• Was ist .... Agility, Clicker, Flyball, Freestyle (Heelwork to Musik, Dog Dancing), Mondioring etc., Obedience

    Agility


    Agility (kommt von agil: beweglich) infiziert seit 23 Jahren Hunde und Halter und hat sich als der Hundesport mit den grössten Wachstumszahlen etabliert. Dabei war Agility eigentlich nur als Pausenfüller gedacht. Und zwar im Februar 1978 bei der renommierten Crufts Hundeausstellung in England.

    Zwischen den Obedience Wettkämpfen und den anschliessenden "Schönheitswettbewerben" liegt eine Pause, die in der Vergangenheit durch verschiedene Hundevorführungen gefüllt wurde. Peter Meanwell, John Varley und Peter Lewis dürfen als die Erfinder des Agility gelten. Es ist kein Zufall, dass ein Agility-Parcours stark an die Parcours für Springpferde erinnert. John Varley war passionierter Reiter. John Varley hatte die Idee eines Springparcours für Hunde und Peter Lewis, als Hundeausbilder wurde mit der Umsetzung beauftragt. Die Begeisterung der Zuschauer lies sofort erkennen, dass Agility keine Eintagsfliege war. Der Siegeszug rund um den Globus nahm seinen Lauf. Es bildeten sich grosse und kleine Organisationen für Agility. Die Regeln für die Wettbewerbe sind teilweise unterschiedlich, aber am eigentlichen Ablauf hat sich in 23 Jahren nicht viel geändert. Die Hunde haben je nach Schwierigkeitsgrad und Grösse des Hundes abgestufte Hindernisse in einer bestimmten Reihenfolge innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne zu überwinden. Fehler wie Abwürfe von Stangen, oder falsche Reihenfolge werden in den einzelnen Organisationen unterschiedlich bestraft: vom Punktabzug bis zur Disqualifikation.



    Die Hunde müssen einerseits die Hindernisse in einem rasanten Tempo fehlerfrei bewältigen, aber gleichzeitig unter Kontrolle des Hundeführers stehen, der durch Stimm- und Handzeichen dem Hund anzeigt, welches Hindernis als nächstes zu springen ist. Der Hundeführer muss nicht nur gut zu Fuss sein, er muss auch trotz aller Hektik den genauen Hindernisablauf im Kopf haben und hat nur Bruchteile von Sekunden, den Hund aufs nächste Hindernis einzuweisen. Wer freilich keine Wettkampfambitionen hat, kann es gelassener und entspannter angehen lassen.Die Hindernisse lassen sich grob einteilen:

    Kontaktzonen: jeweils ein Ende des Hindernisses ist farblich markiert, und der Hund muss mit mindestens einer Pfote diese Kontaktzone berühren. Je nach Organisationsregel muss der Hund die Kontaktzone an beiden Enden des Hindernisses berühren, oder nur auf einer (zum Beispiel Laufsteg, Wippe).

    Hürden: eine Vielzahl unterschiedlicher Hürden sind im Sprung zu überwinden, ohne an das Hindernis anzustossen und eine Stange abzuwerfen. Auch ein Reifen ist zu durchspringen. Manche Organisationen fordern auch das Überspringen eines Wasserbeckens.

    Pausentisch: aus vollem Lauf wird der Hund auf den Tisch dirigiert und muss dort fünf Sekunden ruhig im Sitz oder Platz verharren, bis er das Zeichen zur Fortsetzung des Parcours erhält. Für viele Hunde eine sehr schwierige Übung.

    Tunnel: in zwei Varianten. Einmal eine biegsame Plastikröhre, die meist in S-Form gelegt wird. Dann einen Stofftunnel. Hierbei ist nur der Eingang offen, der Rest des Tunnels liegt flach auf dem Boden, und der Hund muss ihn beim Durchlaufen selber mit seinem Körper öffnen. Er läuft quasi blind durch.

    Slalomstangen. je nach Organisation sind es 6 bis 12 aufrechtstehende Stangen mit einem Abstand von jeweils 45 bis 60 cm zwischen den einzelnen Stangen. Der Hund muss nicht nur jede einzelne Stange umlaufen, auch wie er den Slalom beginnt, ist genau vorgeschrieben. Die Slalomstangen gelten fast übereinstimmend als das schwierigste Hindernis. Hunde wie zum Beispiel Border Collies sind hier den grösseren wie Deutschen Schäferhunden weit überlegen.




