Ablaufplan für die ersten Tage mit dem Welpen
Die Vorbereitung zum Abholen
Der Welpe bekommt beim letzten Besuch eine, seine künftige Liegedecke beim Züchter hinterlassen, damit sich der Kleine, durchaus der ganze Wurf mal geruchsmässig verewigen kann und vertraute Gerüche hinterlässt. Der Welpe wird mindestens drei Stunden vorher nicht mehr gefüttert, eine Stunde vorher kein Wasser mehr, damit er sich im Auto nicht gleich in die Hosen machen muss, was Stress verursacht. Er muss sich vor Antritt der Fahrt entleert haben können. Ein guter Züchter gewöhnt den Wurf oder einzelne Welpen schon vorher an das Autofahren und sogar an eine leichte Leine. Und einen Futterplan mit den ersten Rationen gibt er auch mit.
Der Transport, die Gewöhnung ans Auto und den neuen Aufenthaltsplatz im AutoAusgiebig und in aller Ruhe das Auto "zeigen", also beschnuppern lassen, mit ruhigen Kommentaren begleiten, damit der Welpe Vertrauen fast zu dem Ding, in dem er gleich eine zeitlang verbringen muss. Er darf dabei aber nicht ein einziges Mal in den Sitzraum der menschlichen Passagiere, damit er sich nicht umgewöhnen muss an seinen ständigen und einzig richtigen, nämlich vor Aufprall und Stürzen sicheren Platz. Nicht nur wegen der Hunde-Haftpflichtversicherung.
Dazu nimmt man beim letzten Besuch des Züchters eine Decke mit, in der er dann beim Einsteigen in den Hundeplatz seinen vertrauten Geruch wiederfindet. Alles soll dazu dienen, ihm den völlig
neuen Aufenthalt angenehm zu machen. Damit er künftig gern Auto fährt und dies nicht als Stress empfindet.
Immer zu zweit abholen. Denn nun steigt eine Person zu ihm in den Laderaum, und kann ihn so
beschäftigen/ablenken. Dann erst wird der Wagen angelassen. Er muss sich auch an diese neuen Geräusche und Gerüche gewöhnen. Die Ablenkung einer Person hilft dem Welpen, in keine Panik zu verfallen, wenn sich seine neue Hundehütte bewegt. Und gleich in die erste Kurve. Er wird bald
lernen, sich dagegen zu stemmen. Profis ahnen sogar den Kurvenverlauf voraus (weil sie immer auf den Verkehr nach vorn gucken) und stellen sich drauf ein.) Gewöhnung ist alles.
Das erste Ziel, bei dem das Auto anhält und er raus darf, das wird er sich als angenehm oder unangenehm einprägen: Sie haben die Wahl zwischen Wald, Wiesenblumen oder dem antiseptischen Geruch der Tierarzt-Praxis oder den Benzindüften und Glasscherben auf Autobahn-Raststätten.
Die Fahrt, die Pausen und das ZielKünftig wird der Pilot (der kein Angeber und kein Anfänger sein darf) fahren wie mit einem Krankentransporter, soll der Hund Autofahren nicht zum Kotzen finden. Also ruckfrei, keine überflüssigen Beschleunigungs- und Notbremsungsmanöver. Pferdetransport-Gespann-Fahrer wissen dies. Tiere müssen sich auf dieses Verhalten erst gewöhnen, wie Sie bei der ersten Fahrstunde.
Dehnen Sie die erste Etappe nicht über eine Stunde hinaus. Nichts ist rückfälliger, als das Wasserlassen und gar den ersten Durchfall im Auto zu haben. Dem Welpen, der von seiner Mutter ständig entsorgt wurde und sein Lager sauber hielt, ist das "peinlich". Er fühlt sich unwohl im eigenen Dreck. Also frühzeitig in ein entlegenes Waldstück oder eine Wiese, ohne jegliche Ablenkung oder gar Picknick-Glasscheiben am Boden, ohne Gestank einer Tankstelle; sondern richtig angenehm.
