Man solls nicht glauben: Sogar Hundehütten sind gesetzlich vorgeschrieben (in der Hundehaltungsverordnung des novellierten Tierschutzgesetzes) - für jene Vierbeiner, die draussen gehalten werden. Gedacht als Mindestanforderung für
Zuchtanlagen. Über die Ausmasse und Beschaffenheit solcher Gesetzes-Hütten ist ein sachlicher Ratgeber der teilweise falsche Platz. Die Satire-Rubrik wäre bei der Anmassung manchmal der korrektere.
Die Hundehütte ist die althergebrachte Unterbringung für Hunde, die aus hier nicht zu erläuternden Gründen nicht ins Haus dürfen, und jene, die beides dürfen: draussen und drinnen bei den Menschen leben.
Es ist immer noch ein fast "angewölftes" Lebensverhalten, sich einen höhlenartigen Rückzugsraum zu sichern. Viele sehr ursprünglich lebende Hunde, die also wirklich draussen leben und arbeiten müssen, suchen sich Höhlen, graben sich welche. Meine beiden Herdenschutzhündinnen, beide aus Arbeitslinien, gruben und graben sich gerne ihre Unterstände. Das tun neben solchen seltenen Hunden auch die noch nicht urbanisierten Nordischen Hunde. Mein Rüde, schon wegen seiner hundlichen Herkunft weit entfernt von dieser wilden Form, kennt dies nur iin verkümmerter und lediglich als kühleren, dazu aufgescharrten Naturboden. Es ist auch bei "modernen" Haushunden ein beliebter Rückzugsraum auch und gerade für Hunde, die mit Hundegesellschaft leben. Also nicht nur zum Übernachten gern besucht, sondern auch, um seine Ruhe zu haben. Das ist der Lageplatz, den - bis auf die üblichen Ausnahmen - kein anderer Hund aufsuchen darf.
Nicht selten ziehen Hunde das Outdoor-Leben mit Übernachtungen vor, weil sie von der Konstitution und vom Fellkleid eben dazu geschaffen sind, das Fell und die übrigen Organe sich den natürlichen Bedingungen bestens anpassen.
Ein paar Bedingungen sollten einer guten Hundehütte gemein sein: Sie darf etwa - aus so genannt gutmeinenden Gründen - nicht zu gross sein. Zu viel Luft isoliert nicht mehr, es kühl zu schnell aus. Der Hund rollt sich zum Schlafen auf die geringstmögliche Oberfläche zusammen, um so grösstmögliche Eigenwärme zu behalten. Frisch geworfene Welpen haben noch keinen eigenen, funktionierenden Körperwärmeausgleich, daher brauchen sie - ein wenig mehr - Platz in der Hütte, um bei der wärmenden Mutter zu verweilen.
Der Hund soll sich gar ducken müssen, um durch den nur so gross wie nötig geschnittenen Eingang hinein zu können. Drinnen soll er sich schon mal kurz aufrichten und drehen können, mehr ist zu viel und damit falsch.
Das ungefähre Mass der Hütte: die Schulterhöhe eines ausgewachsenen Hundes mal Drehbreite und Länge des Hundes. Das dürfen dann in Breite und Länge ein paar Zentimeter mehr sein, damit der Hund nicht gleich Kontakt mit den Wänden der Hütte bekommt. Das wiederum wäre noch schlechter wie eine etwas zu grosse Hütte. Wir erinnern uns da an die mitunter ständig miese Erfahrung mit Zelturlauben, wenn man im Feuchten einmal mit der Zelthaut in Berührung kam: dann tropft es garantiert.
Die Schulterhöhe (inklusive ca. ein paar Zentimeter) und damit Innenhöhe gilt - dies für Scherzkekse - nicht für Kleinhunde. Die haben eh zu wenig Körperwärme. Auch hier von überraschenden Ausnahmen abgesehen. Kurzhaarige Hetzhunde oder Hunde mit zu wenig Unterhautfett sind leider seit etlichen Jahrzehnten für diese Art der Unterbringung nicht mehr geeignet. Wohnungshundezucht, teilweise eben auch noch so geprägt durch überhitzte Menschenwohnungen. Mein früherer Irish Wolfhound hielt sich nur für eine begrenzte Schmusezeit - in den kalten Monaten - in meiner früheren Haushütte auf, weil dort ein brachialer Holzofen bollerte. Das war dem Hund einfach zu warm, für ihn schlicht zu ungemütlich.
