• Kooperative Tests Teil 3

    Virtuelle Grundschule für Hundehalter und Hunde

    Kooperative Tests

    Teil 3 (und Schluss): Leistungstest statt "Begleithunde-Prüfung"

    Für Hunde ab 18 Monaten (bei Langsam-Entwicklern ab 24 Monaten)

    Die Leiter nehmen nach Ankunft des Teams die Angaben des Halters über seinen Hund auf (siehe gesondertes Blatt "Angaben des HH"). Diese Angaben (zum Beispiel über Unfallverletzungen) können die Bewertung beeinflussen.

    Für Sprach- oder Körperbehinderte werden die Zeichen entsprechend geändert.

    Die zehn Teile werden vor jedem Test neu gemischt, so dass sich kein Teilnehmer auf eine bestimmte Abfolge vorbereiten kann und seinen Hund "prüfungskonditioniert". Zweck der jeweils unterschiedlichen Ordnung ist es, das Team auf Selbstsicherheit in variabler Test-Reihenfolge zu prüfen.

    Dauer: Der Test dauert für jedes Team ca. 20 Minuten. Danach wird der Hund vom HH spielerisch aufgelockert, damit sich der Hund entspannt.

    Interne Wertung: Für jeden Prüfungsteil werden maximal 10 Punkte vergeben. Höchstpunktzahl: 100. Die Prüfung gilt als "bestanden", wenn mindestens 75 Punkte erreicht wurden. Fehler in den einzelnen Test-Teilen führen zu Punktabzügen. Die Testteile Punkt 6 bis 9 müssen vom Team in jedem Fall bestanden werden, wenn der HH an weiteren Tests ohne Unsicherheit seines Hundes teilnehmen will. Massgebend ist die Gesamt-Beurteilung beider Leiter.

    Wichtig: Jeder Test (auch ein nicht bestandener) muss für den Hund deutlich positiv aufgelöst (spielerisch aufgelockert) werden. Die Leiter geben dazu ein Zeichen, wann aufgelockert werden darf. (Zu frühes Auflockern bestätigt den Hund nicht und lässt keine Beurteilung zu.) Unterbleibt dies, wird dem Team je ein Punkt abgezogen.


    Einführung: Vor den Teams gehen die Leiter und die HH (ohne ihre Hunde) immer mit einem neutralen Hund (Vorlaufhund) den gesamten Parcours ab. Hier werden die Hundehalter(innen) und die Helfer von den Leitern eingewiesen. Die einzelnen Teststationen müssen (zum Beispiel mit Sägespänen) markiert sein, damit sie der HH erkennt.

