• Tierberufe-Abzocke

    1. Oktober 2001

    Wie schnell wird man Tierpsychologe? Zu schnell, weil zu billig mit dürftigen Informationen und ohne Praxis mit abgestandenem Info-Material versorgt, aber für teures Geld. Und der Titel ist für die Katz. Leider fallen viele auf diese Abzockerei rein, die auf billigem Weg einen Tierberuf erkaufen wollen. Vom Talent mal abgesehen. Denn den angeborenen Instinkt im Umgang mit Tieren kann man nicht für viel Geld und Worte kaufen.

    Zur Abwechslung mal ein Kommentar, der nicht vordergründig etwas mit Hunden, sondern mit modischer Ausbildung für Tiere zu tun hat. Es grassiert nämlich der schnelle Begriff, der angeberische Titel und das schnelle Einkommen durch Tiere und durch Ahnungslosigkeit.

    Es kommentiert - mit freundlicher Genehmigung aus dem Pferdemagazin "Cavallo" entnommen - Jürgen Wagner aus Buseck bei Giessen, Praxis für Verhaltenstherapie und Naturheilkunde bei Tieren. Der meint, dass Tierheilpraktiker etwas verschrien seien, komme sicher nicht von alleine.

    Wagner wörtlich im "Cavallo-Forum 10/2001": "Ich habe als Tierheilpraktiker und Tierpsychologischer Berater da so meine Erfahrungen gemacht. Bei mir zu Hause liegen Ordner voller Material, das völlig wertlos ist und nicht das Geringste gebracht hat, ausser dass ich über 5 000 Mark losgeworden bin. Ich war erschrocken, welche Abzockerei hier stattfindet, und warne jeden, sich auf dubiose "Institute" und "Schulen" einzulassen, die einem auch noch gute Zukunftschancen voraussagen.

    Was wollen Sie mit einem "Diplom" anfangen, das Sie zu Hause gemacht haben? Die Prüfung ist "für die Füsse", wie das ganze Material, das Sie zugesendet bekommen. Bis Sie das Geld wieder reingewirtschaftet haben, brauchen Sie viel Zeit und noch mehr Geld, da Sie sich jetzt einmal Bücher kaufen, sich bei Tierärzten umschauen müssen usw.

    Ebenso sieht es bei Kursen für Tierpsychologen aus. So dürfen Sie sich gar nicht nennen, da Sie nicht studiert haben. Aber das sagt Ihnen keiner. Ein Tip, wenn Sie so eine Ausbildung planen: Setzen Sie sich mit Tierheilpraktikern in Verbindung. Die helfen Ihnen weiter, bevor Sie viel Geld umsonst ausgeben und Ihr Nachbar Ihr Konkurrent wird, der keine müde Mark ausgab, weil der nie einen Kurs besuchte."

    Das Editorial ist also auch immer mal ein Ratgeber und kann Geld sparen und an Tieren Unheil verhindern. Denn in letzter Zeit sprudeln die Quacksalber und die Psychs nur so aus dem Bodenlosen. Sie preisen im Internet für alles eine Lösung an. Dabei löst sich nur der Geldbeutel des Kunden.

    Passen Sie gut auf Hunde-Berater-Abzocker auf!

    Ihr Rainer Brinks

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