Eine vermeintliche Superisolation der Hütte kann sich ins Gegenteil wenden, wenn es drinnen zu heiss wird, sich Kondenswasser bildet und kein zugfreier Luftaustausch stattfinden kann, der schliesslich ja auch erwärmen soll. Verbrauchte Luft wärmt schlechter.
Um Zug zu vermeiden, ist auch die Bodenisolation von grösserer Wirksamkeit. Einfach ein paar Zentimeter von der Unterlage weg, auf der die Hütte stehen soll, mit Beton- oder Ziegelsteinen erhöht - das genügt. Ausserdem kann so kein Wasser von aussen eindringen, das durch Sturm hineingeblasen würde.
Der Platz der Hütte ist ein Kompromiss aus den örtlichen Gegebenheiten (nicht grade am Zaun des Nachbarhundes oder zur Strasse oder bei einer vielfrequentierten Stelle innerhalb des Grundstücks, dazu eben möglichst ruhig und zugfrei zu allen Jahreszeiten und Witterungen, auch frei von intensiver Sonnenbestrahlung) und der Kriterien, die der Hund sucht: er möchte als guter Wachhund die Übersicht behalten - gern auch auf erhöhten Stellen. Dazu sucht er sich manchmal auch einen Platz auf der Hütte - insofern ist ein Flachdach, das den Hund sicher trägt, nicht mal schlecht. Einen Vorraum als Windfang halte ich aber für sinnvoll. Dort ist die Eingangsöffnung etwas grösser geschnitten als zum Innenraum, denn dieser Eingang ist ja nicht in der gleichen Fluchtrichtung wie der Eingang des Vorraums. Der Windfang gleicht auch noch Temperaturen und Luftdurchzug aus.
Hier sind nur Hundehütten aufgeführt, nicht auch noch die "Übergrössen", die als Haus mit Schutzgittern über der eigentlichen Hütte dienen. Das sind dann schon Zwingeranlagen.
Warum Hunde gern einen viereckigen Rückzugsraum mögen, schilderte ausführlich Bea Urban im Artikel "Kisten als Höhlenersatz" hier und Fortsetzungen.
Was es alles gibt:
Dies hier soll nur eine Übersicht vermitteln, was es so alles an den meist aus Holz beschaffenen Hütten gibt, neben unterschiedlichen Grössen: einfache mit Flachdach und direktem Zugang, also ohne Vorraum/Windfang, Schrägdach, Giebeldach, mit Vorraum, der eben gleichzeitig Windfang ist. Nicht isolierte, teil- und voll isolierte.
Als Isolation reicht an den Wänden meiner Ansicht nach eine Doppelwand aus. Ein abnehmbares Dach ist auch praktisch. Drehbare oder feste Futternapfeinsätze oder Durchlass-Schieber bei grösseren Zwingeranlagen ist Ermessenssache. Preise von 100 bis über 400 Euro. Nach oben wie üblich keine Grenzen. Ob der Hund einen vermenschlichten Luxus (Eigensuchtbau) schätzt, ist zweifelhaft. Über Geschmäcker wollen wir hier nicht streiten. Über Verarbeitungsqualitäten muss sich der Käufer am Objekt selber erkundigen. Und über das verwendete Holz samt Isolation. Dies entscheidet auch über den Preis. Einen Holfzachmann zu fragen, ist keine schlechte Idee.
Es gibt günstige Selbstbausätze, es gibt noch günstigere Gebrauchte, unter anderem auch im Internet zu ersteigernde. Die Suchmaschinen wie Google geben beim Klick auf das Stichwort Hundehütte viel her. Es gibt da auch ganz Feine, die "antiseptisch kreosot-behandelt" sind. Nüchtern betrachtet: Kreosot ist chemisch ein Mix aus Guajakol, Kreosol und Cresolen. Eine durch Destillation von Buchenholzteer gewonnene, schwach gelbliche, ölige Flüssigkeit. Früher als Antiseptikum bei Lungentuberkulose angewendet.
Hundehütte zum Selbstbau mit Zeichnung etc. - aber: es fehlt der Boden!


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