Öko, Bio, Logo?
Nun nehmen sie alle wieder den Mund voll. Al dente (mit Biss) ist das aber nicht immer, was sie von sich geben. Der grösste Futtermittelhersteller Deutschlands sagte einer Tierfutter-Verkäuferin: "Natürlich haben wir vor der BSE-Geschichte Tiermehl in unsere Hundefutter getan. Auch wenn wir es danach offiziell abgestritten haben."
Offiziell, aber nur als gnädige Qualitätsvorsorge, habe man in Absprache aller deutscher Hersteller aber schon lange kein Tiermehl mehr verwendet. Es gibt wenige Länder in der EU, in denen kein Tierkadaver verarbeitet werden darf, zum Beispiel Schweden und Dänemark. Diese Hersteller verzichteten schon lange darauf, trotz damaliger EU-Erlaubnis.
Was kann man in diesen Ernährungsskandal-Jahren schon glauben? Nicht mehr viel bis gar nichts. Selbst die Batteriehühner-Haltung (und Fütterung) geht dabei den Weg des Verdrängens.
Was können wir glauben, was auf der Verpackung steht? Nur das, was der Gesetzgeber EU-konform mit Gummi-Formulierungen vorschreibt. Da ist viel klein gedruckt, und selbst diese Informationen sind verbraucher-täuschend. Noch bis vor kurzem lockten noch Multi-Hersteller mit Geschmacksverstärkern und Konservierungsstoffen. Jetzt tun sie so, als wäre der Verzicht auf Täuschung bereits Öko/Bio. Ist ja toll. Warum bringt ein Futtergigant plötzlich ein Futter, das nun schonender sei? Was war da vorher drin? Premium ist oft nur der Kaufpreis.
Sind nun alle ökologischen Futter dagegen heilig? Nein. Vollmundig tönen auch Marken, die vorher (vor BSE) keiner kannte. Ein holländischer Hersteller von "100 % ökologischem" Trockenfutter schwärmt seinen Vertretern vor: "Wenn Ihre Kunden fragen, ob das Futter frei von BSE ist, dann können Sie ruhigen Herzens sagen, dass es ausschliesslich aus biologischen Grundstoffen hergestellt und 100 % BSE-frei ist." Den Mund ziemlich voll genommen. Diese Argumentation kann doch jeder Hersteller verwenden. Immerhin lässt dieser Hersteller seine Futter von einer unabhängigen Institution für ökologischen Landbau zertifizieren und kontrollieren.
Bioland ist bewussten Essern ein Begriff strenger Anbau- und Herstellungs- Qualität. Diese Qualität wird neutral und ständig kontrolliert. Aber sie haben noch nicht an den Heimtiermarkt gedacht. Schon machen sich einige grosse Hersteller an das Warenzeichen (Logo) heran. Es geht nur um den Eindruck?
Warum kommen nicht mehr Hersteller darauf, wirklich ökologisches Futter zu vernünftigen Preisen anzubieten? Hundefreunde warten darauf. Allergiker haben wir schon genug unter den Hunden. Tierärzte verdienen an schlechtem Futter mit. Indirekt. Logo.
Passen Sie auf beim Futterkauf
Ihr Rainer Brinks


Bereiche
Für jeden veröffentlichten Artikel unterstützen wir das
Artikel im Bereich Editorial