    • 1. Verständnisteil auf dem Test-Platz
      • 1.1 Begrüssung des Teams:
        Der HH geht mit dem angeleinten Hund auf den Testplatz zu den Leitern und begrüsst sie. Der Hund muss sich in dieser Situation neutral oder freudig zu den Fremdpersonen verhalten. Der Tierarzt/die Tierärztin kontrolliert die Identifizierung des Hundes (elektronische Kennzeichnung oder Tätowiernummer) und nach Absprache mit dem HH das Gebiss.
        Eindeutig aggressives oder ängstliches Hunde-Verhalten führt zum Abbruch des gesamten Tests. Die Leiter dürfen den Hund nur nach Rücksprache mit dem HH streicheln. Wichtig ist nur, dass der Hund Vertrauen zu den Leitern erhält.
      • 1.2 Aufmerksamkeits-Spielen mit dem Hund:
        Nun soll der HH mit seinem Hund auf dem Platz spielen. Er kann dazu einen Gegenstand (Ball, Bringsel o. ä.) verwenden. Die Entscheidung, ob der HH den Hund ableint, bleibt dem HH überlassen. Der HH lockert den Hund auf.
        Nun geht der HH mit seinem Hund auf den Testparcours, der auf einem fremden Gelände aufgebaut sein muss. Dem Hund wird für den gesamten Parcours eine 10-Meter-Leine angelegt (1,5 Meter vom Hund entfernt befindet sich - als Hilfe für den HH - ein Knoten an der Leine). An diesem Knoten wird der Hund zunächst gehalten.
      • 1.3 Fremdbegegnungen:
        Zur Stresseinführung wird das Team (der Hund ist an kurzer, aber lockerer Leine - siehe 1.2 - zu führen) auf dem Weg zum Testparcours in sicherem Abstand (ca. 1,5 Meter) von einem angeleinten Hund mit Halter passiert. Dazu wird ein ruhiger Hund gewählt.
        Der Hund soll sich neutral bis gleichgültig verhalten. Er darf die Passanten nicht angehen, die Leine soll sich nicht straffen. Nächste Begegnungen im Abstand von mindestens fünf, höchstens zehn Minuten: Ein Radfahrer, ein Jogger und eine Frau mit Kinderwagen. Reagiert der Hund nervös, werden dem Team Punkte abgezogen; reagiert er aggressiv, wird er aus der Prüfung genommen.
      • 1.4 Unerschrockenheit:
        Der HH nimmt nun zur Sicherung die Leine am 10-Meter-Ende auf. Er führt seinen Hund aber am 1,5-Meter-Knoten (lockere Leine). Auf Zeichen des Leiters lässt der HH die Leine nur am 1,5-Meter-Knoten fallen.
        Ein Helfer (darf für den Hund nicht sichtbar sein) gibt auf Zeichen des Leiters in einem seitlichen Abstand von ca. 10 Meter zwei Schüsse (6 mm Schreckschuss) ab. Zeigt der Hund hier eindeutige Schreckhaftigkeit, Fluchttendenz (10-Meter-Leine strafft sich), oder deutliche Aggression gegen Menschen, wird der Test hier wegen zu grosser Belastung für den Hund abgebrochen. Ersatz: Aufgeblasene Plastiktüte platzen lassen.
        Der Leiter befindet über einen zweiten Versuch, wenn das Team wegen anderer Fremdeinwirkung nicht eindeutig beurteilt werden kann. Dabei soll der Hund auf jeden Fall freundlichen Kontakt zum Schützen, der aus seinem Versteck auf den Hund zugeht, aufnehmen.
      • 1.5 Fremdpersonen:
        Der Hund wird von einer Person festgehalten. In einer Entfernung zwischen 15 und 20 Schritt bildet eine Menschengruppe (mindestens sieben Personen) einen eng geschlossenen Kreis mit dem Rücken zum Hund.
