2. Juli 2001
Schmierentheater
Auf dieses menschliche Theater haben wir noch gewartet, wir brauchen das so nötig wie das, was jene Möchtegern-Produzenten und Laien-Darsteller angeblich bekämpfen. Doch sie haben das Ziel aus den Augen verloren, sie bekämpfen sich selber, in der Manier von echten Kampfmenschen. Es geht, wie ich oft schon unter einigen dieser Volltöner vermutete, nicht um Hunde. Sondern um Eitelkeiten, um Wichtigtuerei, um Denunziation in den eigenen Reihen. Man könnte meinen: wie in einem Verein.
Was ist denn bloss passiert, was ist der Inhalt des schlammigen Stücks, niedriger als das harmlose Niveau von Big Brother & Co.?
Die Handelnden:
Einer, der in vielen Mailingslists und Foren mit sehr ausländisch klingendem Namen alle möglichen Kommentare zu dem Thema Kampfhunde und Verordnungen abgibt, in Wahrheit aber ein Deutscher ist. Der Mann jedoch infiziert seine Gegner mit Verleumdungen. Er hat sich aus unserem Newsletter selber unter nicht sehr witzigen Gründen verabschiedet. Das ist die einzige gute Nachricht.
Ein Homepagebetreiber mit einschlägig wie eindeutigem Hundetypus-Inhalt und einem Domainnamen, der eine Form von Zwang bedeutet. Über Aufmachung und Inhalt anderer HP`s lasse ich mich nicht aus.
Die Leiter eines westfälischen Tierheims, in dieser leidigen Angelegenheit mittenmang und bei Demos vornedran.
Und ein bis dahin unbekannter hessischer Politiker einer vergleichsweise kleinen Partei, der erst weit nach dem allseits bekannten Sommer-Theater durch Botschaften bekannt wurde, die er in allen erreichbaren Mail-Adressen verbreitete, dafür aber meist doppelt und später als andere sowie ohne viel nachprüfbaren Informationswert.
Ob noch andere Komparsen beteiligt sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Und ich bin nicht betrübt darüber. Es reicht auch so.
Diese Leute bekämpfen sich nun ätzender als jene Hunde, die sie doch vorgeben verteidigen zu wollen. Man droht mit Klagen, mit persönlichen "Besuchen", mit Verleumdungen. Halt mit allem, was Menschen so drauf haben, wenn es ihnen um sich selber geht.
Wie die hundezeitung wurden viele Nicht-Direkt-Betroffene mit derlei Mails zugemüllt.
Dass dieses Theater den Verordnern wie feinstes natives Olivenöl runterläuft als Bestätigung, die Verordnung so pauschal gemacht zu haben, das wird das Ergebnis sein, denn dieses Schmierentheater bleibt nicht unbekannt. Es zieht sich ja durchs Internet wie eine Schleimspur.
Hätte sich eine der Parteien nach dem ersten Geplänkel herausgehalten, wäre es klug gewesen und hätte der Grossen Sache eher gedient als diese lächerliche Darbietung. Möglich, dass der Mann mit dem ausländischen Namen, der in der Szene schon berüchtigt ist, dies alles initiiert hat. Aber muss man jedem auf den Leim gehen? Die just von diesen Theater-Produzenten bekämpfte Boulveardzeitung mit vier Buchstaben arbeitet wenigstens in ihrer "Art" professionell. Der Eindruck für die Hundehalter freilich bleibt ein bedrückend fataler: Die restlichen Demos werden zur Farce, weil sie einige Wichtigtuer egomanisch benutzt haben.
Niemals fühlt man sich einsamer als in grosser Gesellschaft.
Dies ist ein ernstgemeinter Aufruf an die Beteiligten und Nachahmer und Nachkarter: Verschont uns ab sofort mit derartigen Pseudo-Informationen. In dieser Zeit, in der ich diesen Müll lesen muss, entferne ich lieber eine Zecke von einem Hund.
Passt mal lieber wieder auf die Hunde auf!
Ihr Rainer Brinks


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