Darauf folgte eine, so wie der Tierarzt es nannte, Schwanzspitzendermatitis aufgrund des Aufschlagens der Rutenspitze. Über Wochen wurde Windsor mit Antibiotika behandelt, wie alles andere zuvor u. a. auch. Es wurde nicht besser. Auf meine Frage, ob es nicht möglich wäre, den entzündeten Abschnitt des Schwanzes zu operieren, wurde ich von der damaligen Tierärztin zurechtgewiesen. Aber meinem Hund ging es immer schlechter. Ich wechselte den Tierarzt, der am gleichen Tag noch eine OP durchführte und circa drei Zentimeter von der Rute abnahm. Es stellte sich heraus, dass die Entzündung bereits den Knochen erfasst hatte.
Allein dieser Heilungsprozess dauerte mehr als ein Jahr, führte uns an die nervliche Belastungsgrenze und erforderte unseren Erfindungsgeist. Denn, wie sich jeder vorstellen kann, ist ein Hundeschwanz immer in Bewegung. Und immer wieder ging die Wunde auf wenn die Rute irgendwo gegen schlug, die Verbände hielten nicht, immer wieder kam Schmutz in die Wunde. Bis mir eine Idee kam die mein Mann so wunderbar umsetzte. Wir verbanden die Wunde, nahmen eine leere saubere Plastikflasche, in die wir Luftlöcher bohrten und befestigten sie an der Rute. Diese gab der Wunde einen gewissen Schutz. Und langsam, sehr langsam heilte die Rute ab. Doch Ruhe trat nicht ein, irgendwann fiel mir auf, dass Windsors Krallen blutig wurden und abbrachen. Es wurde ein Krallenpilz diagnostiziert und behandelt. Später in diesem Jahr stellte ich fest, dass Windsor immer schwächer wurde. Diagnose: Wurmbefall trotz sorgfältiger und regelmäßiger Entwurmung!
Dann kam kurz vor Weihnachten der Perikarderguss (Herzbeutelerguss). Einen Tag zuvor, verweigerte Windsor die Futteraufnahme. Dabei hatte ich mir noch nichts gedacht, kann ja mal vorkommen. Doch als er plötzlich „aufblähte“, suchten wir wiederum einen Tierarzt auf. Um den Verdacht auf Magendrehung auszuschließen, wurde Windsor geröntgt. Dabei wurde festgestellt, dass die Schwellung durch eine Flüssigkeit hervorgerufen wurde. Darauf folgte ein Ultraschall, eine Punktur, um die Flüssigkeit aus dem Körper zu bringen, ein Herzultraschall, bei dem ein Perikarderguss festgestellt wurde, wieder ein Ultraschall, diesmal der inneren Organe, um einen Tumor auszuschließen, der häufig die Ursache für diese Geschichte ist, Blutuntersuchungen… Insgesamt haben wir an diesem Tag vier Stunden in der Praxis verbracht, wobei die Ursache des Perikardergusses, heute sage ich, "Gott sei Dank", ungeklärt blieb.
Natürlich machte ich mir Gedanken darüber. Woher kamen die unterschiedlichen Krankheitsgeschichten? Woran mochte das liegen? An der Rasse? Am Wurf? Am Futter? An der Empfindlichkeit von Windsor?
Irgendwann hatte ich den Gedanken, dass es an mir lag, an meinem Leben, der stetigen Unruhe, den vielen Aufgaben, an dem ständig unterwegs sein…
Ich war bislang immer ein sehr aktiver Mensch mit „viel um den Ohren“. Das es mir dabei nicht immer gut ging, steht auf einem anderen Blatt. Windsor war und ist immer mein Begleiter. Er liebt allerdings auch seine Ruhe, was mir vorher nicht aufgefallen ist, da ich bis dahin viel zu oft mit mir selbst beschäftigt war.
Unsere Tiere, insbesondere die, zu denen wir eine starke Bindung haben, nehmen uns seelischen Ballast ab, der sich bei ihnen auf körperlicher Ebene als Krankheit manifestieren kann, wenn es zuviel wird und sie selber damit überfordert sind. Gehen wir nun zum Tierarzt, werden natürlich die Symptome entsprechend behandelt. Doch man sieht an den wirklichen Ursachen vorbei. Welcher Tierarzt schaut sich schon das Herrchen oder Frauchen dazu an oder geht auf die Lebensumstände ein, in denen der Hund lebt?
Windsor und ich haben nun die Hilfe eines erfahrenen Heilpraktikers in Anspruch genommen. Zusammen gehen wir jetzt an die Ursachen, was für uns beide eine umfassende naturheilpraktische Behandlung und einige Umstellungen in unserem Leben zur Folge hat.
Ich gönne Windsor seine ausgedehnten Ruhephasen. Er bekommt homöopathische Mittel, auch für seine Seele, eine Farbpunktur nach Peter Mandel, um seinen Energiehaushalt zu harmonisieren und vieles mehr.
Das Gebiet der Naturheilkunde ist sehr viel älter als die konventionelle Medizin und geht weit darüber hinaus. Sie betrachtet Lebewesen als Einheit, also Körper, Geist und Seele, die zusammen betrachtet werden müssen. Denn nur so ist eine dauerhafte Heilung möglich. Ist die Seele krank, wirkt sich das auf den Körper aus, der uns das wiederum an den unterschiedlichsten Symptomen zeigt, die wir dennoch in den meisten Fällen ignorieren, bis sich daraus Krankheiten entwickeln.
Constantin Hering, Schüler von Samuel Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie, entwickelte im 18. Jahrhundert die auch heute noch bekannten drei Heringschen Regeln, die unter anderem besagen, dass Heilung von innen nach außen folgt, das heißt, von der Psyche (innen) über die Organe (außen).
Es ist wichtig, nicht nur die Symptome einer Krankheit zu behandeln, sondern auch die Seele unserer Tiere mit einzubeziehen, was deren Zuhause und Familie mit einschließt. Genau das fehlt bei den Tierärzten nach wie vor.


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