• Skinner - negativ verstärkt

    1. Mai 2001

    Skinner - negativ verstärkt

    Achtung! Lektüre in Behaviorismus und seine Folgen! Schwerer Stoff? Fangen wir einfach mal einfach an, mit dem, was man so in aufgeschlossenen Hundepsychologenkreisen spricht:

    Was ist "positiv verstärkt"? Eine gewünschte (vom Menschen manipulierte) Ausführung des Hundes im Ansatz noch zu fördern, anzufeuern mit Reizen und Belohnung. Früher hätte man dazu gesagt: mit Spass, oder aufbauen, anstiften, anregen. Zu welchem Zweck, für wen? Dabei verstärken sich nur oft die Auswüchse. Der Hund muss perfekt werden. Da werde ich zum schärfsten Kritiker, denn dies ist der Leistungsdruck, zum dem diese Selbstbezwecker mehr oder weniger geeignete Hunde anstiften. Nur für die eigene Erbauung. Mit Mitteln, die immer unnatürlicher werden. Die kein Hund von sich aus tun würde. Der Rest ist zur Methode erhoben mit ständig neuen, aus dem menschlichen Bereich übertragenen Begriffen. Keiner der Jünger fragt, was dahinter steckt: mitunter bloss ein verstärkt einträglicher Verdienst. Ein paar Begriffe aus dieser mit teils paradoxen Worthülsen besetzten Neuen Hundetrainingswelt, aus USA und Kanada. Die meisten der Definitionen stammen von Burrhus F. Skinner, USA (siehe weiter unten):

    "Positive Bestrafung": Positiv und negativ sind hier wohl mathematisch gemeint: dazutun, wegnehmen. Es ist dennoch ein Paradox. Und die menschliche Denkweise einer Bestrafung ist unbiologisch, aber ein Teil der Dressur.

    "Positive Verstärkung": Der Hund bekommt etwas Erwünschtes für richtiges Verhalten (vom Mensch für richtig befundenes Verhalten). Das kann alles mögliche sein, was sich der Hund wünscht (positiv sieht): Futter, Spielzeug, mit der Hand loben. Kann aber auch nach Premack gedacht sein: fünf Meter ordentlich bei Fuss laufen, dann darf das Eichhörnchen gejagt werden.

    "Negative Verstärkung": etwas Unangenehmes hört auf, sobald der Hund die erwünschte Reaktion zeigt. Typisches Beispiel: Zwangsapportieren.

    "Positive Strafe": fügt dem Hund etwas zu, zum Beispiel der Leinenruck, der Schlag mit der Leine etc.

    "Negative Strafe" entzieht dem Hund etwas, was er gerne hätte. Er zeigt falsches Verhalten (in wessen Sinne?), zum Beispiel Sitz anstelle des geforderten Platz, und dann kriegt er kein Leckerle, Spielzeug, Lob.

    So, da hätten wir es. Der Hund macht die Fehler, die der Halter ihm doch so richtig gefordert hatte. Wie war das noch mal mit Motivation? Für wen? Zu was? Dazu brauchten wir solche Begriffe. Menschliches Fehlverhalten geschönt und auf den Hund geschoben. Sonst würde es wohl nicht "Strafe" heissen.

    Wer ist Skinner, den so viele zitieren, und was lehrte er?

    Definition der Uni Dortmund: Burrhus F. Skinner, geboren 1904 in Pennsylvania, war Professor der Psychologie. Er war einer der bekanntesten Vertreter der Behaviorismus- Schule. Der Behaviorismus (Behavior oder Behaviour: Verhalten; Behaviorismus ist eine Theorie der Wissenschaft vom menschlichen Verhalten) gehört zu den einflussreichsten Linien der amerikanischen Psychologie. Sie wurde 1913 durch Watson gegründet. Sie ist eine allgemeine und umfassende Bezeichnung für alle beobachtenden Aktivitäten des lebenden Organismus. Man unterscheidet zwischen offenen und verdeckten Verhalten. Das offene Verhalten ist durch Instrumente, das verdeckte Verhalten ist durch erschliessbare Aktivitäten festzustellen.

    Im früheren Behaviorismus wurde lediglich die Tätigkeit der Muskeln und Drüsen als Verhalten angesehen. Heute zählt zum Verhalten auch denkerische Tätigkeit sowie Mimik, Gestik und Haltung. Die wichtigste Methode des B. ist das Tierexperiment. Die dort erlangten Untersuchungsergebnisse werden auf den Menschen übertragen. Die einzelnen Forscher dieses B. entwickelten sehr unterschiedliche Theorien. Die extremste Form, der "deskriptive B.", wurde von Skinner begründet. Diese Theorie wird vor deshalb als besonders extrem angesehen, weil sie von dem Menschen als einem "leeren Organismus" ausgeht. Physiologische und psychologische Variablen werden dabei völlig ausgeschlossen. Operantes Konditionieren bezeichnet eine Lernform. Im Gegensatz zum klassischen Konditionieren (dem Vorläufer des operanten Konditionierens) wird der Reiz nicht unabhängig von einer Reaktion präsentiert, sondern es erfolgt erst ein Reiz (gleich: Verstärkung), wenn eine bestimmte Reaktion eintritt. Skinners Ziel war das Lernen durch Erfolg, beziehungsweise durch "positive Verstärkung".

    Skinners Tierversuche ("Skinner Box") - mit Tauben und Ratten: Ein Versuchstier kann sich durch Schnabelhiebe ("Wirkreaktion") auf ein Plastikscheibchen Futter beschaffen. Die Belohnungsgabe (Hochheben des Futtertroges) erfolgt nur unter bestimmten Bedingungen, die das Versuchstier zu erlernen hat. Ein äusserer Kasten schirmt den eigentlichen Versuchskasten gegen Störgeräusche von aussen ab. Eine Fernsehkamera nimmt das Innere über einen Spiegel auf, um das Verhalten des Versuchstieres beobachten oder aufzeichnen zu können.

    Eine Aufklärung über die neuen Sportarten, Meinungen und Erfahrungen verschiedener Halter, und die Erklärung einer Universität zu dieser sehr umstrittenen Theorie folgt im nächsten Top Thema.

    Wie zwei Fanatiker dies mir und anderen Anhängern der freien Lern- und Beschäftigungsweise beibringen wollten, und als wir dies nicht übernahmen, waren wir die Idioten - dies war so aggressiv unqualifiziert und intolerant, dass man unwillkürlich hoffte, sie mögen nicht so mit ihren Hunden umgehen. Einer dieser Fanatiker - gezielt angehängt an einen ebenso ausfälligen Forums-Beitrag - beschimpfte mich, wie üblich in solchen Kreisen, unter anderem als Rowdy. Obwohl er sich selber als solcher gebärdete, wie ein superkonditionierter anonymer Telefonbuchzerreisser. Mit fehlgeleiteten, daher nicht begriffenen Fachbegriffen um sich werfen, aber nicht lesen kann er auch, weil er mich falsch als Psychologe bezeichnete. In seiner Ausfälligkeit diskriminierte er gleich die Forumsteilnehmer als Idioten mit. Oder störte es ihn, dass ich bei manchen Hundesportarten jene gezielte, aber unbewusste Vermenschlichung kritisiere, die ich "egomanes Konditionieren" nenne?

    Ach so: Sein Name ist "Skinner". Werner "Skinner". Student an der Uni Tübingen.

    Passen Sie verstärkt auf Ihre Hunde auf!

    Ihr Rainer Brinks

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