Hundezeitung  Hundewiese  Bildergalerie  HEN Netzwerk
Links Gästebuch Forum Newsletter Satire Tiergeschichten Typen Hundemedizin Ratgeber Ausbildung Hundekunde Notruf Nachrichten Topthemen Home














  

Hundekunde

  ANATOMIE DES HUNDES
  von Katrin Blümchen

14. Folge: kurze Anatomie innerer Organe

Die inneren Organe sind ähnlich die des Menschen. Im Folgenden werden die Einzelnen näher erläutert und Besonderheiten aufgezeigt.

Atmungsorgane

Der Atmungsapparat des Hundes besteht aus Kehlkopf (Larynx), Luftröhre (Trachea), Bronchien (Luftröhrenast) und Lunge (Pulmo).

Der Kehlkopf (Larynx) hat einen Verschlussmechanismus. Hier kreuzen Luft- und Speiseröhre. Hierdurch wird das "Luftschlucken" bei der Nahrungsaufnahme verhindert.

Die Luftröhre (Trachea) liegt am Hals unter der Halswirbelsäule. Sie tritt durch den Brusteingang und teilt sich über dem Herzen in die beiden Stammbronchien.

Von vorne ist die Luftröhre im Halsbereich von Muskulatur bedeckt. Hinten von der Speiseröhre. Die Luftröhre (Trachea) besteht innen aus einer Muskelschicht. Außen liegen 42 bzw. 46 Knorpelspangen.

Die Luftröhre erwärmt, reinigt und feuchtet die Atemluft an.

Die Bronchien liegen in der Lunge als Verlängerung der Luftröhre. Die Luftröhre teilt sich hinter dem Herz in zwei Hautbronchien. Sie treten in je einen Lungenflügel ein und teilen sich dort weiter in Lappenbronchien, dann in Segmentbronchien, weiter in Bronchuli und dann in Lungenalveolen. Das heißt die Bronchien werden immer kleiner. In den Lungenalveolen findet der Gasaustausch statt. Sie werden von einem feinen Kapillarnetz umsponnen, um das Blut in engen Kontakt mit der Atemluft zu bringen.

In der Lunge wird der Sauerstoff gegen Kohlendioxid ausgetauscht. Die Lunge teilt sich in zwei Flügel, die aus Lappen und Segmenten bestehen. Im Lungengewebe sind die kleinsten Anteile, die Alveolen. Diese sind eng mit Kapillaren umwickelt und transportieren das sauerstoffarme Blut zum Gasaustausch dorthin. Alveolen liegen aneinandergereiht, durch dünne Schichten voneinander getrennt.

Die Lunge wird von der Pleura (Brustfell) überzogen, die sich verdoppelt und auch den Brustkorb von innen auskleidet. Zwischen diesen beiden Anteilen befindet sich ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum (Pleuraspalt).

Bauchhöhle

In der Bauchhöhle befinden sich die Speiseröhre (Ösophagus) sowie die Verdauungsorgane.
Die Verdauungsorgane sind:

  • Magen (Gaster),
  • Mitteldarm (Dünndarm) mit drei Abschnitten (Zwölffingerdarm (Duodenum),
  • Leerdarm (Jejnunum),
  • Hüftdarm (Ileum),
  • Dickdarm mit drei Abschnitten (Blinddarm (Caecum), Grimmdarm (Colon), Mastdarm (Rectum),
  • Bauchspeicheldrüse (Pankreas),
  • Leber (Hepar) mit der Gallenblase (Vesica fella),
  • Milz (Lien),
  • Harnorgane: Niere (Ren), Blase (Vesica urinaria) und der Harnleiter (Ureter),
  • männliche bzw. weibliche Geschlechtsorgane

Die Speiseröhre entspringt am Schlundrachen und mündet durch einen Schließmuskel in den Mageneingang. Dies verhindert einen Rückfluss des sauren Mageninhaltes in die Speiseröhre.

Der Magen hat bei den einzelnen Tierarten extreme anatomische Unterschiede. Der Mensch und Hund hat einen einhöhligen Magen ohne Vormagenabteilung.

