• 3. Teil: Entstehen von Muskelverspannungen

    Von Tier-Physiotherapeutin Katrin Blümchen
    3. Teil: Entstehen von Muskelverspannungen

    Muskelverspannungen kennt jeder Mensch und kann diese auch beschreiben und erklären. Unsere verspannte Muskulatur ist schmerzhaft, steif und unbeweglich. Vielleicht nehme ich meine Verspannungen auch nicht bewusst war, sondern bemerke erst den Unterschied zu einer lockeren Muskulatur, zum Beispiel nach einer Massage.


    Auch unser Vierbeiner hat Muskelverspannungen. Entstanden durch psychischen Stress, Erkrankungen der Gelenke oder der Wirbelsäule, Fehl- oder Überbelastung, falsch eingesetzte Halsbänder und Geschirre, Erkrankungen innerer Organe und vieles mehr. Sie sehen, Muskelverspannungen treten nicht nur bei Hunden mit Skeletterkrankungen auf, sondern können die vielfältigsten Ursachen haben.


    Auslöser ist zumeist ein Schmerz in einem Bereich des Körpers. Die normale Reaktion des Körpers - die unbewusst abläuft - ist ein Anspannen der Muskulatur. Dadurch versucht der Körper diesen Bereich zu schützen und zu stabilisieren. Diese dauerhaften Anspannungen haben Muskelverspannungen und -erhärtungen zur Folge.


    Weiterhin kommt es mit der Zeit zu einer Verkürzung der Muskulatur und damit zu muskelbedingten Gelenkbeweglichkeits-Einschränkungen. Diese verkürzte und verspannte Muskulatur und die Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit bewirken erneut Schmerzen. Ein gefährlicher Kreislauf entsteht. Diesen nennt man Teufelskreis (Circulus vitiosus: der »Teufelskreis«, bei dem sich mehrere Störungen gegenseitig ungünstig beeinflussen).



    Es ist jetzt sehr wichtig, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Dies ist einmal durch Schmerzmedikamente möglich, aber auch durch physiotherapeutische Maßnahmen wie Massagen und manuelle Therapien zur Schmerzreduktion, Lockerung der Muskulatur und Erweiterung der Gelenkbeweglichkeit.


    Wie fühlt sich solch ein verspannter Muskel an? Ein gesunder Muskel ist nicht schmerzhaft bei Verwindung und bei einem festen Umgreifen, und ist frei verschiebbar gegenüber dem umliegenden Gewebe.


    Ein verspannter Muskel ist schmerzhaft bei fester Berührung und Verwindung, er ist verhärtet und besitzt eine erhöhte Muskelspannung. Tastet man tief in der Muskulatur des Hundes, erfühlt man strangartige Sehnen, die sich wie gespannte Gitarrensaiten anfühlen. Weiterhin können gegebenenfalls kleine kugelige Verhärtungen tastbar sein. Diese finden sich häufig in der Muskulatur neben der Wirbelsäule und fühlen sich wie körnige Kieselsteine an.


    Bewegungseinschränkungen entstehen durch verspannte und verkürzte Muskulatur und auch durch Erkrankungen des Gelenkes. Ein Gelenk mit einer degenerativen Gelenkserkrankung (Arthrose) ist durch die Veränderungen eingeschränkt beweglich.


    Zur Verdeutlichung der Entstehung von Muskelverspannungen habe ich ein Beispiel eines Hundes aufgezeigt, der an einer Skeletterkrankung leidet.



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    Hunde mit einer Gelenkerkrankung lahmen meist unmerklich über eine lange Zeit hinweg. Dadurch entstehen Ausweichmechanismen, die nicht nur eine Verspannung im betroffenen Bereich, sondern im gesamten Wirbelsäulen - Schulter / Nacken - und Beinmuskelbereich entstehen lassen.



    Wichtig ist auch, den Körper als Ganzes zu sehen und entsprechend zu behandeln. Die Muskelverspannungen sind nicht ausschließlich im betroffenen Körperteil zu finden. Vielleicht hilft hier zur besseren Vorstellung ein Beispiel aus dem humanen Bereich.



    Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihren kleinen Zeh gebrochen und müssen den betroffenen Fuß entlasten. Somit entsteht ein Hinkmechanismus, der Ihnen wahrscheinlich Spannungsschmerz bis hinauf in die Lendenwirbelsäule/Schulter-Nackenbereich bringt. So ist es nun auch beim Hund. Schon die winzigste Spur einer Lahmheit wirkt sich auf das gesamte Skelett aus.



    Hunde mit einer Gelenkerkrankung lahmen meist unmerklich über eine lange Zeit hinweg. Dadurch entstehen Ausweichmechanismen, die nicht nur eine Verspannung in dem betroffenen Bereich, sondern im gesamten Wirbelsäulen - Schulter/Nacken -und Beinmuskelbereich entstehen lassen.



    Nicht immer einfach ist es Schmerzen meines Hundes zu erkennen. Unser Vierbeiner kann ja leider nicht verbal mitteilen, ob oder wo er Schmerzen hat.


    Auch die Intensität des Schmerzes ist individuell unterschiedlich. Schmerzfreiheit ist gleichbedeutend mit Lebensqualität.


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    Kontakt: Deutsche Ausbildungsstätten für Hundekrankengymnastik www.dahp.de



    Nächste Folge: Schmerzformen, Erkennung des Schmerzes


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    © bei der Autorin 8/2003