnungsstrahl für die Zukunft der Rassehundes, wenn die entsprechenden Lehren gezogen werden!"
|