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Hundekunde

  ANATOMIE DES HUNDES
  von Katrin Blümchen

13. Teil: Herz-Kreislauf-System

Das Herz (Cor) befindet sich, zusammen mit der Lunge und dem Zwerchfell (größter Atemmuskel), im Brustkorb des Hundes.

Herz und Blutkreislauf haben die Aufgabe, das Blut im Organismus zirkulieren zu lassen. Das Blut soll möglichst in jede einzelne Körperzelle gelangen und hat die Funktion der Resorption (siehe Aufnahme) von Nahrungsstoffen, ist beteiligt am Gasaustausch in der Lunge und transportiert verschiedene Stoffe. Außerdem dient die Blutzirkulation dem Wärmetransport.

Das Herz (Cor) ist ein sehr starker Muskel und pumpt das gesamte Blut durch den Körper. Es ist der Motor der Blutzirkulation. Das Herz liegt im Brustkorb und ist - im Gegensatz zum Menschen - eher mittig gelagert.

Die Größe und das Gewicht des Herzens hängt ab vom Typ, Alter, Geschlecht und Kondition des Hundes.

Das Herz liegt im Herzbeutel. Dieser stabilisiert das Organ im Brustkorb, begrenzt eine Erweiterung des Herzens und dient als Schutzmantel bei eventuellen Entzündungen anderer Organe (z. B. Lungenentzündung).

Zwischen dem Herz und dem Herzbeutel befindet sich die kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Herzbeutelhöhle.

Das Herz hat einen komplizierten Aufbau. Die Herzwand besteht aus unterschiedlichen Schichten. Hier ist die Muskelschicht die Wichtigste.

Das Herz kann in vier große Abschnitte eingeteilt werden:

  1. Rechter Vorhof. Er hat eine dünne Wand, eine dreizipflige Klappe, diese verbindet den rechten Vorhof mit der rechten Kammer
  2. Rechte Kammer
  3. Linker Vorhof. Er hat eine dicke Wand, auch Mitralis genannt. Die zweizipfelige Klappe verbindet den linken Vorhof mit der linken Kammer.
  4. Linke Kammer

Die Herzscheidewand trennt die rechte und linke Herzseite. Die rechte Herzseite ist dünn, die linke doppelt so dick, da sie für den großen Kreislauf zuständig ist. Weiterhin sind im Herzen Segel- und Taschenklappen vorhanden. Diese Klappen regulieren den Blutstrom und die Strömungsrichtung.

Skelettmuskeln werden willkürlich erregt. Das bedeutet, dass der Hund bewusst Einfluss auf die Muskulatur und damit die Gelenkbewegung nehmen kann.
Das Herz wird unwillkürlich erregt und hat außerdem ein eigenes Erregungsleitungssystem.

Dies erklärt, dass das Herz auch bei Bewusstlosigkeit und Gehirntod selbständig schlagen kann. Der Schrittmacher des Herzens ist der Sinusknoten. Dieser bestimmt den Takt und leitet von dort die Kontraktion im Herzen weiter, bis sich das gesamte Organ anspannt (kontrahiert).

Das Herz ist der Knotenpunkt der Blutgefäße.

Man unterscheidet in Arterien, die vom Herzen wegführen und in Venen, die zum Herzen hin führen.

Weiter gibt es noch die Kapillaren, die in der Peripherie (den Gliedmaßen - weit entfernt vom Herzen) die Arterien mit den Venen verbinden und den Gas- und Stoffaustausch gewährleisten.

Die Arterien führen im Körperkreislauf sauerstoffreiches Blut, im Lungenkreislauf jedoch sauerstoffarmes Blut.

Die Arterien besitzen in ihrer Gefäßwand eine starke Ringmuskulatur. Damit wird das Blut in die Tiefe befördert. Die Venen haben eine viel schwächere Muskulatur und der Venendurchmesser ist größer.

Die Venenentleerung bzw. der Rücktransport des Blutes findet über die Sogwirkung des Herzens, die Muskelpumpe (durch Muskelkontraktionen, das heißt: bei Bewegung wird Druck auf die Venen ausgeübt) und die Venenklappen (verhindern Rückfluss des Blutes) statt.

In den Kapillargefäßen findet der Stoffaustausch zwischen Blutbahn und Gewebe statt. Kapillaren sind die kleinsten Blutgefäße.

Den Blutkreislauf unterscheidet man in

  • Großer Kreislauf oder Körperkreislauf
  • Kleiner Kreislauf oder Lungenkreislauf
  • Pfortaderkreislauf

    Der Körperkreislauf versorgt den Körper mit sauerstoffreichem Blut und transportiert das sauerstoffarme Blut ab. Der Lungenkreislauf bringt das sauerstoffarme Blut in die Lunge, dort wird das Blut wieder mit Sauerstoff angereichert und zum Herz gebracht. Der Pfortaderkreislauf sammelt das Blut der Baucheingeweide. Es wird hier gesammelt und zur Leber geführt. Dort wird es entgiftet.

    Puls

    Durch die plötzliche Ausstoßung des Blutes aus dem Herzen (auch Systole genannt) werden die Arterien gedehnt. Diese Ausdehnung lässt sich am besten an Stellen spüren, wo die Arterie über einen Knochen verläuft. Beim Hund ist der Puls am einfachsten an der Oberschenkelinnenseite zu spüren.

    Die Pulsfrequenz entspricht in der Regel der Herzfrequenz. Die Herzfrequenz beim Hund beträgt normalerweise 110 - 130 Schläge in der Minute.



    © bei der Autorin 7 - 2004

     

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