• Hundefotografie Teil 1 : Anleitungen, Ratschläge und Fehlervermeidung

    Anleitungen, Ratschläge und Fehlervermeidung - eine Serie

    Wer will nicht optisch festhalten, was er liebt! Also auch seinen Hund, seine Hunde, die anderen auch, die im Urlaub, und - guck mal - und so weiter. Kennen wir doch. Es ist sogar wissenschaftlich interessant, weil bildlich informiert, wie sich ein Hund entwickelt, verändern, verhält. Fotografie zeigt uns auf den ersten Blick, was wir erfassen können und wollen. Aber wir sind nicht immer zufrieden mit dem, was auch die modernste Fototechnik auslöst - in unseren Händen, mit unseren Augen.

    Da werden Welpen oder Minihunde auch noch von oben herab aus nächster Nähe abgeblitzt - das gibt noch kleinere Hunde mit roten Augen und Schockerlebnis. Grosse Hunde werden auch kleiner, wenn man ihnen nicht auf gleicher Höhe begegnet und so ablichtet. Von unten herauf, die ganz tüchtigen, sieht der Hund aber viel grösser aus. Beides kann man natürlich gewollt so überzeichnen, verzeichnen. Sagt man beim Zeigen.

    Ähnlich wie die Motivwahl sind auch die technischen wie die äusseren Bedingungen entscheidend für das Gelingen. Unruhige Hintergründe entdeckt man erst auf dem Schnapp-Schuss, der dann zum Schaps-Schuss verkommt.

    Bewegte "Motive" mit Tieren, die eben nicht so hingestellt werden können, mit Tiefenschärfe die Umgebungssituation erfasst. Immer auf die Augen fokussiert. Die müssen scharf sein. Oder wenigstens ein Auge. Lassen Sie mal die Belichtungsautomatik und den Autofokus einen weissen Hund im Schnee festhalten. Sie werfen den teuren Apparat in hohem Bogen, mit einem Fluch begleitet, weg.

    Ich arbeitete mit Mittel- (Hasselblad und Mamiya) und Kleinformat, dabei mit Suchbild (Leica M6) und Spiegelreflex (Canon EOS 1). Derzeit habe ich eine ordentliche Amateur-Spiegelreflex mit einem für Tieraufnahmen hochinteressanten Tele-Zoom - hochinteressant, weil in diesem Autofocus-Objektiv für die gebräuchlichen Brennweiten von 75 bis 300 Millimeter ein Bildstabilisator eingebaut ist, womit ich bei normal-erschwinglichen Lichtstärken eben auch bei grosser Brennweite noch aus der Hand auslösen kann. Wurde bisher alles scharf gestellt. Normalerweise braucht man bei 300 Millimeter-Teleobjektiven schon ein Einbein-Stativ. Aber laufen Sie mal Welpen mit so einem "Prügel" hinterher!

    Die Filme sind heute so vielfältig auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt und auch bei 400ern so fein - früher waren das Kiesgruben-Auflösungen - dass man heute nicht mehr viel falsch machen kann bei der Wahl. Profis benutzen hochfeine Dia-Filme für die Printmedien, meist nur 50 ASA fein. Die werden aber abgestimmt mit den Herstellern der Zeitschriften.

    Eine feine - aber noch teure - Sache ist die zunehmende Digitalisierung nicht nur bei Videorecordern, auch bei Fotoapparaten. Quasi der direkte Zugang über entsprechende Bildbearbeitungs-Software in den Computer. Dort kann fleissig nachbearbeitet und ruckzuck versendet werden. Dabei sind auch Manipulationen keine Grenzen gesetzt. Wenn`s schee macht...

    Ich habe vor allem Wildtiere in freier Bahn fotografiert. Ich habe gelernt, Mut zu haben, indem ich wartete, und ein besseres Licht aussass, und näher ran ging, noch näher. Ich lernte, weniger zaghaft zu sein. Und Ansitzen, bis der Art kommt. Ich lernte, abzubrechen, weil es keinen Sinn machte. Ich lernte 90 Prozent der Dias in den Papierkorb zu werfen, weil sie meinen Ansprüchen nicht genügten. (Es wurde besser.) Seit dem habe ich grössten Respekt vor den Profis. Sie haben die Geduld eines buddhistischen Mönchs und die Ausdauer und den Jagdeifer eines alten Wolfs.

