Viele Internet-User und Tierfreunde regen sich über die Falschen auf. Den Anbieter von Lebendtier-Versteigerungen. Warum regen sie sich nicht über den Verursacher dieses obszönen Tuns auf, den Käufer?
Denn ohne den "Bedarf" kein Markt.
Natürlich sind es Tierfeinde, die dort Tiere ersteigern. Und auch der Versteigerer ist ein Tierfeind. Aber den Markt machen die Käufer.
Tiere via Internet zu kaufen/zur verkaufen (in dieser Reihenfolge, bitte) ist schon widerlich genug, aber die auch noch an Meistbietende zu versteigern, ist wieder mal ein Zeichen, wie es um diese Gesellschaft bestellt ist.
Folgendes war dort zu finden - unter Angebote Tiermarkt (mit den Fehlern zitiert, natürlich ohne die Angebotsnummern):
Basset artesien Normand Welpen mit Ahnentafeln 8 Wochen alt € 450,- Malinoisrüde 1000,- € Mopswelpen 1100,- Jack-Russell Welpen in Rottweilerfarbe Husky/Malamut Mix 200 VB 2 süße Racker VHS English Bulldog Welpe (m) zu verkaufen 800 Malinoishündin 600,- € x mechelseherder knpv 2.500 Deutsche Schäferhundin 500 euro Jack Russel 175 Euro Wunderschöner Amerikan.kanad.Schäferhund in gute Hände! 750 €uro American Indianer Hund see website Zu finden unter intoko.deMan beachte auch die teilweise heuchlerischen Worte als Verkaufsargumente.
Diese Angebote sind sicherlich längst abholt und bezahlt, und die Hunde landen wo?
Für diese armen Hunde (die echten, die anderen sind mit "arm" nur zu gnädig beschrieben) ist durch diese Dealerei zu hoffen, dass sie in wirklich gute Hände kämen? Ich hoffe ja zuweilen noch auf das Gute im Menschen, aber in welche Hände, jene, die vielleicht gerade aus vermeintlicher, emotional durchgedrehter Tierfreundlichkeit diese Hunde ersteigern?
Damit würden sie dieses Marketing nur bestätigen. Die Anbieter würden sich freuen und predigen: Sehet her, sie wollen es doch gar nicht anders! Also geben wir ihnen, was Ihnen gebührt.
Glauben denn die Empörten, dass diese Art der Hunde-Verramsche mit diesem Anbieter aufhört? Der nächste Anbieter wartet doch schon - auf die Kunden.
Doch sind diese schlechter als jene, die bei einem Hundegrossdealer/miesen Züchter auf normalen Wege kaufen? Bloss, weil sie keinen Internet-Zugang haben?
Warten wir auf die nächste Empörung.
Beispiel? Aus svz.de: "Spaziergänger hatten vergangener Woche alarmiert, nachdem sie einen seltsam wackelnden Schuhkarton auf der dünnen Eisdecke des Saaler Bodden entdeckt hatten und sahen, dass eine kleine Schnauze unter dessen Deckel hervorlugte. Da hat jemand mal schnell sein Weihnachtsgeschenk wieder loswerden wollen. Erst mit Hilfe eines Hubschraubers gelang es schließlich, den Hund zu retten. Die Pfoten des Hundes waren im Eis eingefroren, und nur ganz langsam konnte das Tier wieder aufgepäppelt werden. Sein Retter ist noch immer fassungslos: "Warum können solche Leute nicht wenigstens zum Tierheim gehen. Das hier ist doch schon mehr als pervers."
Pervers geht auch ohne Internet.
Passen Sie gut auf Ihre Hunde auf!
Ihr
Rainer Brinks
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