    Clicker


    (Click and treat: Knacken und Handeln)


    Das Clickertraining ist von der Delphintrainerin Karen Pryor zwar nicht erfunden, aber populär gemacht worden. Es bezieht sich darauf, Verhalten über einen konditionierten Verstärker zu trainieren, einem Hund zeitgerecht zu bedeuten, dass er etwas richtig gemacht hat. Der Click entsteht durch einen kleinen Plastik-Krachmacher, ähnlich der früherer Blechknackfrösche. Die Methode des positiven Verstärkens ist im Gegensatz zu manchen Behauptungen alt, aber ihre wissenschaftliche Begründung ist relativ neu. Man kann den Hund belohnen, aber er würde dies nicht in Verbindung mit einem Verhalten bringen, das der Clicker-Halter von ihm will. Dazu braucht es - sagen die Clickerfans - ein Hörsignal, das auch ein Zungenschnalzen oder eben, wie beim Clickertraining ein Knacken sein kann.

    Kurz erklärt, wie das Clickertraining abläuft: Der Hund lernt, dass ein für ihn vorher unwichtiges Geräusch (hier ein Klicken von einem Knackfrosch) nun bedeutungsvoll wird. Das Hörzeichen kündigt eine Belohnung (Leckerli) an. Durch diese Konditionierung lernt der Hund, dass er selbst es in "der Hand" hat durch sein bereitwilliges Verhalten, wie er zu dieser Belohnung kommt. Wenn der Halter das gewünschte Geräusch mit dem Clicker macht. Darauf muss immer die Belohnung gegeben werden (positive Verstärkung). Der Hund - prädestiniert dazu sind ohnehin verfressene Hunde - wird nun in den meisten Fällen herausfinden, was sein Halter von ihm will, damit er (der Hund) in den Genuss dieser Belohnung gelangt. Daher bei verclickerten Hunden und anderen Tieren eine extrem gesteigerte Motivation.





    Flyball


    Flyball entstand Anfang 1970 an den Stränden der US-Westküste. Die ersten Boxen schleuderten den Ball bis zu drei Meter hoch, daher noch der Begriff Flyball. Heute darf der Ball durch ein internationales Regelwerk nur noch umgerechnet 61 Zentimeter hoch schnellen. Der Trend geht aber in Richtung Schnelligkeit.Bei diesem Hundesport bewegt sich nur der Hund. Er muss im Idealfall ohne Hilfe des Hundehalters, nach dem Startzeichen vier hintereinander aufgestellte Hürden überspringen, die Taste an der Flyballbox betätigen, den wie bei einem Tennisball-Automaten herausgeworfenen Ball fangen und mit dem Ball im Fang über die Hürden zurück zur Start-Ziel-Linie überqueren. Dann läuft der nächste Hund los.
    Dies wiederholt man so lange, bis vier Hunde den Parcours möglichst fehlerfrei abgerannt haben.

    In einem Wettbewerb treten normalerweise zwei Gruppen zu je vier Teams
    (zwei sind Ersatz) gegeneinander auf nebeneinander aufgebauten Parcours an. Meist werden zwei oder drei Läufe abgehalten. Die Mannschaft mit den schnellsten Zeiten und fehlerfreien Läufen kommt eine Runde weiter.Wenn ein Hund oder ein Hundehalter einen Fehler macht, muss der Hund (oder ein Ersatzhund) den Lauf wiederholen. Fehler sind zum Beispiel: eine Hürde auslassen, den Ball zwischen den Hürden verlieren, Frühstart, Hilfe beim Nachfüllen der Flyballbox, der Hund holt sich den Ball, ohne die Box zu berühren, der Hund verlässt den Parcour und stört die Nachbar-Mannschaft.




    Freestyle (Heelwork to Musik, Dog Dancing)


    Der Ursprung dieser Beschäftigungsart ist in Kanada zu suchen, wo er sich vor zehn Jahren als Variante des wettkampfmässigen Obedience (siehe unten) entwickelte.