Der Welpe wird noch im Auto angeleint! Sonst gibt es den ersten Stress mit Geschrei und der Welpe flitzt davon! Also genau das, was in der Erziehung für einen Monat zurückwirft. Alle Anfangsfehler gleich in einer halben Stunde. Vielleicht sitzt er sogar ab, reiner Zufall, während Sie ihn mit ruhigen Worten geduldig und ohne Gezerre anleinen. Dann loben Sie ihn gleich dazu. Das Halsband darf nicht über den Kopf rutschen! Es soll ihn natürlich auch nicht würgen.
Nicht unkontrolliert springen lassen, sondern herausheben, wenn die Ladekantenhöhe des Autos höher ist als er selbst. Also meist. Denn sein Knochenbau und seinen Bänder und Sehnen sind noch alles andere als stark genug, um solche Sprünge ohne späteren Schaden zu überstehen. Dann sofort auf den Boden setzen!
Ziehen Sie ihn von Anfang an nie! Und vor allem darf nicht jeder an ihm dran herumzerren!
Nun lassen Sie ihm die Zeit, sich umzusehen und zu schnuppern, keine Eile! Kein Stress. Unter Stress kann niemand sein Geschäft verrichten. Oder er wird gleich zu Anfang ein nervöser Typ.
Passen Sie auf, wohin er latscht und riecht! Bei Hundekot mit Verbotshörzeichen "Nein" wegziehen, aber nur kurz. Dann die Leine wieder locker lassen, damit ihm die Leine nicht als Folterinstrument bekannt wird. Eine angespannte Leine spannt den Hund an, eine lockere macht den Hund locker. Die Leine ist nämlich die Verlängerung von Ihnen.
Dann wieder reinheben. Die meisten Autos, beziehungsweise der Ladekantenhöhe sind noch Gift für den jungen Muskel- und Knochenbau. Er schafft es sowieso nicht. Er soll sich auch beim Reinklettern nicht gleich verletzen. Wäre wieder ein Rückschlag bis zu dem Zeitpunkt, wo sie glauben, er packt es, er will selber rein. Drinnen wieder loben, vielleicht ein Leckerle als Belohnung. Und dann die Heckklappe zuschlagen, damit seine Rute gequetscht wird? Aha. Ruhig und sicher zudrücken, währenddessen den Hund beruhigen, denn diese Klappe ist für ihn so gewaltig, wie es ein Riesenzugtor einer mittelalterlichen Burg für sie als Kind wäre.
Zu Hause werden keine Besuche empfangen, auch und vor allem nicht der Kindergarten der Nachbarn oder verknuddelnde Tanten und nicht der Hund des Nachbarn. Der junge Hund ist sowieso gestresst. Zu viel Informationen an diesem Tag. Ruhe! Er muss sofort auf sein neues Klo geführt werden! Damit da nicht gleich das nächste Zuordnungsproblem auftaucht und sich niederlässt.
In seinem Garten darf er dann schnüffeln, bis ihm die Luft ausgeht. Sein Revier! Passen Sie auf seine unruhigen Beschnupperungen am Boden auf. Er sucht. Er sucht seine Duftmarken und die seiner Welpengeschwister oder seiner Mutter. Dieses Hinweisschild "Hier ist Euer Klo" ist aber nicht da. Alles klinisch rein. Er muss aber dringend. Beruhigen Sie ihn mit ein paar Worten, womit aber kein nervöses Zuquatschen gemeint ist. Dann, wenn er sich krümmt, oder sich mit dem Heck ablässt, dann loben Sie ihn mit Worten über den - grün gewesenen - Klee und streicheln ihn. Er weiss dann, so etwa nach fünf, sechs Tagen der konsequenten Wiederholung, und nach korrigierenden Rückschlägen, hier ist mein Klo, hier darf ichs machen. Es liegt an Ihrer Konsequenz, wie schnell Sie und Ihre Familienmitglieder das hinkriegen. Sagen Sie nie: der Hund macht hin, wo er will! Ihm wurde ein neues Klo vor die Tür gesetzt. Er lernt schneller, als Sie glauben, wenn Sie es ihm logisch zeigen. Er wird nie gestraft, wenn es nicht gleich klappt, oder wenn er sich im Spiel vergisst. Das tun viele Welpen noch - wie auch Menschenkinder. Aber die haben Windeln haben - schon vergessen? Wenn er am falschen Ort ansetzt, sofort am Kragen hochnehmen, dann tritt eine biologisch-automatische Tragestarre ein, damit er sich nicht durch Zappeln verletzt, und ein deutliches, also kein gutgemeintes "Nein" dazu, damit er sich dieses Verbots-Hörzeichen gleich einprägt. Dann wird er auf sein Freiluft-Klo geführt, dort wird gewartet, bis er ansetzt, das Wasser zu lassen, dann wird er gelobt. So ist es logisch.
