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Hundekunde

  ANATOMIE DES HUNDES
  von Katrin Blümchen

7. Teil: Gelenke Hintergliedmaße

Die einzelnen knöchernen Anteile der Hintergliedmaße sind durch das Kreuzdarmbeingelenk, das Hüftgelenk, das Kniegelenk und durch das Sprung- und die Pfotengelenke miteinander verbunden.

Das Kreuzdarmbeingelenk verbindet das Becken mit dem Rumpf des Hundes.
Straffe und feste Bänder bilden das Gelenk, daher die Namensbezeichnung "straffes Gelenk". Die Gelenkkapsel ist eng und lässt nur eine geringe Bewegung in diesem Bereich zu. Dadurch wird der Bewegungsimpuls von den Hintergliedmaßen eher auf den Rumpf gefedert und belastet nicht übermäßig die Beckenregion.

Das Hüftgelenk ist ein Nussgelenk. Oberschenkelkopf bildet zusammen mit der Hüftpfanne das Gelenk. Im Gegensatz zum Ellenbogengelenk (Scharniergelenk - nur Beugung und Streckung) sind viele Bewegungsrichtungen möglich. Das Gelenk ist vollständig von Muskulatur umgeben, die dem Gelenk Halt gibt. Eine zusätzliche Haltefunktion erwirken verschiedene Bänder. Der Pfannenrand wird durch eine Knorpellippe verbreitert und vergrößert und stärkt die knöcherne Gelenkpfanne.

Die meisten Hundebesitzer sind mit dem Hüftgelenk des Hundes vertraut. Eine Erkrankung des Hundes, die Hüftgelenksdysplasie, ist weit verbreitet. Gerade großwüchsige Rassen sind häufig betroffen. Die Dysplasie beschreibt eine Veränderung des Gelenkes. Dies bedeutet - grob gefasst - die Pfanne passt nicht mit dem Oberschenkelkopf zusammen.

Das Kniegelenk besteht aus zwei Gelenken. Dem Kniekehlgelenk und dem Kniescheibengelenk. Jedes Gelenk hat eine einzelne Gelenkkapsel, diese stehen aber miteinander in Verbindung.

Das Kniekehlgelenk ist ein inkongruentes Gelenk (inkongruent = nicht zusammen passend). Es ist die Verbindung zwischen Oberschenkel und Schienbein. Die Gelenkflächen werden durch die Menisken ausgeglichen und stabilisiert. Außerdem unterstützt ein umfangreicher Bandapparat das Gelenk.
Dies sind zum einen die vorderen und hinteren Kreuzbänder, zum anderen die inneren und äußeren Seitenbänder. Die Bänder stabilisieren das Gelenk und verhindern übermäßige Dreh- und Seitwärtsbewegungen.

Die Ruptur/Abriss des vorderen Kreuzbandes ist eine nicht seltene Erkrankung unserer Hunde. Eine baldige operative Versorgung ist anzuraten.

Das Kniescheibengelenk setzt sich aus der Kniescheibe (Patella) und der Rollfurche des Oberschenkelknochens zusammen. Die Kniescheibe gleitet, ähnlich eines Schlittens, auf der Rolle des Oberschenkels auf und ab. Daher die Bezeichnung Schlittengelenk. Die Kniescheibe ist ein kleiner knorpeliger Knochenanteil und in die Endsehne eines Muskels eingelagert. Beide Anteile des Kniegelenkes gehören funktionell zusammen. Sie arbeiten und bewegen sich immer gemeinsam.

Eine Erkrankung dieses Gelenkes ist die Patellaluxation. Die Rollfurche des Oberschenkels ist nicht ausreichend ausgebildet und so kann die Kniescheibe herausspringen. Häufig betroffen sind Kleinhunde wie Jack-Russel-Terrier oder Pudel. Eine operative Versorgung ist zumeist anzuraten.

Das Sprunggelenk - Hinterfußwurzelgelenk stellt die gelenkige Verbindung von Schien- und Wadenbein und dem Mittelfuß dar.

Die Hinterfußmittel- und Hinterfußwurzelzwischengelenke, sowie die Zehen- und Krallengelenke bilden die Hinterpfote des Hundes.

Nächste Folge: Wirbelsäule, Brustkorb, Rippen

 

© bei der Autorin 2002-2003