• Riesenmobilhundehütte

    Riesenmobilhundehütte

    Ja, es soll Leute geben, die Wanderreiter sind und dabei ihre(n) Hund(e) mitnehmen. Es soll Leute geben, die mit mehreren Hunden wirklich abseits der Siedlungen draussen leben wollen, und sei es nur für ein Wochenende. Und es könnte auch für Seminarleiter oder Hundeschulen interessant sein, die nicht in geschlossenen Räumen praktizieren, aber schon mal ihre Plätze wechseln wollen. Oder für Festler mit Hunden.

    Dafür ist so was wunderbar geeignet (nicht nur für Pferde): die transportable Riesenhütte. Meist sehr stabil und langlebig durch Stahlrohre mit diagonalen Versteifungen, Rahmengestell im Paneelsystem zum schnellen Auf- und Abbau, verdeckte Bodenverankerungen, keine Schrauben, Ecken oder Kanten, keine Regensäcke durch straff gespanntes Schrägdach aus langlebiger Lkw-Plane, umweltfreundliche Jutebahnen für die Seitenwände und als Vorhang im Eingangsbereich, schliesslich kann der Austausch von Rohren oder Ausbesserung einer Jutebahn selbst vorgenommen werden.

    Nach dem erstmaligen Aufbau ist so eine "weiche" Weidehütte je nach Grösse mit zwei Personen in zwei Stunden auf- und in einer Stunde abzubauen und in jedem Auto mit Dachgepäckträger zu transportieren.

    Es gibt auch fast feste Weidezelte oder -hütten (wie ein übergrosser Schlittenrennhund-Transporter), die - auf Räder gestellt - transportiert werden können wie ein Mobilhome, Pferd vorn dran, und ab geht die Post

    Die Preise: gebrauchte Festhütten ab 1 500 Euro, neue ab 1 700 Euro; ein guter Tip sind auch Internet-Auktionen oder diverse Pferdeseiten.

    Tierunterstände aus GFK sind deutlich günstiger als die Grosshütten, sehr haltbar, pflegeleicht und - für die Zucht - auch tierhygienisch. Diese Tier-Iglus werden von Tier-Ethologen zur Ganzjahreshaltung im Freien empfohlen.

    Infos: www.weidehuette.com www.arndt-europadiscount.de http://www.weidehuetten.de http://www.weidehuetten-baum.de www.hartmanns-mobile-huette.de www.equiflex.de (der Hersteller hat seinen Firmensitz passend in Hüttenberg).

    Die Alternative: Mongolische Jurte

    Die Konstruktion einer solchen Jurte ist einfach genial.

    Ausschnitte aus der Internetseite www.mongolei.de:

    "Aus biegsamem Holz gefertigte Scherengitter, deren einzelne Streben nicht mit Nägeln, sondern mit Lederstreifen zusammengehalten werden, bilden die Jurtenwand, die in jüngster Zeit oft auf einem Holzfußboden sitzt. Die Latten lassen sich scherenartig zusammendrücken und nehmen beim Transport nur wenig Platz ein. Stellt man eine Jurte auf, so zieht man die Gitter kreisförmig auseinander und lässt nur für den Türrahmen Platz. Man befestigt die stehenden Lattengitter mit Schnüren. Der Durchmesser der Jurte richtet sich nach der Zahl der verwendeten Scherengitter. Die einfach gehaltene, alltägliche mongolische Jurte besteht aus vier Scherengittern.

    Foto: Unbekannt

    Am äußeren Rand sind quadratische Öffnungen eingearbeitet. Im Zentrum des Dachkranzes ist ein Seil befestigt, das nur von Bedeutung ist, wenn die Jurte bei Sturm einzustürzen droht. Dann wird an diesem Seil etwas Schweres, z. B. ein großer Stein, ein Sack Mehl, eine Holztruhe oder ähnliches, befestigt und der Jurte dadurch zusätzliche Stabilität verliehen.

    Jede Jurte ist ein Kompromiss zwischen dem Wunsch nach viel Wohnraum und der Notwendigkeit, dem Wind trotzen zu müssen. Die Regel ist ganz einfach: je größer die Jurte wird, desto schwieriger ist sie zu stabilisieren und im Winter auch zu heizen. Eingelassen in die Jurtenwand ist eine gerahmte Holztür, die immer nach Süden schaut. Der Türrahmen wird mit zwei Anschlussgittern fest verbunden und um die im Kreis stehenden Gitterwände werden nochmals zwei Seile zur Stabilisierung gezogen. Früher bildete die Türöffnung nur ein dickes Stück Filz. Auch auf dem Türrahmen liegen Dachstangen auf.

    Über das auf diese Weise entstandene stabile und dennoch elastische Holzgerüst werden Filzmatten gespannt und je zwei Kamelhaarseilen umschnürt. Bisweilen wird auch erst, um den grauen Filz zu verdecken, dünner Leinenstoff darüber gezogen. Die äußere Hülle der Jurte bilden heute Leinenstoffe, die ansonsten zur Herstellung von Zelten oder Lastwagenplanen dienen. Sie lassen sich leicht waschen und schützen den Filz zusätzlich vor Regen. Das Ganze wird außen mit aus Pferde- und Yakhaaren geflochtenen Seilen fest verzurrt. Über den Dachkranz wird ein weiteres in Leinen eingeschlagenes Filzstück gezogen, mit dem in der Nacht oder bei Regen die Dachöffnung geschlossen werden kann.

    Häufig sind die Innenwände einer Jurte mit Stoffen behängt, und aus dem Boden sind Tierfelle oder Filzteppiche ausgebreitet. Eine Jurte kann von einer vier- bis sechsköpfigen Familie in deutlich weniger als einer Stunde zerlegt und auch wieder aufgebaut werden. Die Jurte selbst passt auf zwei Kamele."

    Es dürfen wohl auch Pferde sein oder gar ein neumodisches Automobil. So eine ausgewachsene Jurte wiegt 400 kg. Ohne Ofen. Man kann aber schon mal überlegen, ob eine solche Mongolenjurte nicht als Ganzjahres-Zweitwohnsitz taugt. Das Finanzamt erlässt sämtlich Steuern, die Kinder wollen nur noch zu Hause unterrichtet werden, die Hunde muss man vor die Jurte tragen ... Eine fünfwandige mongolische Jurte kostet mit Ofen 2 900 Euro.

    Infos: www.mongolei.de/

    © Hundezeitung 11/2004