Und wenn es doch mal passiert, und das wird es, nie schütteln, das versteht der Welpe als
totschütteln. Und das wollten Sie nicht, oder? Setzen Sie ihn dorthin ab, wo er machen soll.
Bei Erfolg loben. So prägt er sich das ein.
Pfützen und Festeres werden danach mit Sagrotan oder einem ähnlichen Mittel, einem für
Lebewesen ungiftigen natürlich!, gereinigt und - das ist für die Erziehung wichtiger, von seinem falsch gesetzten Hinweisschild befreit. Er soll seinen Geruch hier nicht wiedererkennen. Denn dies würde bedeuten, hier war mein Klo, hier darf ich es.
Wiederholung und Konsequenz machen den Erfolg.
Und dann ist erst mal Ruhe, wenn er seinen Rückzugsplatz gefunden hat. Schliesslich sind Sie nun auch fix und foxi. Im Übrigen wird der Hund, und sei er noch so niedlich, ausser dem Blitztransport zum richtigen Hundeklo, nie getragen! Er ist ein Lauftier und nicht krank! Nur ins Auto, anfangs keine Treppen, vor allem keine glatten und durchsichtigen, da kann er auf den Arm genommen werden.
Aber wie richtig tragen? Eine Hand unter den Brustkorb und Hals, die andere unter das Gesäss schieben. Kinder tragen den Hund nicht, denn sie könnten ihn fallen lassen. Nicht, dass sie der Hund was täte, aber es macht ihm das Tragen nicht angenehmer. Er ist kein Teddybär, kein Spielzeug!
Hunger, Müdigkeit oder Spiel, alles auf einmalAnstrengend, das alles, was wir ihm zumuten. Er hat sich das alles nicht ausgesucht, sondern wir ihn! Also machen wir es ihm angenehm. Aber nicht bequem. Er muss nun in den nächsten Wochen die neue Hausordnung kennenlernen. Er wird sich es bequem machen wollen.
Zunächst hat er aber einfach einen Bärenhunger. Es sei denn, Sie haben ihn schon so gestresst, dass ihm das Fressen vergangen ist. Oder er ist zu müde. Erst mal ne Runde poofen. Sie geben ihm in seine Schüssel die Portion, die Ihnen der Züchter als Übergangsration aufgeschrieben hat. Und zunächst das selbe Futter. Es gibt Züchter, die sparen am Futter. Erkundigen Sie sich, welche Futter wirklich nahrhaft sind für den Welpen. Das gibt es grosse Unterschiede, und jeder weiss es noch besser. Fragen Sie einfach den Tierarzt. Wenn Sie wechseln wollen, machen Sie dies nicht auf einmal, sondern setzen vom neuen Futter immer ein bisschen mehr zu, damit sich sein Magen und seine Nase umstellt.
Hat er zügig gefressen, nehmen sie die Schüssel weg, säubern sie, damit er nicht nachschleckt, und stellen sie wieder hin. Es gibt nichts mehr. Zu Anfang bekommt er sowieso drei Mal am Tag. Sie können es sich organisieren, dass er wirklich innerhalb einer Viertelstunde auffrisst und nicht herumschleckt. Wenn er aufhört und nur noch nascht, nehmen Sie die Schüssel weg. Basta. So wird er lernen, seine Portion zügig zu fressen und nicht schleckig zu werden. So zieht man sich alle Kinder.
Die meisten Welpen sollten nicht unter acht, aber auch nicht über elf Wochen abgegeben werden. Die wichtige Prägephase gilt für alle jungen Hunde zwischen der fünften und zwölften Lebenswoche.