    Freestyle unterscheidet sich vom klassischen Obedience durch trainierte Kunststücke wie Beinslalom, Drehungen, Rückwärts- und Seitwärts-Passagen und andere Tricks zu einer tänzerischen Choreografie, zu der Musik dazugehört. Im Mittelpunkt dieser gemeinsamen Darbietung soll der Hund stehen, der Mensch als Tanzpartner soll die Stärken seines Hundes nur untermalen. Freestyle wird wie im Eiskunstlauf bewertet: technische Raffinessen und Ausführung wie die Interpretation der Musik. Es gibt verschiedene Klassen mit jeweils reglementierten Pflichtelementen und eine Kür. Eine Abarten haben sich aus dem Freestyle entwickelt wie "Heelwork to Music" in England, bei dem das Bei-Fuss-Gehen wichtiger ist, wobei sich der Hund nicht weiter als 1,20 Meter vom Hundehalter entfernen darf, oder das Dog Dancing, eine weitere Heelwork-Version.



    Mondioring etc.


    Mondioring, Belgian Ring, French Ring, KVNP sind einander relativ ähnlich und Personenschutz-bezogen. Drei verschiedene Stufen, ähnlich der Schutzhund-Ausbildung. Allerdings selbst in Stufe I erheblich schwieriger. Keine Fährtenarbeit.



    Unterordnung teilweise mit Maulkorb, Futterannahme und Futterverweigerung. Palisade bis 2,30 Meter, Weitsprung bis 4 Meter, Hochsprung bis 1,20 Meter. Gegenstandsuche. Frontangriff mit Hindernissen (z.B. Wasserbecken, Strohballen, Reifen, etc.). Frontangriff mit Ablenkungs-Gegenständen (Rassel, Zeitung, Plastiktüre etc.). Helfer gibt zwei Schüsse ab, während der Hund beisst. Helfer wehrt Hund energisch (mit - nur angedeuteten? - Stockschlägen) ab. Durch Auslosung bestimmt sich, ob der Hund den flüchtenden Helfer stoppt oder vor dem Erreichen des Helfers zurückgerufen wird.Suchen, stellen und verbellen mit sechs festen, einem mobilen Versteck. Der Helfer ist nie im gleichen Versteck. Verteidigung des Hundeführers, aber nur bei direktem Angriff. Helfer benimmt sich aggressiv, greift aber nicht an.Helfer greift an, Helfer versucht, den Hund zum Angriff zu überlisten, "streitende" Personengruppe, zweiter Helfer zulässig. Bewachung eines Gegenstandes innerhalb eines Zwei-Meter-Kreises. Dringt der Helfer in den Kreis vor, darf er alles versuchen, den Hund einzuschüchtern (30 Sekunden lang), mit Ablenkungs-Gegenständen.

    KVNP verlangt den Freilauf neben dem Rad und enthält Sprünge, wie Zaun und Graben, ausserdem Schwimmübungen (Kanal durchschwimmen, warten, auf Befehl zurück, apportieren durch Wasser etc.) Insgesamt wesentlich härter Anforderungen als Schutzhund und von Wettkampf zu Wettkampf unterschiedliche Aufgaben, die ausgelost werden.





    Obedience


    Obedience (gesprochen: o-bieh-diens) heisst Gehorsam. Diese Sportart stammt aus Grossbritannien und hat sich weltweit verbreitet. Es rekrutierte sich aus Sheepdog Trials (wettbewerbsmässigen Hütehund-Tests) und anderen Gehorsamsprüfungen.



    Es ist keine Ausbildungsmethode, sondern ein Wettkampf, wenngleich bestimmte Techniken aus dem Obedience Eingang in Grundausbildungen fanden.Das Regelwerk auch die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Hund und Hundehalter. Ein so genannt perfekter oder gar unterdrückter Hund kann im Obedience keinen Preis gewinnen. Die Elemente: Sitz- und Bleib-Übungen in der Gruppe mit allen Hunden in einer Klasse, Leinenführigkeit und/oder mit Freifolge, Abrufen mit und ohne Unterbrechungen, Distanzkontrolle, Apportieren, Geruchs-Differenzierungen, Vorausschicken, Sitz, Platz und Steh aus der Bewegung und eine Prüfung, in der sich der Hund vom Turnierrichter über den Rücken streichen lassen muss.



    Ralley oder Competitive Obedience sind Wettbewerbs-Versionen.




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