Animal Foodwatch
15. Dezember 2003
Ja, ich weiss, was Sie jetzt gleich sagen: Jetzt hat es ihn auch erwischt! Alles angliziert, damit es toller klingt. Und eine Art Greenpeace-Action macht er dazu noch draus. Vollfett im Spendenwahn.
Nein, ich bin noch kein Pflegefall. Im Sinn habe ich nichts anderes als die Idee eines früheren Geschäftsführers von Greenpeace, Thilo Bode, der vor einem Jahr die Human- Ernährungs- Kontroll- Organisation "foodwatch" gründete, dabei aber den Lebensmittelbereich der Haustiere vergessen hat, eben auf diesen auszuweiten.
Ich will nur anstossen, ob sich nicht einige Tierhalter finden, die Ausdauer haben, um eine mutige, unabhängige, fachlich fundierte Orga zu gründen, die den Tierfutterherstellern in die Papiersäcke und Dosen guckt.
Ich denke, wir haben alle keine Lust, auf den Grössten Anzunehmenden Unfall (GAU) im Heimtierfuttersektor zu warten. Um dies vielleicht vorher zu verhindern, sind wirklich unabhängige Kontrollen und Analysen erforderlich. Nötig wäre eine professionelle Organisation von Tierhaltern, die wirklich unabhängige Labors beauftragt (mit permanent fremdkontrollierter Prüfungsnorm nach ISO 9002), die nach und nach alle auf dem Markt befindlichen Labels und Paletten aller verkäuflichen Tierfutter stichprobenartig kauft (wie Stiftung Warentest) und unter die Lupe nimmt. Das würde alle Verbraucher weiterbringen. Nicht jedoch unbedingt die gesamte Futterindustrie...
Eine idealistische Idee, selbst für jene, die auch in diesem Bereich schon viel Aufgeregtheit, Aktionismus ohne Hintergrund, und auch Beschiss erlebt haben?
Den Bereich der Tierfutter darf man nicht den Herstellern und Lobbisten, der Pharmaindustrie und den fanatisierten Traumtänzern überlassen.
Das darf aber andererseits kein Hinterhof-Verein sein, die Organisation muss glaubwürdig und kontrollierbar und nachvollziehbar und fachlich über alle Zweifel erhaben sein: mit Ernährungswissenschaftlern, Tierärzten, wirklich ökologisch- anbauenden und erntenden Landwirten, und mit versierten Juristen. Denn die Rechtsabteilung könnte auch die phasenweise meistbeschäftigte sein. Ein Medienzirkus zur gefälligen Bekanntmachung muss sein.
Ja, ich weiss: alle sagen begeistert ja! Denn - wer könnte dagegen sein. Nur: wer macht es, wer hat fundierte Ideen, die auch professionell durchsetzbar sind?
Nun - Freiwillige vor. Junge Leute ran, die mit Motivation und Dynamik.
Aha.
Gut, wär ja auch eine schöne Bescherung.
Ich hatte nur mal eben einen Weihnachtstraum.
Zu besseren Verdauung ein Nachtisch: Hunde kennen Weihnachtsfresserei nur durch Menschen, die sich dann eine vollfette Ausrede schenken und die Hunde gleich mit vollstopfen. Wenn schon manche so bio- premium- pingelig sind mit Hundefutter, dann mögen sie mal ganz natürlich bei der Zufütterung durch christliche Sitten anfangen. Zum Beispiel an Weihnachten.
Empfehlung des HZ-Hauses: Ration ausnahmsweise wie üblich.
Passen Sie gut auf Ihre Hunde auf!
Ihr
Rainer Brinks
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