• So ein Krampf!

    16. März 2001

    So ein Krampf!

    Eine Tierärztin versuchte in diesem Forum vor Monaten, Unterstützung in Form von Reaktionen über eine Art von Krampfanfällen bei Border Terrier zu bekommen. Sie schrieb im Forum: "Die Tiere zeigten im Anfangsstadium - meist im Alter von zwei bis fünf Jahren - manchmal nur Anzeichen von deutlichem Unwohlsein im Bauchbereich. Später kommt es zum Zusammenbruch, zur Nachhandschwäche und Verkrampfung der Hinterbeine, zum plötzlichen Umfallen. Die Tiere sind meist bei Bewusstsein, sehen den Beobachter aus angsterfüllten Augen an, sind aber nicht in der Lage, einer Aufforderung zum Herkommen Folge zu leisten. Nach drei Jahre dauernden Datensammlung und der Bemühung, zu einer zielgerichteten Zusammenarbeit der Züchter zu gelangen, haben wir jetzt alle Daten dem wissenschaftlichen Beirat des VDH übergeben. Es wurde eine Expertengruppe, bestehend aus einem Neurologen, einem Genetiker und eines Stoffwechselspezialisten, gebeten, sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen. Um dem emotionalen, unsachlichen Umgang mit diesen (auf Wunsch vertraulich behandelten) Daten ein Ende zu setzen, haben wir uns jetzt entschlossen, alle betroffenen Hunde (bei Genehmigung der Besitzer) zu veröffentlichen in einer international zusammengestellten Liste (www.Borderterrier.de), die allen Border Terrier-Züchtern zugänglich ist.

    Verantwortungsvolle Züchter haben nichts zu verbergen. Man kann aus diesen Listen nur nützliche Informationen für die Zucht erhalten, im Interesse der Rasse." Ich fragte mal nach einiger Zeit bei ihr nach, ob denn da jemand reagiert hätte? Ja, schon. Aber wie! Es gab keine einzige sachdienliche Reaktion. Dafür liefen aber - offensichtlich betroffene - Züchter Amok. Die Tierärztin bekam anonyme Briefe und Anzeigen und Drohungen und Briefe von Anwälten. So macht man das mit unliebsamen Entdeckungen, die das Geschäft versauen, das längst versaut ist. In diesem Fall wurden etwas mehr als 100 Tiere gelistet - und das bei einer Art, die in Deutschland vergleichsweise rar ist. Dem Aufruf der Tierärztin, sich zu melden, um gemeinsam das Problem anzugehen, folgten nur einige wenige verantwortungsvolle Halter oder Züchter. Doch die meisten - sind es getroffene? - reagierten verkrampft. Milde ausgedrückt. Geschäftschädigende Vorfälle haben ja immer nur die anderen. Und allerlei dubiose Versuche, Untersuchungs-Ergebnisse schön- oder anderen Ursachen zuschreiben (für die man dann ja nichts kann), sind gängig - auch in diesem Metier. Es gibt schliesslich viele Tricks, um Röntgenaufnahmen zu tauschen oder zu früh aufnehmen zu lassen. "Rosstäuscher" sind längst auf den Hund gekommen. Warum dieser Aufruf einer Tierärztin jetzt hier steht? Weil das auch die übliche Tour ist. Mein Aufruf vor einem knappen Jahr, ein deutsches Epilepsie-Netzwerk nach dem Vorbild der Amerikaner aufzubauen, beantworteten eine deutsche und eine dänische Hundehalterin. Macht zusammen zwei. Die anderen, die Züchter, die Tiermediziner - viele von denen lesen diese Homepage? Schweigen. Es könnte was herauskommen. Passen Sie gut auf Ihre Hunde auf! Ihr Rainer Brinks