• Kiste als Höhlen-Ersatz Teil2

    Kiste als Höhlen-Ersatz

    Von Beatrix Urban, Irland Teil 2

    Die Kisten

    Hat mensch sich nun durchgerungen, für seine/n Hund/e eine Kiste anzuschaffen, gehts an praktische Überlegungen.

    Die Kisten, mit denen ich arbeite, sind entweder besagte Klappkäfige, an sechs Seiten aus Metallkäfigstruktur mit einer eingelegten Plastikwanne bzw. die grossen starken (vernickelten?) Käfige, die in den Edelausführungen ebenfalls eine Metallwanne haben. Die kleineren Käfige sind nur an einer Kopfseite zu öffnen, die Edelausführungen gibt es mit einer zusätzlichen Türe an einer Längstseite, was alternative Aufstellmöglichkeiten erlaubt. Diese Käfige können bei Nichtgebrauch zusammengeklappt prima verstaut werden - auch hinter dem Schrank, unter dem Sofa, oder oben auf dem Garagenregal, wenn keine separate Hundezubehöraufbewahrungseinrichtung vorhanden ist.

    Die flugtauglichen Kisten bestehen immer aus zwei Plastikwannen, die an der Mittelnaht durch unterschiedliche Klick-, Schraub- und Klappfunktionen zusammengehalten werden. Diese Kisten sind relativ uneinsehbar und ich wende sie zum Beispiel bei den oben beschriebenen verängstigten, scheuen Hunden an. Sie (die Kisten, nicht die Hunde) können auseinander genommen und ineinandergeschachtelt werden und so ausserhalb ihres Kistengebrauchs auch als Hundebett/en dienen.

    Lediglich die Gittertüre sollte separat aufbewahrt werden und es empfiehlt sich, die bei einigen Boxen losen Verbindungsschnapper besonders gut aufzubewahren, weil diese Teile die Eigenschaft haben, sich zu verselbständigen und bei Bedarf unauffindbar zu sein. Ich bewahre meine farblich sortiert in kleinen (zum Beispiel Euro-Starter-Kit) Plastiktüten in meinem Schmuckkasten auf. Es gibt Boxen mit fest an der Box verbundenen Dreh-, Schnipp- und Schnappelementen und für diese Boxen bin ich aus vorgenannten Gründen besonders dankbar.

    Diese Flugboxen gibt es in unterschiedlichen Ausstattungen, manche haben kleine Vorrichtungen als Stauraum für Leine, Leckerlis, manche haben oben einen ausziehbaren Koffergriff zum Ziehen und an der Unterseite entsprechende Vorrichtungen, um Rollen zu montieren.

    Auf jeden Fall sollte mensch sich eine Hängevorrichtung beschaffen, die an der Innenseite der Türe befestigt wird, um eine Aluminiumschüssel einzuhängen, damit der Hund mit Wasser versorgt werden kann. Einige Plastikkistenhersteller geben standardmässig kleine Plastikschüsselchen, die aussehen wie Futternäpfe in Vogelkäfigen, mit ab. Diese Dinger halten ca. 27 Sekunden und sind dann kaputt. Mensch kann auf diese also getrost verzichten.

    Bei der Anschaffung von Kisten bitte beachten: die Käfige sehen zwar hässlicher aus, aber haben neben der guten Verstaubarkeit einen ganz wichtigen Vorteil: Luftzirkulation. Sie überhitzen nicht so schnell wie die Plastikboxen und können zum Beispiel bei einem kranken Hund als Krankenlager dienen, weil eine über dem Käfig in entsprechend richtiger Entfernung und Winkelung tatsächlich dem Hund Wärme spenden kann und nicht das Plastik schmelzen lässt. Oder: Wenn die Box im Sommer im Auto benutzt wird. Wichtig ist, dass die Luftzufuhr gewährleistet ist, nicht jedes Auto hat eine Klimaanlage oder so ein Ventilationsdings auf dem Dach.

    Welpen werden nicht nur die Plastikboxen zahntechnisch attackieren, sondern auch an den Metallkäfigen nagen bzw. die Plastikschalen anknabbern wollen. Beide Arten von Kisten sollten ernsthafte Kauversuche von spitzen und scharfen Welpenzähnchen widerstehen können. Beim Kauf also bitte drauf achten, dass gute Qualität angeschafft wird, bei billigen Plastikboxen ist es ein Kinderspiel für Hunde, sie so zu zernagen, dass zwei bis drei Kisten pro Jahr angeschafft werden müssen. Daher also lieber sofort gute Qualität kaufen. Bei den Metallkäfigen drauf achten, dass nicht zuviel Spiel zwischen den Steck- und Klickelementen und an der Türe ist.

    Wir haben Ausbruchskünstler, die die Türen und auch die Seitenteile im genau richtigen Winkel ziehen und verbiegen können und sich durch die so entstandenen Lücken selbst befreien. Leicht lädierte Käfige kann mensch aber durch den Einsatz von Karabinerhaken zum Halten zwingen. Die Haken haben auch unsere Diplom-Houdinis (Anm.: Houdini war ein berühmter Entfesselungs-Zauberer) noch nicht aufbekommen. Deshalb mein Spartip Nummer 1: zerkaute Leinen niemals wegwerfen, sondern das Ende mit den Haken behalten.

    Die Kisten sollten nicht allzu gross sein und dem Hund trotzdem ohne Schwierigkeiten erlauben, sich drin herumzudrehen, drin zu stehen und sich bequem hinzulegen. Sitzen können muss der Hund in der Kiste nicht - ein sitzender Hund ist in der Regel höher als ein stehender. Um zu verhindern, dass mensch für einen heranwachsenden Hund alle drei Monate eine neue Kiste anschaffen muss, kann man für manche Käfigvarianten Unterteilungselemente kaufen und die Kiste so allmählich "vergrössern", um gerade den Welpen den Platz zu beschränken.

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    © bei der Autorin 2/2002