Richtschnur: Bis zu etwa dem vierten Monat sollte man die Schlinger dreimal am Tag füttern. Danach auf zweimal reduzieren. Die Futtermenge und die -sorten wird der Züchter mitteilen. Man muss aber nicht jedem Züchter glauben. Dabei werden auch noch viele alte Zöpfe gepredigt. Knochen und Milch sind tabu. Im Zweifel den Tierarzt fragen. Auch für die Aufzucht der Welpen sollte in keinem Fall mehr als 28 Prozent Rohproteinen gegeben werden. Immer mehr Hersteller begreifen, dass hier nicht viel gleich gesund ist. Es gibt beim benötigten Calcium-Haushalt eine Über- und eine Unterversorgung. Zusatzfutter halte ich nur in Ausnahmefällen für erforderlich. Meist ist es bloss Geldmacherei.
Bekommt er Trockenfutter, muss ihm stets frisches Wasser gereicht werden. Die Brocken sollten nicht zu dick sein, damit er sich nicht zu hastig verschluckt. Zu hart auch nicht, seine Milch-Zähne sind noch locker. Trockenfutter kann man etwas vorher einweichen. Lassen Sie ihn während des Fressens in Ruhe. Aber jedes Familienmitglied soll, nachdem er die Schüssel ausgeschleckt hat, die Schüssel wegnehmen, ohne dass er knurrt. Das wird sofort und strikt unterbunden. Mit einem Verbotshörzeichen "Nein"! Damit das nicht einreisst.
Knochen verstopfen erstens nur, zweitens ist das keine Mahlzeit, wie man heute besser weiss, drittens sind seine zwar spitzen, aber weichen Zähne nicht für solche Dinger geschaffen. Erst wenn sie gewechselt sind und fest sitzen sollen, dann braucht er Nageersatz in Form von Büffelhautknochen. Vorher braucht er andere verdauliche Gegenstände, an denen er herumnagen kann - statt an Händen, antiken Möbelfüssen, Handbesen oder giftigen Putzmittelflaschen. Oder Schuhe.
Alle für ihn erreichbaren Haushalts-Reinigungsmittel sind sicherzustellen.
An den spitzen Zähnen darf sich auch nichts einhängen oder daran gezogen werden, das gibt eine Fehlstellung des Gebisses, wenn nicht gar ein Zahn rausreisst.
Nach dem Fressen wird er automatisch nach draussen ans Klo geführt. So können Sie es sich organisieren, dass Sie wissen, wann er muss und wann nicht. Danach ist Ruhe.
Es sei denn, er ist saugut drauf und will spielen. Fordern Sie ihn nach dem Fressen aber nie zum Spiel auf, geben Sie auch seiner Spielaufforderung nach dem Fressen nie nach. Wenn in einigen Ratgebern aber geschrieben wird, Welpen sollen nach dem Fressen drei Stunden ruhen, dann müssen diese Welpen entweder Valium im Fressen haben oder festgebunden werden. Das ist lächerlich. Aber man soll sie nach dem Fressen - mit vollem Bauch arbeitet niemand und treibt niemand Sport - nicht fordern.
Wo hinlegen, wo schlafen, wo sind seine Geschwister?Das wird ein Drama: Irgendwann wird der Kleine seine Geschwister vermissen, nachdem er müde geworden ist. Er sucht die Körperwärme seiner Geschwister. Aber wo hinlegen?
Legen Sie sich zu ihm auf den Boden, oder besser gleich auf seinen zugfreien, nicht an den vielfrequentierten Plätzen, sondern an seinem Rückzugsraum. Das kann für die ersten Tage zur Eingewöhnung ein Platz neben Ihrem Bett sein. Nie im Bett! Das Bett, überhaupt Ihre Plätze sind für den Welpen von Anfang an tabu. In einer intakten Hundefamilie würde sich ein rangniederer Hund nie erlauben, sich auch nur entfernt in die Nähe des Rudelführers zu legen. Wenn, dann lässt sich schon mal der Rudelführer zu ihm hernieder. Aber nur als Fürsorglichkeit. Der Hund will auch nicht auf oder ins Bett, sondern auf den Rang (Thron) des Bosses. Ob das ein warmes Bett ist, ist ihm zunächst egal. Die meisten Leute lügen sich an, wenn sie glauben, der Hund wolle zu Ihnen. Nein, der will nur das, was er kriegen kann. Also, runter vom Bett. Und wenn es 20mal sein muss. Er ist hartnäckig. Aber er darf am Bett schlafen, wenigstens für die erste Nacht. Weil ihm die Sehnsucht zu seinen Geschwistern zum Heulen ist. Das ist Gruppenkontaktheulen. Eine soziale Singstunde. Er braucht Körperkontakt.
