• Touristen ...

    1. Juli 2002

    .... sind Helfer für den Tierschutz in Urlaubsländern. Nichts ist wirksamer als ein Wegbrechen der Gewinne aus dem Tourismus in jenen südlichen Ländern, welche grauenhafte Missachtung von Tieren desinteressiert in Kauf nehmen. Nur wenige der Einheimischen, aber auch nur wenige Massentouristen wollen das Elend wirklich sehen.

    Doch einige Fernseh- und Zeitungsberichte hören nicht auf, darüber zu informieren, was einige einheimische und auch Ausländer in wahrer Tierliebe schaffen: Kastrierungen, damit die Wegwerfware Tier von Portugal, Spanien, Südfrankreich, Italien, und dem Balkan inklusive Griechenland bis Osteuropa sich nicht noch mehr vermehrt, zum Schaden der eigenen Gattung Tier.

    Statt daß nun die zuständigen Beamten oder die Medien in diesen Ländern den selbstlos handelnden Leuten helfen, bedrohen sie jene. Sie wollen abschieben, Tiere und Menschen, die für Tiere arbeiten. Nicht nur Privatiers, die Beschimpfungen ausgesetzt sind, auch Tierärzte, die statt eines dicken Autos ihre Freizeit und einen Teil des Einkommens auf Kreta, in Portugal oder in Rumänien ableisten. Tierärzte haben allein auf Kreta bisher rund 1 000 Haustiere kastriert und generell versorgt. In derartigen Auffanglagern braucht man keine Tierheilpraktiker mit Placebos, sondern effektive tierärztliche Versorgung und Medikamente.

    Wenn eine deutsche Frau, der Landessprache mächtig, die ihren Krebs besiegt hat und sich nun ihren Bekundungen nach wirklich wichtigen Aufgaben stellt, einen Hund an einer kurzen Kette in sengender Hitze losbindet und ihn in ihr privates Auffangstation mitnimmt, um ihn erst einmal zu versorgen, ist am nächsten Tag ein neuer Hund an der Kette....

    Wir sind nun informiert worden über die Hundefresser in Korea, anlässlich der Fussball-Weltmeisterschaft. Hätten wir es sonst nicht erfahren können, uns sonst nicht aufgeregt? Ja, aber vorher wollten wir es nicht so sehr dringend wissen. Wir sollten also nicht nur über die Hundefleischfresser und Korea (und in China und anderswo, wo es die Reporter noch nicht gesehen haben) schimpfen, wenn in der eigenen - meist, nicht ausschliesslich südlichen - Nachbarschaft zwar der Planet sticht, aber über das Behandeln der Mitgeschöpfe der Himmel weint.

    Touristen haben Macht, und die Wahl. Die Länder, die den primitivsten Tierschutz mit Füssen treten, sind auf Tourismus als einziger Devisenbringer angewiesen. Ein Ausbleiben der Dukatenscheisser aus den reichen EU-Ländern zwingt sie mittelfristig dazu, über ihre alten Gewohnheiten nachzudenken. Wir sprechen von Ländern, die bereits in der EU sind oder dieser Gemeinschaft beitreten wollen.

    Es wird mal wieder Zeit, darüber nachzudenken, wem man sein Geld im Urlaub in den Rachen schmeisst. Wem aber derartig brutale Missachtungen egal sind, darf sich nicht scheinheilig als Tierfreund bezeichnen.

    Passen Sie gut auf Ihre Hunde auf

    Ihr

    Rainer Brinks

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