Machen wir uns also einmal Gedanken darüber, woher dieses Märchen stammen könnte:
In der Regel befinden Hunde eine Fleischmahlzeit als „immens schmackhaft“, wobei „immens schmackhaft“ in der Hundesprache sicherlich auch damit gleichgesetzt werden kann, vorhandene Ressourcen zu sichern. Mit Ressourcen sind dann auch die von Bello verbuddelten Superhappen gemeint, die er später (für die menschliche Nase übrigens zu spät) wieder ausgräbt. Der etwas gefräßigere Typ Rex dagegen würde dem vermeintlichen Mitstreiter wohl eher zu verstehen geben: Finger weg! Diesen großartigen Fleischbrocken teile ich mit Niemandem, nicht einmal mit meinem Besitzer und zöge unter unmissverständlichen Drohgebärden, Zähne zeigend mit seinem Happen davon. Gibt es schließlich unter uns Menschen auch Gönner und Geizhälse. Und so ist der geizhalsige, drohend davon ziehende Vierbeiner nun derjenige der in Frage kommt, durch sein angriffslustig wirkendes Verhalten für den Mythos „Aggressiver Hund durch Fleischfütterung“ verantwortlich zu sein. Dabei zeigt er eine völlig normale Reaktion. Er beansprucht etwas sehr schmackhaftes für sich alleine.
Im Lauf der Zeit haben wir Zweibeiner nämlich den für den Hund elementaren Futterbestandteil „Frischfleisch“ schlichtweg von seinem Speiseplan gestrichen. Stattdessen werden nun Zutaten wie Melasse (Abfallprodukt der Zuckerindustrie) oder auch Soja (zu 80 % Gen manipuliert) als Besonderheiten im Hunde-Fertigfutter angepriesen. Ob diese jedoch nicht eher als minderwertige Satt- und Dickmacher eingesetzt werden, sollten wir Hundehalter uns zumindest schon einmal gefragt haben. Ebenso war doch vor Anschaffung des Vierbeiners bereits klar, dass es sich bei dem neuen Familienmitglied um ein Exemplar der Fleisch fressenden Art handelt. Nun scheint diese Tatsache entweder vielen Hundehaltern immer noch nicht bewusst oder sie geriet über die Jahre schlichtweg in Vergessenheit. Zudem ist Fütterung heute doch auch denkbar einfach: Trockenfuttertüte auf – eine Handvoll (oder auch zwei) Pellets, Crocks o.ä. entnehmen – in die Futterschüssel des Hundes klimpern lassen – Tüte zu – Hund satt!
Dass es auch anders geht, sollte jeder Hundehalter zumindest ab und an versuchen. Bieten wir doch einfach unserem Vierbeiner häufiger, von regelmäßig will ich gar nicht einmal schreiben, einen ordentlichen Brocken Fleisch an und lassen ihn diesen in aller Gemütsruhe vertilgen. Denn wenn wir unserem Hund öfter Frischfleisch anbieten, muss er es gar nicht erst verteidigen. Und somit ist es an uns Menschen dafür zu sorgen, dass das Märchen des Hundes, der sich durch Fütterung von rohem Fleisch in eine jagende oder gar Beute reißende Bestie verwandelt, irgendwann der Vergangenheit angehört.


Antworten
Bereiche
Für jeden veröffentlichten Artikel unterstützen wir das
Artikel im Bereich Ratgeber