        Der HH geht nun bewusst zügig durch diese Menschen hindurch. Dann dreht er sich um und ruft seinen Hund auf Zeichen des Leiters betont freudig ab. Befindet sich der Hund in einer Entfernung von ca. 5 Meter vor der Menschengruppe, dreht sich die Gruppe zum Hund um. Der Hund soll freudig und ohne Umschweife zum HH laufen.
      • 1.6 Fremdkörper:
        Nun geht das Team weiter. Im Abstand von 4 Metern sitzt seitlich eine menschenähnliche Puppe (ausgestopfter Overall mit Kopf und Schirmmütze) auf einem Stuhl oder einer Bank. Die Puppe darf erst sichtbar sein, wenn sich das Team auf gleicher Höhe mit der Puppe befindet (zum Beispiel hinter einem Busch o. ä. Verstecke).
        Zeigt der Hund hier eindeutige Fluchttendenz, oder ist er nicht innerhalb von 3 Minuten durch seinen HH an die Puppe heranzuführen, wird der Test hier abgebrochen.
        Dem HH ist erlaubt, den Hund durch beruhigende Stimme oder Belohnung zu unterstützen.
      • 1.7 Selbstsicherheit:
        Der Hund wird nun an einer dafür vorgesehenen Stelle festgemacht. Der HH begibt sich etwa drei Schritt vor seinen Hund (in Richtung des sich zivil verkleidenden Leiters - also ohne Hetzanzug) und bleibt dort stehen. Aus einer Entfernung von mindestens 40 Schritt "bedroht" ein Leiter den Hund nur durch eindeutig ernsthaften Blickkontakt und überdeutliche Körpersprache. Er geht nun bis auf 30 Schritt langsam auf den Hund zu und fixiert ihn.
        Der Hund soll sich eindeutig abwehrend verhalten. In jedem Fall zieht sich der bedrohende Leiter fluchtartig zurück, um dem Hund Sicherheit und Erfolg zu vermitteln.
        Der HH leitet seinen Hund in jedem Fall zum erfolgreichen Beuteverhalten an mit aggressions-entladenden Mitbringseln wie Beisswurst, Ball oder ähnlichen Dingen.
      • 1.8 Menschenfreundlichkeit:
        Nun geht der HH mit seinem Hund spielend in eine Menschengruppe (mindestens sieben Personen inklusive des Leiters).
        Hier muss der Hund zumindest Gutmütigkeit gegenüber allen Personen zeigen. Zeigt er eindeutige Aggressionen gegen Menschen, kann er die Prüfung nicht bestehen. Von einem Herdenschutzhund wird keine art-untypische Zutraulichkeit verlangt.
      • 1.9 Abschlussspiel: Zum Abschluss und zur Entspannung regt der HH den Hund mit Beisswurst oder anderen Lieblings-Spielzeugen an, so dass sich der Hund entspannt und die Übung als spielerische Beschäftigung abspeichert.
        Danach geht das Team - der Hund ist an der lockeren Leine - vom Platz und der HH schenkt seinem Hund die verdiente Ruhe. Erst damit ist der Test beendet.
    • 2. Verkehrsteil in einer Stadt Am Verkehrsteil können nur Teams teilnehmen, die den vorausgehenden Verständnisteil bestanden haben. Angaben des HH über den Hund: Die Leiter nehmen nach der Ankunft des Teams die Angaben des Halters über seinen Hund auf (siehe gesondertes Blatt "Angaben des HH"). Diese Angaben können die Bewertung beeinflussen.
