Ich muss erinnern: Da wurde in der hochemotionalen Zeit der "Kampfhunde"-Wesenstests, im Juli 2000, eine Pitbull-Hündin vom hessischen Sachverständigen Manfred Willnat getestet. Der Test fiel negativ aus. Daraufhin veröffentlichte eine hessische Tierärztin, von der Hundebesitzerin informiert, eine Stellungnahme mit den Informationen und Aussagen der Hundebesitzerin in einer Internetseite. Dies habe ich in der hundezeitung unter der Überschrift "Lohn der Angst" ungeprüft weiterverbreitet. In der Annahme, dass die Angaben der Information glaubwürdig sind.
Dem war nicht so. Denn, wie sich später für mich und für die Tierärztin herausstellte: die Informationen und Aussagen der Hundebesitzerin sind falsch. Auch wenn zwei weitere Tierärztinnen (gar für Verhaltenstherapie) diese Hündin als "nicht gefährlich" einstuften.
Denn auch in der Fernsehsendung "Tier und Talk" am 17. November wurde die Hundehalterin mit ihrer Hündin vorgeführt. Das Verhalten der Hündin war dort auch zu beanstanden. Die Hündin wollte grundlos eine Gehilfin der Moderatorin angreifen. Es gibt dazu ein Videoband und natürlich weitere Zeugen. Ein Zeuge legt dar, dass die Hundebesitzerin von ihrem Begleiter angesprochen worden sei: "Warum hast du dem Hund auch vor der Sendung kein Baldrian gegeben?" hundezeitung.de ist auch in der Folgezeit mehrfach über Vorfälle informiert worden, aber einseitig, um es mal vorsichtig auszudrücken. Meist wurde dabei Negatives vorenthalten, wenn wir nachforschten - skeptisch geworden mit der Erfahrung.
Dass es mir immer nur um die Hunde, nie um die Personen ging, half manchmal den Hunden, manchmal leider auch nicht. Wie in diesem Fall.
Auch die Tierärztin, die der Hundehalterin glaubte, ist nun wiederum von dieser beschuldigt worden. Ich habe mich bei Herrn Willnat in einem Brief entschuldigt. Der hat mich daraufhin angerufen, seine Klage ist vom Tisch. Ich lasse mich von niemandem einvernehmen, aber Fehler bleiben Fehler und müssen eingestanden werden. Das gehört auch zur Kritikfähigkeit und Unabhängigkeit.
Die Halterin dieser Hündin will nun behaupten, er habe ihre Hündin nur wegen ihrer Religion durchfallen lassen. Die freilich kannte Willnat bis zu diesem Vorwurf gar nicht. Wir haben noch über andere Fälle gesprochen, in denen die Wut der damaligen Zeit von den Haltern nur die Tierfreunde ausgenützt, aber nachweislich gelogen wurde. Auf beiden Seiten gab es unsaubere Praktiken. Hier unfachliche und teils unfaire Tester. Dort zum Beispiel jener Fall: Ein Halterpaar versteckt ihre Pitbulls und AmStaffs heute noch tagsüber (vermutlich, weil sie nicht angemeldet sind und einen Wesenstest nicht bestünden), die Hunde dürfen nur nachts im Grosstadt-Hinterhof raus, sie werden natürlich aggressiver als sonst, und in diesem Fall fiel einer auch die Halterin an. Der Hund wurde dann klammheimlich eingeschläfert. Im Internet gibt man sehr aggressiv den grossen Verteidiger und Kenner. Wie die Menschen, so werden ihre Hunde. Ich entschuldige (natürlich) auch diese Hunde, aber nicht diese Menschen.
Passen Sie gut auf Ihre Hunde auf!Ihr Rainer Brinks
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