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Hundekunde

  ANATOMIE DES HUNDES
  von Katrin Blümchen

Einführung Teil 2

Anatomie stammt aus dem Griechischen und ist die Lehre vom Bau der Organismen, von der Gestalt und Struktur des Körpers und seiner Organe. Die Anatomie befasst sich mit den Strukturen des gesunden Körpers.

Die makroskopische Anatomie untersucht die Organe, die mikroskopische Anatomie dagegen untersucht deren Feinstrukturen. Die topographische Anatomie beschäftigt sich wiederum mit der Lage der Organe zueinander. Über die rein beschreibende Anatomie hinaus versucht die vergleichende Anatomie Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Bau von Organismengruppen zu erkennen und so Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den Lebewesen aufzudecken.

Lagebezeichnungen in der Anatomie

Die Lagebezeichnungen in der Anatomie aber auch in der Pathologie (Krankheitslehre) werden in der Literatur zumeist im Lateinischen beschrieben. Des Weiteren gibt es zu den Lagebezeichnungen auch Verbindungen zu Krankheitsbildern wie zum Beispiel das Cauda-Equina-Syndrom (cauda = caudal = schwanzwärts). So kann man oftmals schon erahnen, in welchen Körperregionen die Krankheit vorkommt.

Lagebezeichnungen
lateral zur Seit hin, seitwärts, seitlich
medial zur Mitte hin
dorsal zum Rücken hin, an Gliedmaßenspitze hand- bzw. fußrückenwärts
ventral zum Bauch hin
cranial kopfwärts, nach vorne
caudal schwanzwärts, nach hinten
oral mundwärts
proximal rumpfwärts, rumpfnah
distal rumpfabgewandt, rumpffern
dexter rechts
sinister links

Ebenen im Tierkörper

Jeder Körper - egal ob Mensch oder Tier - wird in verschiedene Ebenen unterteilt.

Medianebene: vom Kopf zum Schwanz durch die Mitte des Hundes
Sagittalebene: Pfeilachse - alle Ebenen, die parallel zur Medianebene stehen
Transversalebene: Querachse - alle Ebenen, die im rechten Winkel zur Medianebene stehen
Horizontalebene: alle waagerechten Ebenen

Geläufige Abkürzungen in der Anatomie

A. Arterien (Arteria), Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut transportieren
V. Venen (Vena), Blutgefäße, die sauerstoffarmes Blut transportieren
N. Nerven (Nervus)
Ln. Lymphknoten
Lig. Band (Ligamentum)
M. Muskel (z.B. M. biceps brachii, Oberarmbeuger/Schulterstrecker)
O. Ursprung eines Muskels am Knochen (Origo)
I. Ansatz eines Muskels am Knochen (Insertio)
Proc. Fortsatz (Processus
superf. oberflächlich (superficialis)
prof. tief (profundus)

Bewegungsrichtungen

Die Hauptbewegungsrichtungen der Gelenke sind die Beugung (Flexion), Streckung (Extension), Abspreizung (Abduktion), Heranführung (Adduktion), Innenrotation und Außenrotation. An einigen Beispielen werden diese beim Hund anschaulich verdeutlicht.

Beugung = Flexion (Flex.) Flexion des Hüftgelenkes

Flexion des Kopfes nach vorne und zur Seite (Seitbeugung = Lateralflexion)
Streckung = Extension (Ex.) Extension des Hüftgelenkes
Abspreizen = Abduktion (ABD) Hintergliedmaßen werden voneinander entfernt.
Heranführen = Adduktion (ADD) Hintergliedmaßen nähern sich an.
Innenrollung = Innenrotation (IR)
Außenrollung = Außenrotation (AR)

Fortsetzung im nächsten up date: Gelenke und Gelenkformen

 

© Hundezeitung 06 - 2003