      Interne Wertung: Höchstpunktzahl: 60. Der Verständnisteil gilt als bestanden, wenn mindestens 45 Punkte erreicht werden. Fehler in den einzelnen Testteilen führen zu Punktabzügen. Für das Bestehen des gesamten Verkehrsteils werden keine Punkte vergeben. Entscheidend hierfür ist das gesamte Verhalten des Hundes, während er sich im Verkehr bewegt. Der Hund muss vom HH nach jedem einzelnen Test deutlich spielerisch aufgelockert werden.
      Test-Bedingungen: Die Übungen sollen im öffentlichen Verkehrsraum (Strassen, Wege, Plätze) mit mässigem Verkehrsfluss durchgeführt werden. Der öffentliche Verkehr darf nicht beeinträchtigt werden. An dieser Übung nehmen nur die Teams teil. Es dürfen wegen der hohen Anforderung an einem Tag höchstens 10 Teams getestet werden.
      • 2.1 Führigkeit und Unbefangenheit:
        Auf Zeichen des Leiters läuft der HH mit seinem angeleinten Hund auf einem zugewiesenen Gehweg. Der Leiter folgt dem Team in angemessener Entfernung (Einwirkungsdistanz). Der Hund soll an hängender Leine locker mitgehen. Dem Fussgänger- und Fahrverkehr gegenüber soll sich der Hund passiv verhalten.
        Auf seinem Weg wird das Team von einer vorbeilaufenden Person (Helfer) passiert. Danach überholt ein Radfahrer (Helfer) auf dem Radweg oder der Fahrbahn das Team. Der Hund muss sich dabei zwischen Radfahrer und HH befinden. Im Vorbeifahren muss der Radfahrer ein Klingelzeichen geben. Dann kehrt das Team um, geht auf den Leiter zu, bleibt bei ihm stehen, begrüsst ihn und der HH unterhält sich mit ihm.
        Der Hund darf hierbei stehen, liegen oder sitzen, soll sich aber ruhig verhalten.
      • 2.2 Verhalten bei erschwerten Verkehrsverhältnissen: Auf Zeichen des Leiters bewegt sich der HH mit angeleintem Hund inmitten stärkeren Passantenverkehrs.
        Der HH soll zwischendurch zweimal halten. Beim ersten Mal soll sich der Hund auf Hörzeichen hin setzen. Beim zweiten Mal soll er auf entsprechendes Hörzeichen hin liegen.
        Dieselbe Übung findet nun an einer Stelle mit aussergewöhnlichen Geräuschen (vorüberfahrende Züge, Passieren einer Unter- oder Überführung bei Zugfahrten oder Strassenbahn) statt.
        Der Hund soll bei beiden Übungen seinem HH aufmerksam, freudig und unbeeindruckt folgen.
      • 2.3 Verhalten, allein gelassen/gegenüber Fremdhund:
        Der Leiter zeigt dem Team einen Gehweg einer mässig belebten Strasse. Auf ein Zeichen des Leiters hält der HH nach kurzer Strecke an und befestigt die Leine an einem Zaun oder Pfosten. Der HH begibt sich dann für 2 Minuten ausser Sicht des Hundes in ein Geschäft oder einen Hauseingang. Der Hund darf stehen, sitzen oder liegen. Während der Abwesenheit des HH geht ein Passant (Helfer) mit einem angeleinten Hund in etwa drei Schritt Entfernung am Prüfungshund vorbei. (Der Helfer nimmt dazu einen ruhigen Hund.) Der alleingelassene Hund soll den vorbeigeführten Hund ohne Angriffstendenz (starkes Zerren an der Leine, aggressives Bellen) passieren lassen.
        Auch nach der letzten Prüfung muss der HH seinen Hund deutlich spielerisch auflockern und loben.