Im Zwölffingerdarm werden dem Nahrungsbrei die Enzyme der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und der Galleblase aus der Leber beigemischt. Er ist beim Hund circa 0,2 bis 0,6 Meter lang (je nach Rasse).

Der Leerdarm ist der längste Darmabschnitt, beim Hund beträgt seine durchschnittliche Länge 1,6 bis 4,2 Meter, beim Pferd sind es gut 15 Meter.

Der Hüftdarm ist der Übergang von Mitteldarm zu Dickdarm. Er bildet eine Schleuse, um zu verhindern, dass der Dickdarminhalt Richtung Mitteldarm gelangt.
Der Hüftdarm hat eine gewisse lymphatische Funktion, nämlich die Bildung von Lymphozyten (zur Abwehr).

Im Dickdarm findet die Aufnahme von Wasser, wasserlöslichen Vitaminen, Salzen und essentiellen Fettsäure statt. Er besteht aus drei Abschnitten (Blind-, Grimm- und Mastdarm).
Der Blinddarm befindet sich am Beginn des Dickdarmes, bei Hund und Katze fehlt der Wurmfortsatz (Appendix), das heißt, sie können nicht an Blinddarmentzündung erkranken.

Der Mastdarm ist beim Hund sehr kurz, und ist zuständig für die Wasseraufnahme (Entwässerung und Formung des Kotes).

Der Anus (After) bildet das Ende des Darmes. Mit dem inneren (M. sphincter ani internus) und seinem äußeren Schließmuskel (M. sphincter ani externus) schließt er das Ende des Darmes. Unterhalb des Afters befinden sich beim Hund zahlreiche Duftdrüsen und zwei große Analbeuteldrüsen, diese stellen eine spezifische bzw. individuelle Duftnote dar. Sie dienen der Territorialmarkierung.

Die gesamte Länge des Darmes beträgt beim Hund das Fünffache seiner Körperlänge. Das heisst: 5 bis 7 Meter.

Die Leber (Hepar) ist die größte Drüse des Organismus. Die Leber bildet und speichert in ihrer Gallenblase die Gallensäuren, die über den Gallengang in den Zwölffingerdarm (Duodenum) abgegeben werden. Außerdem speichert die Leber verschiedene Vitamine und ist an der Entgiftung des Körpers beteiligt, speichert Blut und baut verschiedene Hormone ab (z. B. Geschlechtshormone, Cortison, Insulin).

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt zwischen Magen und Zwölffingerdarm. Sie produziert verschiedene Enzyme und ist verantwortlich für die Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratverdauung.

Weiter produziert sie Insulin zur Blutzuckerspiegelregulierung und zwar beim Hund ca. 0,5 Liter/Tag, beim Mensch 1,5 Liter/Tag.

Der Harnbereich besteht aus Harnleiter, Harnblase und Harnröhre.

Die paarigen Nieren sind die Hauptausscheidungsorgane des Organismus. In ihnen wird das Blut von Schlackenstoffen, den sogenannten harnpflichtigen Stoffen, befreit. Die Nieren sind im Allgemeinen bohnenförmig. Sie liegen beiderseits der Wirbelsäule in der Lendengegend in Höhe der ersten Lendenwirbel.

Der Harnleiter entspringt aus dem Nierenbecken und verläuft harnblasenwärts.
Die beiden Harnleiter münden in der Nähe des Blasenhalses in die Harnblase. Hierdurch wird eine Ventilfunktion gegen den Rückstau bei voller Blase erreicht. Der Harn wird vom Nierenbecken in einzelne Portionen zur Blase transportiert.

Die Harnblase ist ein birnenförmiges, muskulöses Hohlorgan zum Sammeln des Harns. Die Blase produziert circa 1 ml. Urin pro Kilogramm Körpergewicht.

Die Harnröhre der weiblichen Tiere ist sehr kurz und dehnungsfähig. Beim männlichen Tier unterscheidet man das Beckenstück und das Penisstück der Harnröhre.

Geschlechtsorgane

Zu den Geschlechtsorganen der Rüden zählen: Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Prostata, Harnröhre und Penis.

Die weiblichen Geschlechtsorgane sind: Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter.

Nächste und damit letzte Folge: Lymphsystem und Sinnesorgane

© bei der Autorin 9 - 2004