Da schimpfen sie auf überholte Methoden bei der Hundeausbildung und machen es keinen Deut besser, nur anders hundeuntauglich. Bei den Agility- und Obedience-Fanatikern (es gibt auch einfach nur -Freunde, die nur Freude an der Beschäftigungsart für ihren Hund haben, aber nicht mit Ehrgeiz geradezu hysteriseren), also bei diesen - nur zum Beispiel - ist es in den USA schon Mode, dass das Sportgerät Hund stundenlang in eine Transportbox (das ist hier der so "negativ verstärkte" Käfig) sperren, damit der Hund beim Training so richtig in Spannung gerät. Die glauben auch noch fest an diesen Trainingsterror. Kein prinzipieller Unterschied zu einem Kampfstier, vor Eintritt in die lichtdurchflutete Arena in enger Dunkelhaft in "Spannung" gebracht.
Durchgeknallt, nicht wahr?
Gibt es hierzulande auch. Ausriss aus der Mail einer Rettungshunde-Ausbilderin: "Wir haben eine dreijährige Hündin in unserer Staffel, sie sehr unkonzentriert ist, die Besitzerin arbeite sehr hektisch, mit sehr viel Körpersprache, was den Hund natürlich nervös macht. Er geht ihr ab, wo er kann (Anm.: kluger Hund!) und kommt auch nicht zurück, sucht Fährten (Anm.: noch klüger!) Auf Spaziergängen kann sie die Hündin gar nicht mehr losmachen. Ich kenne diese Dinge ja zur Genüge von mir und meinem Hund, und es wurde erst gut, als dann doch noch ein Team wurden und ich den Leistungsdruck hinter mir liess, erst da vertraute mir der Hund und nahm mich als Rudelführer an, davor war ich wohl unglaubwürdig, na ja, du kennst das ja noch.
Die Hundebesitzerin hat drei Hunde und eine Katze. Damit ihre Hündin auf sie konzentriert wird, versagt sie ihr den Kontakt zu anderen Tieren und sperrt sie, während sie arbeitet, entweder alleine ein oder noch zusätzlich in einen Zimmerkäfig.
Für mich hat das nichts mit Individualdistanz, versagen von Orten etc. zu tun: es ist krank. So was kann man doch nicht machen, nur damit der Hund funktioniert und sich über meine Anwesenheit freut, wenn ich ihn befreie!" Nicht wahr? Doch, es ist das Ergebnis unserer Leistungsgesellschaft, auf den Hund gekommen. Zu was bilden die den Hund aus? Warum foltern sie ihn? Isolation ist die Höchststrafe für Gesellschaftstiere wie Hunde. Sind diese Leute darauf krankhaft neidisch? Warum haben wir noch keine Psychotherapeuten für solche hundeterrorisierenden Halterinnen und Halter und deren Trainerinnen und Trainer?
Passen Sie gut auf Ihre Hunde auf!
Ihr Rainer Brinks
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