    Sonder-Leistungstest

    Für Hunde ab 24 Monate.
    Wertung: Für jeden Prüfungsteil werden maximal 10 Punkte vergeben. Höchstpunktzahl: 100. Die Prüfung gilt als "bestanden", wenn mindestens 75 Punkte erreicht wurden. Fehler in den einzelnen Test-Teilen führen zu Punktabzügen. Die Testteile 3 bis 7 müssen vom Team in jedem Fall bestanden werden, wenn der HH an weiteren Tests teilnehmen will. Massgebend ist die Gesamt-Beurteilung beider Leiter. Der Leistungstest ist an einem Tag durchzuführen.
    Wichtig: Jeder Test (auch ein nicht bestandener) muss für den Hund deutlich positiv aufgelöst (spielerisch aufgelockert) werden. Die Leiter geben dazu ein Zeichen, wann aufgelockert werden darf. (Zu frühes Auflockern bestätigt den Hund nicht und lässt keine Beurteilung zu.) Unterbleibt dies, wird dem Team je ein Punkt abgezogen.

    Abweichungen gegenüber dem Leistungstest:

    • ad 2. Selbstsicherheit auf dem Platz
    • ad 2.1 Team-Verteidungsbereitschaft:
      Der Hund wird nun an einer dafür vorgesehenen Stelle festgemacht. Der HH geht ca. drei Schritte vor den Hund (in Richtung des sich umziehenden Leiters) und bleibt dort stehen. Aus einer Entfernung von mindestens 20 Schritt "bedroht" ein Leiter den Hund nur durch eindeutig ernsthaften Blickkontakt und überdeutliche Körpersprache. (Als "Verstärkung" kann der Leiter einen Stock in die Hand nehmen.) Er geht nun langsam auf den Hund zu und fixiert ihn. Verhält sich der Hund eindeutig abwehrend, zieht sich der bedrohende Leiter fluchtartig zurück, um dem Hund Sicherheit und Erfolg zu vermitteln.
      Zeigt der Hund Meideverhalten (Abdrehen, Abtauchen, Hilfeersuchen beim verschwundenen HH) oder gar Fluchttendenz (Zurückweichen), wird der Test abgebrochen. Aber auch in diesem Fall zieht sich der bedrohende Leiter fluchtartig zurück, um dem Hund Sicherheit zu vermitteln.
      Der HH leitet seinen Hund nun zum erfolgreichen Beuteverhalten an mit aggressions-entladenden Mitbringseln wie Beisswurst, Ball oder ähnlichen Dingen.
    • 2.2 Selbst-Verteidungsbereitschaft:
      Der Hund wird nun an einer dafür vorgesehenen Stelle festgemacht. Der HH begibt sich ausser Sicht seines Hundes. Aus einer Entfernung von mindestens 20 Schritt "bedroht" ein Leiter den Hund nur durch eindeutig ernsthaften Blickkontakt und überdeutliche Körpersprache. (Als "Verstärkung" kann der Leiter einen Stock in die Hand nehmen.) Er geht nun langsam auf den Hund zu und fixiert ihn. Verhält sich der Hund eindeutig abwehrend, zieht sich der bedrohende Leiter fluchtartig zurück, um dem Hund Sicherheit und Erfolg zu vermitteln.
      Zeigt der Hund Meideverhalten (Abdrehen, Abtauchen, Hilfeersuchen beim verschwundenen HH) oder gar Fluchttendenz (Zurückweichen), wird der Test abgebrochen. Aber auch in diesem Fall zieht sich der bedrohende Leiter fluchtartig zurück, um dem Hund Sicherheit zu vermitteln.
      Der HH leitet seinen Hund nun zum erfolgreichen Beuteverhalten an mit aggressions-entladenden Mitbringseln wie Beisswurst, Ball oder ähnlichen Dingen.
    • 2.3 Apportieren:
      Auf dem Testplatz sitzt oder liegt der Hund beim HH. Der HH wirft einen selbstgewählten Gegenstand mindestens 5 Meter vor das Team.
      Der Hund muss das Zeichen seines HH abwarten, um dann den Gegenstand in höchstens 30 Sekunden zu finden, zum HH zurückzubringen und den auf Zeichen des HH Gegenstand auszulassen. Der Hund muss danach aufgelockert werden.
    • 2.4 Gegenstand bewachen:
      Auf dem Testplatz sitzt oder liegt der Hund neben seinem HH. Der Hund ist mit einer 10-Meter-Leine an einem stabilen Pfosten festgemacht. Der HH zeigt seinem Hund einen selbstgewählten Gegenstand. Dann hinterlässt er den Gegenstand beim Hund und entfernt sich vom Testplatz.
      Ein Helfer versucht nun zweimal, sich des Gegenstandes zu bemächtigen. Der Hund soll sich nicht vom Gegenstand entfernen und soll ihn verteidigen.
      Der Hund muss danach vom HH aufgelockert werden.
    • 2.5 Suchen und Entdecken:
      Das Team kommt auf das Testgebiet, das etwa 2 000 Quadratmeter gross sein soll und auf dem sich 8 verschiedene Verstecke (Aufstellwände und ähnliches) befinden, hinter denen sich ein Mensch verbergen kann. Ein Helfer hält sich hinter einem Objekt versteckt.
      Auf Zeichen des Leiters gibt der HH dem Hund ein Zeichen. Danach soll der Hund innerhalb von 2 Minuten auf dem Testgelände den Helfer aufspüren und seine Entdeckung durch Verbellen anzeigen. Der Hund darf nicht beissen. Tut er dies doch, wird das Team disqualifiziert.
      Der Hund muss danach aufgelockert werden.
    • 2.6 Fluchtvereitelung und Transportsicherung:
      Der HH begibt sich dann sofort zum angezeigten Versteck. Dann versucht der Helfer, sich in die Richtung des HH zu bewegen. Der Hund soll dies spontan mit Verbellen unterbinden.
      Danach geht der HH zum Helfer, nimmt ihn ohne Kommentar und Gesten in "Empfang", ruft den Hund zu sich und geht mit ihm und dem Helfer zum Leiter.
      Der HH löst seinen Hund nun ausgiebig von der Spannung auf und spielt mit ihm. Dann geht das Team zum inzwischen wieder zivil gekleideten Helfer und zum Leiter und "verabschiedet" sich freundlich.

    Spezialtests (Alternativen)