Ich habe meine Hündin nicht in ihr neben meinem Bett bereit gestellten Körbchen (es tuts auch eine nicht zu flauschige Decke) gelegt, als nach dem letzten Entleeren Schlaf angesagt war - sie ging selber rein. Sie brauchte etwa eine Stunde, bis sie die richtige Schlafposition fand. Ich hielt ihr eine Hand von mir hin, damit sie Kontakt halten kann. Ich ersetzte also leidlich den Kontakt zu ihren verlorenen Geschwistern. Ich weiss nicht, ob ich oder sie eher eingeschlafen bin. Ich vermute: sie. Das Riesenbaby legte sich noch mit vier Monaten ins Körbchen, obwohl sie ihre langen Haxen nicht mehr unterbringen konnte. Da ging sie endlich raus aus dem Kinderbett und legte sich auf die Decke.
Will der Welpe raus und rauf auf das Bett - also zu Ihnen - dann hilft nur eiserne, geradezu ermüdende Konsequenz: "Nein". Runter, Hand auf den warmen kleinen Körper legen, über die Kruppe oder noch besser mit dem Finger leicht und zart über die Stirn (Jargon: Stop) streichen. Das beruhigt. Ihre Hand schläft ein. Alles ist gut.
Der erste Ausgang und die ÜberforderungRuhig spazieren gehen ist was anderes. Aber niemals Stress ausüben. Lassen Sie ihn neugierig sein. Lassen Sie ihn unten laufen, da, wo er hingehört. Und Kontakt aufnehmen zu anderen Hunden, wenn Sie deren Halter als sozial kennen! Schlechte Erfahrungen wird man nicht vermeiden können, soll man auch nicht, aber nicht gerade den guten vorziehen.
Die ersten Spaziergänge sollten eine Viertelstunde nie überschreiten. Überforderung ist krankheitsfördernd. Konnten Sie mit - sagen wir mal - einem Jahr schon einen 5 000-Meter-Lauf hinlegen?
Welpen schlafen in den ersten Wochen noch viel. Aber nie so viel, dass Sie nicht restlos bedient sein würden. Aber ihn in seinem körperlichen und psychischen Wachstum entwickeln zu sehen, ist ein Vergnügen, das nicht zu ersetzen ist und viel zu schnell vor sich geht.
Sie haben die Entwicklung, was aus ihm wird, in der Hand. Sie übernehmen den acht bis zehn Wochen alten Welpen, sofern er schon beim Züchter verantwortungsvoll auf Menschen und Umgebung geprägt wurde, für weitere zwei Wochen in der entscheidenden Prägephase.
Nützen Sie diese Zeit. Zeigen Sie ihm seine und Ihre Umwelt. So wird er mit Ihnen selbstsicher. Unnötig zu sagen, dass man für die Eingewöhnung des Welpen ohnehin Urlaub nimmt. Denn diese Zeit ist erstens Aktiv-Urlaub und zweitens ein Gewinn für die spätere Entwicklung. Wer jedoch zu wenig Zeit für einen Hund hat, und es kommt nie auf die Körpergrösse des Hundes an, der möge Tierfreund bleiben und so lange auf einen verzichten.
Er will lernen - mit IhnenBesuchen Sie mit ihm eine Welpenschule. Er lernt den Sozialkontakt und vor allem die Rangordnung mit anderen Hunden. Und sie lernen mit ihm. Solche Kontakte entscheiden über seinen Charakter ganz erheblich, ob daraus ein Angstbeisser wird oder ein Souverän.
Welpe ist der Hund, bis er seine Zähne wechselt, das ist je nach Entwicklung verschieden, aber meist nicht vor dem vierten Monat. Spätestens zum sechsten Monat sind die spitzen Beisserchen endlich ersetzt und hoffentlich vollzählig. Dann ist er kein Welpe mehr, er wird Junghund.
Denn dieser Beitrag war nur eine Anleitung für die ersten glücklichen, aber erschöpfenden Schritte. Ein Hund, der nichts lernen darf, bleibt ein dummer Hund. Spielen ist ein entscheidende Vorstufe. Spielen ist Lernen zum Überleben. Und spielen Sie mit ihm, lassen Sie ihn dabei nicht allein, denn beim Spielen, sogar dem Anpfiff und der Beendigung, da fängt der Kindergarten-Unterricht schon an.
