15. Folge: Lymphsystem und Sinnesorgane
Das Lymphsystem des Hundes funktioniert, wie auch das Venen-, als Abflusssystem. Es ist kein geschlossener Kreislauf, sondern beginnt offen im Gewebe um die Zellen im Körper herum. Die Lymphgefäße nehmen zu einem großen Teil die Flüssigkeit im Gewebe auf. Nur ein kleiner Teil wird von den Blutkapillaren aufgenommen und über den Blutkreislauf abtransportiert.
Die Lymphe wird aus Zellflüssigkeit gebildet. Sie sieht dem Blutserum ähnlich, enthält aber keine roten Blutkörperchen und ist daher durchsichtig. Dieses blind beginnende System sammelt sich zu Lymphkapillaren und weiter zu Lymphgefäßen, die wie auch die Venen Klappen besitzen.

Die Lymphe der hinteren Gliedmaßen, der Baucheingeweide und des Brustkorbes sammelt sich im Milchbrustgang. Dieser endet dann in der oberen Hohlvene am Hals. Die Lymphe der vorderen Gliedmaßen, aus Kopf und Hals und den vorderen Brustabschnitten, wird anderorts gesammelt und geht dann in das venöse System.
Die Lymphknoten sind in den Lymphbahnen als Filterstationen und Abwehrzentren eingebaut. Zu einem Lymphknoten führen immer mehrere Lymphbahnen hin, aber nur eine führt wieder heraus. Während ihres Weges durch die Lymphknoten wir die Lymphe von schädlichen Stoffen befreit.
Die vielen verschiedenen Lymphknoten sind immer für ein bestimmtes Gebiet zuständig (z. B. Lymphknoten des Darms, der Lunge, der Ohrspeicheldrüsen usw.). Durch eine infektiöse Erkrankung können die zugehörigen Lymphknoten anschwellen, da sie hier besonders beansprucht werden.
Weiter werden in den Lymphknoten die Lymphozyten gebildet, dies sind weiße Blutkörperchen, die für die Abwehr zuständig sind.
Von den äußeren Lymphknoten fließt die Lymphe in Lymphgefäßen zu zentral gelegenen Lymphknoten, um dort erneut gefiltert zu werden. Diese Lymphknoten erhalten Zuflüsse von mehreren äußeren Lymphknoten.
Wenn ein Lymphknoten überbelastet ist, übernimmt der nächst gelegene die Funktion. Bei einer Infektion im Einzugsgebiet des Lymphknotens müssen die Lymphknoten vermehrt arbeiten, dann kann es zu einer Schwellung des Lymphknotens kommen. Sogar Staubteilchen werden mit dem Lymphstrom abtransportiert. Bei Hunden, die in einem staubhaltigen Gebiet z. B. Innenstadt leben, kann man Staubeinlagerungen in den Lymphknoten feststellen. Diese Lymphknoten sind dann dunkel marmoriert.
Zusätzlich zu dem eigentlichen Lymphsystem gibt es im Hundekörper verschiedene lymphatische Organe. Diese sind Milz, Thymus und Mandeln.
Milz (Lien) ist der wichtigste Bestandteil der Immunabwehr. Sie liegt beim Hund auf der linken Seite zwischen Leber und Magen. Die Funktion der Milz ist beim Hund hauptsächlich das Blutspeichern.
Das Blutvolumen beträgt beim Hund ca. 70 ml pro kg (Körpergewicht). Bei einem 10 kg schweren Hund sind dies also 700 ml, 20 Prozent davon können in der Milz gespeichert werden.
Der Thymus ist bei jungen Tieren stark ausgeprägt. Er liegt im Mittelfell vor dem Herz und vorne am Hals. Mit steigendem Lebensalter bildet er sich fast vollständig zurück.
Er gehört zum Lymphsystem.
Die Mandeln (Tonsillen) sind ein lymphatisches Organ in der Wand des Rachens.
Sinnesorgane
Diese Organe können in Haut/Organ-, Geschmacks-, Geruch-, Seh- und Gehörsinn unterteilt werden.
Hautsinn und Organsinn:
Es gibt verschiedene Rezeptoren, die über den gesamten Organismus verteilt sind. Sie geben unterschiedliche Daten an das Gehirn weiter z. B. die Höhe der Muskelgrundspannung oder die Lage des Körpers im Raum. Störungen der Sensibilität (z.B. durch einen Bandscheibenvorfall) können sich in unterschiedlicher Intensität bemerkbar machen: Sowohl in einer Überempfindlichkeit (Hyperästhesie), wie auch in einer Unterempfindlichkeit (Hypoästhesie).
Geschmacksorgan:
Die Zunge hat verschiedene Geschmacksknospen und kann die verschiedenen Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter und salzig unterscheiden.
Geruchsorgan:
Die Nase ist zuständig für die Prüfung, Erwärmung, Reinigung und Befeuchtung der Atemluft. In der Riechschleimhaut der oberen Nasenmuschel liegen die Rezeptoren für Geruchsreize. Der Geruchssinn ist beim Hund wesentlich stärker ausgeprägt als beim Menschen. Duftstoffe spielen eine bedeutende Rolle im Sozialverhalten der Tiere z. B. Territoriumsabgrenzung, Partnersuche und -wahl, Abschreckung usw.
Sehorgane:
Beim Hund sind die Augen, im Gegensatz zum Pferd, nach vorne ausgerichtet. Der größte Teil des Auges liegt in der Augenhöhle, die mit Fett ausgepolstert ist. Das Auge besteht aus dem Augapfel, den Augenlidern, dem Tränenapparat und den Augenmuskeln.
Gehör:
Das eigentliche Hören geschieht im Außen- und Mittelohr. Hier wird der Schall eingetrichtert und in den äußeren Gehörgang übertragen. Das Innenohr, innerer Gehörgang besteht aus zwei Vorhofbläschen, der Schnecke und dem Labyrinth. Hier wird die Körperhaltung registriert bzw. korrigiert.
Für die Schallübertragung zuständig sind das äußere Ohr, der äußere Gehörkanal und das Mittelohr sowie das Innenohr für die Schallwahrnehmung und für die Weiterleitung der Reize. Gleichzeitig ist es das Gleichgewichtsorgan.
Verschiedene Hörbereiche im Vergleich Mensch und Tiere:
- Mensch 16 000 bis 20 000 Hertz, ab 50 Jahren nur noch 12 000 Hertz.
- Hund 40 000, Katze 50 000, Fledermaus 90 000, Delphin 150 000 Hertz.
Ende der Serie.
© bei der Autorin 11 - 2004
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