Die neue Prioritätenliste der Genom-Analytiker ist veröffentlicht worden. Wenn Mensch, Maus und Ratte im nächsten Jahr genetisch durchleuchtet sind, kommen Rind, Hund und ein einzelliger Räuber namens Einzeller zur kompletten Genomanalyse dran.
Genom: das gesamte genetische Material, die Erbsubstanz eines Organismus. Für die auch finanziell begehrten Listenplätze müssen Wissenschaftler ihre Vorschläge beim Human Genome Research Institute der USA einreichen. Dort wird entschieden, wo in den der drei Gen-Forschungs-Zentren (Baylor College of Medicine in Texas, Washington University School of Medicine in Missouri und Whitehead Institute im MIT Center for Genome Research in Massachusetts) eingereiht werden.
Die Katze wird neben Hausschwein und Rhesusaffe wahrscheinlich an der kommenden Wahl im Februar 2003 ihre Chance bekommen.
Wenn auch das Rind als Versuchstier nicht typisch ist, hat es der Wissenschaft doch die ersten Hormone zu erkennen gegeben, Reproduktionstechniken gefördert und war ein Modell für Tuberkulose-Infektionen.
Hund und Mensch haben zusammen ein paar Möglichkeiten schlimmer Krankheiten. Forscher erhoffen sich nun vom Hundegenom eine umfassende Erkenntnis etwa über Herzerkrankungen, Krebs, Taubheit, Epilepsie, Narkolepsie (Schlafzwang) und Zwangszuständen.
Schnelle Heilungen dieser Krankheiten darf man natürlich nach den ersten wirklich genauen Erkenntnissen über Ursache und Ort der Krankheiten nicht fordern. Es wird Jahre dauern, bis nach der Analyse auch ent- und ansprechende Medikamente oder Heilmethoden ersonnen und weitgehend folgenfrei geprüft und dann schliesslich auch zu erschwinglichem Preis angewendet werden können. An Mäusen schalten die Forscher je ein Gen im Erbgut aus und beobachten, was dann mit der Maus geschieht. Dieses Ausschalten einzelner Gene nennen die Forscher Knock-out. Defekte Gene sind verantwortlich für Krankheiten wie Diabetes oder Krebs. Nun wird für jedes einzelne Gen die dazu passende - künstlich hergestellte -K.-o.-Maus untersucht. Wenn ein relevantes Menschen-Gen in der Maus nicht vorkommt, dann erhält sie eben ein solches zusätzlich verpasst: das Knock-in.
Für die nächste Hundegeneration ist sicherlich noch kein umsetzbares Ergebnis aus diesen Forschungen zu erwarten. Aber für kommende Generationen.
Passen Sie gut auf Ihre Hunde auf
IhrRainer Brinks
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