Hier zeigt es sich schon, wer der wahre Herr im Haus ist. Denn die Rangordnung ist eines der wichtigsten Regeln für das streng ordnungsliebende Gesellschaftstier Hund. Er muss nun in seinen Rang eingeordnet werden. Von Unterordnung gleich Unterdrückung spricht niemand, der einen selbstsicheren Hund will. Nur einen devoten Soldaten. Er muss die Regeln kennen lernen.
Ein eingeordneter Hund ist immer auch ein zufriedener.
Man darf sich nicht davon abhalten lassen, dass er ja noch so klein und so süss sei. Er wird Ihnen dann bald zeigen, was er davon hält. Er ist ja nicht doof. Wer ihn jedoch für doof hält, ist selber ...
Strafen?Bitte bei Hunden nicht militant werden! Strafen kennen Tiere untereinander auch nicht. Sie weisen sich und andere zurecht.
Die brutalste Strafe für Hunde - vor allem für Welpen - ist die Isolation von der Umwelt einschliesslich Menschen; die zweithärteste ist Trennung aus dem Rudel (ein-, meist ausschliesslich Menschen). Korrekturen im Hundesinne sind: Aus dem Spielplatz entfernen, Überschnauzenpacken. Korrekte Verbotshörzeichen ("Nein!", am besten leicht geknurrt ("Nnnaaa!"). Und immer unmittelbar, noch besser im Ansatz der "Untat". Zu spätes "Strafen" verwirrt den Hund, er verknüpft es nicht mehr mit dem Verbot. Am besten, man schaut sich das bei den Hundeeltern ab. Die können das.
Spielen lernenNoch einmal, auch wenn es langweilt, aber da wir Menschen kaum mehr spielen können, oder es durften: Spielen ist Anleitung zum Leben - bei Wildtieren: Überleben.
Spielen ist nicht bloss Herumalbern. Etwas spielend beigebracht zu bekommen, ist nach wie vor die beste pädagogische Methode. Im Spiel kann der Welpe lernen, was zu weit geht, wer der Stärkere ist und der Schwächere. Gute Pädagogen unter erwachsenen Hunden lassen es zu, dass auch mal der Welpe "oben auf" ist, sie, die wirklich überlegenen, unterwerfen sich schon mal, damit der Welpe selbstsicher wird. Das wird bei den meisten jungen Hunden bei schwachen Erziehern, Dresseuren, heute noch falsch gemacht. Der Welpe bekommt nie das Gefühl, wie stark er sein kann. So werden Angstbeisser erzogen. Aber zum Schluss eines Raufspiels müssen immer Sie als "Sieger" hervorgehen. Damit klar bleibt, wer der Boss ist.
Mein im Rang eindeutig höher stehender Rüde, obwohl kleiner als die Hündin, wirft sich heute noch im Raufspiel mit der ohnehin sehr dominanten Hündin auf den Rücken, bietet ihr die Kehle, nur zum Schein, um zu zeigen: Ich kann es mir leisten, sie wird wohl noch wissen, wer hier der Boss ist. Wenn sie die spielerische Schwäche ausnützen würde, würde er ihr den Frack versohlen.
Es sind ganz einfache Spielregeln, die ein junger Hund lernen kann. Aber sie sind ungeheuer konsequent und streng. Bei Hunden gibt es kein Wenn und Aber. Keine Unentschiedenheit. Psychisch starke Hunde nützen jede Schwäche, die sich ihnen im Ernstfall bietet, gnadenlos aus. Das wird aber bereits im Rudel unter verschieden alten Tieren erprobt.
Wenn ein Welpe, wie meist der Fall, keinen erfahrenen Hund als direkten Rudelgenossen zur Verfügung hat, dann müssen die menschlichen Rudelmitglieder diesen Lehrkörper darstellen. Und mit Körper meine ich wirklich die ausgeprägte Körpersprache, zu denen eben nur gesellschaftstüchtige Tiere fähig sind. Sie müssen sich anderen mitteilen. Damit der andere versteht, was gemeint ist, was man will oder nicht.
