• Hilfsmittel für kranke Hunde

    Hilfsmittel für kranke Hunde

    Von Katrin Blümchen

    Sisalbürste

    Die Bürstenmassage wird mit einer handelsüblichen Bürste (Baby-, Sisalbürste, Pferdestriegel o. ä.) durchgeführt. Sie kann auch sehr gut vom Hundebesitzer zu Hause in Eigenregie ausgeführt werden.

    Das Herz- Kreislaufsystem wird angeregt, Schmerzen werden gelindert, die Durchblutung wird gefördert und gelähmte Körperteile (bei neurologischen Erkrankungen) werden gereizt und angeregt.

    Die Bürstenmassage kommt idealer weise bei degenerativen Skeletterkrankungen (Arthrose, HD) und bei Nervenerkrankungen (Bandscheibenvorfall) zum Einsatz.

    Bürsten aus Sisal sind am besten, da diese haut- und fellschonend sind. Außerdem sind sie am hygienischsten, können gut gereinigt werden.

    Hunde mit längerem Fell (z.B. Neufundländer, Berner Sennenhund) sind hiermit weniger gut zu behandeln, da die Wirkung ausbleibt. Hier sind Bürsten mit Gumminoppen angebracht, die das Fell zur Gänze durchdringen. Bei sehr kurzhaarigen Hunden (z.B. Boxer, Dobermann,) ist ein Gummistriegel (Pferdebedarf) ausreichend.

    Kirschkernsack

    Der Kirschkernsack ist ein altes Hausmittel zur Durchführung einer Wärme- oder Kältetherapie. Kirschkerne sind Kälte- oder Wärmespeicher. Sie halten längere Zeit die Temperatur und sind kostengünstig und ein Naturprodukt. Nachteil sind Härte und Größe der Kerne. Wenn man seinen Hund auf solch ein Kissen legt, ist es ein eher unangenehmes Gefühl.

    Kirchkernkissen können im Gefrierfach (in Gefrierbeutel eingeschlagen) als Erste-Hilfe-Kühlbeutel dienen.

    Weiterhin gibt es auch Körner- und Dinkelspreukissen, mit denen allerdings ausschließlich Wärmeanwendungen durchgeführt werden. Diese Kissen sind weicher und angenehmer für das Tier und speichern ebenso lange die Hitze.

    Alle Kissen können in der Mikrowelle (ca. 3 Minuten bei 800 Watt) oder im Backofen (ca. 15 Minuten bei 150&deg erhitzt werden.

    In regelmäßigen Abständen sollten die Körner mit Luftfeuchte aufgeladen werden, um optimal die Hitze zu speichern (Achtung: nicht nass werden lassen, einfach nur im Badezimmer auf die Fensterbank legen).

    Eine Wärmeanwendung ist schmerzlindernd, entspannend und durchblutungssteigernd. Sie wird vor allem bei Skeletterkrankungen (Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen) eingesetzt.

    Sofortkompresse

    Die Eistherapie mit einer Sofortkompresse (im Handel - z. B. Apotheke - erhältlich) ist optimal geeignet, um akute Schmerzen zu lindern. Die Anwendungsgebiete sind zahlreich, wie z. B. Insektenstiche, Prellungen, Entzündungen, Verbrennungen und Blutergüsse (Hämatome). Somit kann sofort erste Hilfe geleistet werden.

    Während einer Kälteanwendung muss der Blasen- und Nierenbereich immer ausgespart werden!

    Pfotenschutz

    Ein Pfotenschutz ist ein sogenannter Hundeschuh. Der schützt die (verletzte) Hundepfote vor Umwelteinflüssen und weiteren Reizungen. Im Handel werden verschiedene Modelle angeboten.

    Muss eine Hundepfote dauerhaft mit einem Schutz versehen werden (z. B. bei Lähmungen um Schürfwunden zu verhindern), ist ein orthopädischer Schuh (Sanitätshaus / Orthopädiemechaniker) anzuraten.

    Schlingentischgehwagen

    In einem Schlingentischgehwagen werden die Hunde durch bestimmte Schlingen und Seilzüge aufgehängt und fixiert. Das Tier erfährt so Schwerelosigkeit am ganzen Körper oder an einzelnen Körperabschnitten.

    Durch diese Aufhängungen können auch einzelne Gliedmaßen voll- oder teilentlastet werden und das Körpergewicht des Hundes wird so genommen.

    Ideal ist diese Therapie bei einem Bandscheibenvorfall, bei Lähmungen, bei Gelenk- und bei Wirbelsäulenerkrankungen.

    Eine Therapie mit dem Schlingentischgehwagen wird üblicherweise in einer hundephysiotherapeutischen Praxis durchgeführt.

    © bei der Autorin 10/2003