• Tiere als Kriegsopfer

    15. Februar 2003

    Die hundezeitung beschäftigt sich natürlich in erster Linie mit Hunden und ihren Menschen. Doch manchmal werden wir auch daran erinnert, dass beide Opfer der Politik sind. Kriegsopfer. Und wir müssen über die eigene nationale Hundehütte hinaussehen.

    Wo bleiben zum Beispiel die Tiere von US-Soldaten, die in den Krieg ziehen müssen?

    Eine Mail aus Texas berichtet: "Immer mehr Soldaten und Reservisten werden Richtung Irak verschifft und in vielen Gebieten quellen deshalb die Tierheime über weil die Leute logischerweise ihre Tiere nicht mitnehmen können und keine Betreuung finden, die das Tier für ein Jahr oder länger nimmt. Für Tiere die nicht im no-kill shelter landen, sieht das düster aus. Die ersten Opfer der Kriegsmaschinerie."

    Das stand auch in der Mail: "Tja, da hat noch der Ex-Präsi Clinton vor ein paar Jahren ein Gesetz erlassen, das US-Fluggesellschaften dazu verpflichtet, auf Anfrage Tiertransportstatistiken rauszurücken: tote, verletzte, verlorene Tiere. Nun verkünden die Nachrichten, dass wohl einige Gesellschaften damit drohen, deswegen keine Tiere mehr zu transportieren. Da müssen sie dann ja wohl auch Gründe haben: tote, verletzte, verlorene ‚Fracht'."

    Aktuell ist das Thema immer noch in Afghanistan, wo auch Deutsche mit Minensuchhunden arbeiten. Wie lebensrettend das sein kann, erhellt aus der Tragik, dass jüngst wieder eine Mine hochgegangen ist und 18 Tote forderte. In der hundezeitung ist die Ausbildung solcher Hunde von Jutta Steffens-Carter ausführlich beschrieben.

    Da hundezeitung auch eine Tierinformation ist: Nicht nur Hunde leisten Kriegsdienst.

    Dressierte Seelöwen sollen am persischen Golf eingesetzt werden, um Kriegsschiffe vor feindlichen Angriffen zu schützen. Die USA testen Seelöwen. Die Säugetiere verfügen über den Militärs genehme Fähigkeiten: Meister im Lang- und Tieftauchen, sehen und hören unter Wasser sehr gut - und sind lernwillig. Mehrere Seelöwen sollen um Kriegsschiffe und Flugzeugträger patrouillieren. Feindliche Taucher, die unter der Wasseroberfläche Bomben an den Schiffen befestigen wollen, sollen von den Seelöwen entdeckt werden.

    Die ahnungslosen Tiere tragen einen speziellen Rucksack, der Signalfarbe enthält. Die tierischen Soldaten sind von der US-Navy in Kalifornien von Tiertrainern darauf trainiert worden, Saboteure mit der Nase zu stupsen. Dieser Körperkontakt löst die Farbbombe im Rucksack aus. Von Deck der Schiffe können die Angreifer dann durch die aufsteigenden Markierungen geortet und festgenommen werden.

    Eine Nachfrage ergab die lapidare Auskunft: "Die Navy kommentiert mögliche künftige Einsätze nicht."

    Passen Sie gut auf Ihre Nichtsee-Hunde auf

    Ihr

    Rainer Brinks

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