Dazu gehören Bestätigung und Verbot, Vermeiden und Vortäuschen (Imponieren). Fürs erste genügt, weil der überglückliche Mensch zu viel zu tun hat mit dem Glücklichsein und Beobachten, dass man dem Welpen die menschlichen Hände langsam entzieht. Sie sind fortan - auch wenn es schwerfällt, andererseits wiederum nicht, weil die Zähnchen ekelhaft spitz sind wie bei Katzen - keine Spielzeuge mehr. Hände müssen immer etwas Gutes für den Hund bedeuten. Er würde fürchterlich verwirrt, wenn ihn die Hand, die ihn versorgt, auch streichelt, plötzlich zu einer Waffe würde. Hunde machen dies ehrlicher. Sie können als erfahrene Tiere mit ihrem Multifunktionswerkzeug Gebiss sehr sensibel umgehen. Aber das und noch viel mehr muss der Welpe erst noch lernen. Seinen Beissdrang kann man mit geeigneten Spielzeugen (kein Plastik) befriedigen. Er muss sich ja nun anderweitig beschäftigen, weil die Geschwister nicht mehr da sind, mit denen man sich messen kann, bei denen man Nestwärme vorfindet.
Sie sind für ihn nicht Welpe, sie sind Rudelführer! Wenn Sie diese Rolle abgeben, wird er sie bald übernehmen, und Sie merken es später. Er nimmt sich nur, was er kriegen kann.
Sie fangen sofort damit an, ein Spiel anzupfeifen, und es auch zu beenden: vom Boden wieder aufstehen und Spielzeug wegstellen. Sie bestimmen fortan die Regeln. So stellen Sie klar, wer hier der Boss ist. (Hier dürfen Sie es endlich sein, also tun Sie es.)
Das geht alles ohne Gewalt. Haben Sie schon mal gesehen, wie ein Hund einen Welpen zurechtweist? Dazu braucht er keine Zeitung, keinen Stock, sondern den Überschnauzengriff.
Ich habe meine Welpen auch mal über den Fang gebissen, nicht zugebissen, nur gepackt, weil dies auch die Elterntiere so machen. Der Überschnauzenbiss kann später mit einem Überschnauzengriff mit der Hand ersetzt werden. Das verstehen die Hunde sofort.
Und ein "Pfui", haben Sie das schon von einer Hundemutter gehört? Eben. Ich knurre meine Hunde heute noch an, tief grollend, ich zeige meine noch vorhandenen Zähne. Die Hunde verstehen. (Sie tun wenigstens so.)
Seien Sie ein Souverän gegenüber ihrem Hund, spielen Sie mit ihm, aber nie gegen ihn.
Höhere Lebewesen lernen früh und schnell. Also keine Ausreden Ihrerseits. Sie können dem Welpen schon in den ersten Tagen beibringen, dass er gemeint ist, wenn Sie seinen Namen rufen. Dazu klatschen Sie in die Hände, um durch dieses Geräusch seine Aufmerksamkeit zu erregen, und als Signal, dass es von Ihnen ausgeht, und sagen dazu seinen Namen. Kommt er dann auch noch rein zufällig zu Ihnen, verknüpfen Sie dies sofort mit einem "Hier". Wunderbar! Er hat Ihr Hörzeichen mit der Umsetzung verknüpft. Die Verknüpfung zum richtigen Zeitpunkt ist das Geheimnis der Ausbildung.
Und wenn Sie ihn unmittelbar danach loben und belohnen, haben Sie das Prinzip des Lehrens
begriffen.
Sitzt er dann auch noch vor Ihnen ab, wiederholen Sie den Ablauf mit einem "Sitz", wenn er sich
gerade - noch zufällig - in diese Haltung bewegt.
Noch schöner, ist ja fast die halbe Grundausbildung! Weil Sie es begriffen haben, wie man Hunden etwas biologisch beibringt. Denn die Verknüpfung zum richtigen Zeitpunkt ist das Geheimnis der
Ausbildung. Fürs erste. Denn nur die - auch für den Welpen - verständliche Wiederholung bestätigt und speichert ab.
Ich will hier Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt nicht ins Handwerk pfuschen, aber wir ziehen hier alle an einem Strang.