    • A 2.5 Futterverweigerung:
      Der HH legt seinen Hund auf dem Testplatz ab und entfernt sich aus dessen Blickfeld. Der Hund soll die 4 Futtergaben, die ihm von einem Helfer zugeworfen werden, weder anschleichen noch ablecken oder gar fressen. In dieser Fehler-Abstufung sollte gewertet werden. Er soll sich nicht vom Platz bewegen. Nach 5 Minuten wird er von seinem HH wieder abgeholt und bekommt von ihm eine Belohnung. Anti-Vergiftungs-Training: Es geht hier darum, Futter nur vom Halter aufzunehmen. Zwei Personen, einer legt einen Leckerbissen auf den Boden und zieht ihn dem Hund immer vor der Nase weg. Wenn der Hund "frustriert" ist und zu seinem Halter blickt, bekommt er sofort von ihm eine Belohnung. Ziel ist, dass der Hund, wenn er was auf dem Boden findet, zu seinem Halter geht und von ihm dann eine Ersatz-Belohnung bekommt.
      Man muss diese Anti-Vergiftungs-Übung natürlich in verschiedenen Umgebungen, mit verschiedenen Personen zu verschiedenen Zeiten trainieren.
    • A 2.6 Schafs- oder Pferdeschutz:
      Der Hund muss bereits als Welpe an Schafe oder hunde-gewöhnte Pferde geprägt sein. Der zu prüfende Hund wird an einer 30-(alternativ: 50-Meter) Meter-Leine angebunden und bewegt sich etwa 10 Minuten frei in der Test-Herde. Etwa 10 herdenschutzhundegeprägte Schafe oder Pferde sollen innerhalb von zweimal 10 Minuten von einem ausgesucht folgsamen Fremdhund zweimal scheinattackiert werden. Der zu prüfende Hund muss - seine Leinendistanz ausnützend - den Hund glaubwürdig abwehren durch deutliches Verbellen mit entsprechend abwehrender Körperhaltung.
      Danach wird der Fremdhund ausser Sichtweite geführt. Der geprüfte Hund wird von seinem HH gelobt, abgeleint und deutlich aufgelockert.
      Diese Übung darf nur mit Pferde- beziehungsweise Hunde-geübten Kandidaten absolviert werden.
    • A 2.7 Suchaufgaben
      Der HH legt zusammen mit dem Test-Leiter eine Suchstrecke aus. Sie darf vom Hund nicht eingesehen werden können. Die Strecke soll mindestens eine Länge von 80 Metern und höchstens 150 Meter betragen. Als Suchobjekte werden mit dem Geruch des HH behaftete Kleidungsstücke ausgelegt. Die Abstände zwischen den Such-Zielpunkten sollten zu Anfang der Strecke kürzer liegen (ca. 10 Meter), zum Ende hin weiter entfernt (ca. 15-20 Meter).
      Als Einführung (für erstmalige Prüfungen) kann zwischen einem jeweiligen Such-Zielpunkt (mit einem Kleidungsstück oder sonstigen, praxisorientierten Gegenstand vom Haushalt des HH) als "Suchobjekt" jeweils eine Belohnung liegen, damit sich der Hund angeregt und gelobt fühlt.
      Für Fortgeschrittene sind die Belohnungen zu entfernen. Mit dieser Steigerung fällt auch die Bewertung aus.
      Wenn der HH seinen Hund nach jedem Prüfungsabschnitt nicht lobt, werden dem Team Punkte abgezogen.

    Bewertung:
    Jeder Halter erfährt vom Leiter des Tests eine ausführliche Begründung und Beratung über die Leistung als Team. Dabei werden Schwächen des HH bei der Einwirkung auf seinen Hund aufgedeckt und Ratschläge zur Verbesserung seines Verhältnisses erteilt.
    Jeder Leiter freut sich, wenn sich das Team beim nächsten Test wesentlich harmonischer vorstellt. Nicht die schiere Leistung gibt den Ausschlag, sondern das Verständnis im Team. Hat ein Team seinen Test bestanden, erhält der Halter ein Zertifikat, worin sämtliche Testaufgaben als nachgewiesene Leistung enthalten sind.

    Grundsätze:
    In keinem Fall darf der Hund allein bewertet werden, sondern immer nur das Team aus Halter/in und Hund. Damit ist sichergestellt, dass nie der Hund für Fehlverhalten oder Fehler verantwortlich zu machen ist, sondern immer der Mensch.
    In keinem Fall darf Leistungsdruck ausgeübt werden. Daher gibt es weder Pokale noch Punkte. Es gibt dafür eine ausführliche Bewertung in einem Dokument. Es sind immer zwei Leiter für eine Bewertung erforderlich, um Bevorzugungen zu vermeiden.
    Es gibt keine allgemeingültige Methode, sondern nur dem jeweiligen Hund angepasste Methoden. Wichtig ist nur die in unserer Gesellschaft erforderliche Sozialverträglichkeit und die hundegerechte Führung oder jede Züchtigung, sprachlich oder körperlich.

    ©Rainer Brinks 1997