Ich hoffe sehr, dass der Züchter seiner Pflicht nachgekommen ist, und zeitgerecht durchgeimpft und entwurmt hat, so weit das Abgabealter es gebietet.
Darmparasiten sind gefährlich. Vor allem der Fuchsbandwurm. Eine ausreichende Behandlung ist auch zum Schutz der Menschen wichtig, wenn sie in Kontakt mit Hunden kommen, vor allem mit Welpen. Spulwürmer sind vor allem für Welpen schwierig. Bei trächtigen Hündinnen werden Larven in der Muskulator erweckt, die sich bei einem früheren Befall dort eingenistet haben. Die Larven wandern in die Milchdrüse und den Uterus und infizieren so die ungeborenen Welpen. Nur der Hundebandwurm ist für den Menschen nicht gefährlich. Er wird durch Flöhe übertragen.
Für trächtige und säugende Hündinnen und ihren Nachwuchs ist eine mehrmalige Entwurmung im zweiwöchigen Abstand erforderlich. Am besten ist die erste Entwurmung der Welpen in der zweiten Lebenswoche und danach alle zwei Wochen, bis sie drei Monate alt sind. Anfangs soll die Mutter mitentwurmt werden. Später genügt eine Behandlung alle drei Monate, bis der Hund ein Jahr alt ist. Danach genügt eine halbjährliche Entwurmung. Die (weiteren) Entwurmungs-Termine sind jeweils eine Woche vor der jährlichen Impfung zu legen.
Ihr Tierarzt wird das weitere Vorgehen und mit Ihnen über die fortlaufenden Impfungen sprechen.
Lassen Sie den Kot mehrmals analysieren.
Wenn der Welpe im Frühjahr abgeholt wird, ist gleichzeitig mit den ersten Ausflügen auch die Zeckenzeit angesagt. Es ist alles andere als Nachsicht geboten. Zecken können sogar lebensgefährliche Krankheiten übertragen. Ein Halsbändchen als "Schutz"? Vergessen Sie es. Das war mal, als noch gar nichts gegen Zeckenbisse auf dem Markt war. Sie wirkten kaum. Heute gibt es besseres. Fragen Sie auch hier Ihren Tierarzt.
Eine Anfrage bei den renommierten Tierkliniken der Universitäten Hannover und Giessen zum Verdacht, dass Wurmmittel wie Drontal plus oder Anti-Zecken-Mittel wie ExSpot in ursächlichen Zusammenhang mit epileptischen Krampfanfällen zu bringen sind, ergab, dass beiden Kliniken darüber nichts bekannt ist.
Der Tierarzt wird den Hund beim ersten Besuch auch gründlich untersuchen. Aber machen Sie diesen aufregenden Besuch nicht gleich nach dem Abholen vom Züchter, quasi auf dem Weg nach Hause, denn dann verknüpft der Welpe dies mit der unangenehmen Logik: Autofahren gleich Tierarztgeruch.
Warten Sie ab, bis sein Darm (nach der Umstellungs-Nervosität) sich beruhigt hat. Es sei denn, alles fliesst zu lange.
Für die erste Reise könnte der Tierarzt, fragen Sie vorher, Kohletabletten empfehlen, damit es nicht gleich dünn kommt. Der Züchter gibt diese Verdickung in seine letzte Fütterung.
Na dann, aufregende Zeiten!Halt! Nicht vergessen, den Welpen in einer Welpenschule anzumelden! Denn für die weitere Sozialentwicklung ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass der Welpe Kontakt mit allen Spiel(rauf)arten zu seinen Artgenossen erhält. Damit er gleich Rangordnungen und Sozialverhalten spielerisch kennenlernt. Sonst wird es später ernst.
Leider ist nicht jede Welpenschule auch biologisch geschult. Überforderungen, Leistungsdruck und Unterordnungsdressur sind für alle Hunde unverständlich. Also von den Haltern abzulehnen.
Selbst schlechte Welpenschulen sind besser als gar keine. Denn der Welpe braucht vor allem
Hundekontakt und Rangordnungsspiele. Dabei kann er auch an fremde Gegenstände; Geräusche und Menschen gewöhnt werden. Basis für seine spätere Entwicklung.


Bereiche
Für jeden veröffentlichten Artikel unterstützen wir das
Artikel im Bereich Hundewissen