    Lassen Sie sich nun sagen, wie Ihre Fotos über Hunde besser werden. Was Sie vielleicht falsch, machen und was richtig wäre. Was lässt man besser sein? Die richtige Wahl des Objektivs, der Zeit, der Blende, des Films. Und das Licht! Die Fotos stammen von Thomas Fritsch, der mal eine Saison lang in der Stadt Nagold die Hunde und ihre Menschen portraitierte und das Ergebnis ausstellte. Er fotografiert nicht nur Tiere, wie auf seiner appetitlichen Homepage zu sehen ist. Er hat auch ein Buch mit seinen Hundefotos herausgebracht.

    Kontakt: eMail: thoms@thoms-fotokunst.de , Telefon: 07055-930383, Fax: -930384. Oder über seine Homepage www.thoms-fotokunst.de

    Foto: Thomas Frisch

    Thomas Frisch rät

    Die Serie fängt mit den Kameras an samt Zubehör, dann die Aufnahmetechniken, Portraits, die "schnellen" Aufnahmen und die Filme.

    Mein Name ist Thomas Frisch, und ich bin ein richtiger Hundenarr. So ist es nicht verwunderlich, dass meine besten Kunden diese vierbeinigen Gesellen sind. Mit den meisten Themen der Fotografie habe ich mich schon beruflich beschäftigt, doch bei den kleinen, grossen, dicken, frechen und arroganten Hundenasen fühle ich mich doch am Wohlsten.

    Sicher hat der Eine oder Andere auch Lust, schöne Bilder von seinem Liebling zu machen, doch er weiss nicht wie. Ich möchte mit ein paar wenigen Kapiteln helfen.

    Was benötige ich für meine Aufnahmen? Das Wichtigste ist einmal das Werkzeug, also die Kamera, zum Fotografieren. Da gibt es viele, aber sie unterscheiden sich nur von ihrer Ausstattung. Kompaktkameras sind die kleinen für die Hosentasche und besitzen keinen Spiegel im Gehäuse, mit dem man die Aufnahme kontrollieren kann. Sie eignen sich für Schnappschüsse, aber das Resultat ist immer ungewiss.

    Besser für unsere Arbeit sind die Spiegelreflexkameras, die mit einem Sucher ausgestattet sind, die das Kontrollieren der Schärfe und der Position des Motivs ermöglichen. Das umfangreiche Zubehör und die Möglichkeit, den Abstand zum Motiv mit verschiedenen Objektiven zu variieren, ist unentbehrlich. Auch ein gezieltes Einstellen der Geschwindigkeit, welche das Motiv erfassen soll, ist Voraussetzung für ein gutes und scharfes Foto.

    Objektive Normal- oder Standardobjektiv 50 mm Der perspektivische Eindruck dieser Aufnahmen entspricht der Realität unseres Augenwinkels am Nächsten, und wenn das Bild im Format 13 x 18 Zentimetern abgezogen ist und in einer Entfernung von ca. 30 Zentimetern betrachtet wird. Diese Objektive haben auch gewöhnlich eine grössere maximale Blende als andere Objektive des gleichen Formats. Sie eignen sich besonders für Arbeiten mit schwachem Licht. Wenn Sie den Hund in der Wohnung ohne Blitz aufnehmen möchten und das einfallende Licht reicht für eine Aufnahme aus, ist das normal lichtstärkere Normalobjektiv das Geeignetste.

    Foto: Thomas Frisch
    mit Normalobjektiv

    Weitwinkelobjektiv von 15-35 mm Durch die kurze Brennweite besitzten Weitwinkelobjektive eine hohe Schärfentiefe (scharf gezeichnet von vorn bis in den hintersten Motiv-Winkel). Sie eignen sich besonders zu Aufnahmen bei geringen Objektabständen. Für unsere Tieraufnahmen sind sie fast ungeeignet und verzerren die normalen Perspektiven. (Es sei denn, man macht sich absichtlich einen Jux und verzerrt gewaltig.) Kompaktkameras haben diese Objektive fest eingebaut.

    Foto: Thomas Frisch
    mit Weitwinkelobjektiv

    Teleobjektive ab 70 mm Sie sind unsere wichtigsten Arbeitsutensilien bei der Tierfotografie. Ist der Bildwinkel auch sehr klein, beschränkt er uns auf das Wesentlichste und grenzt ein. Mit diesem Objektiv können wir unsere flinken Gesellen von Weitem heranholen und fotografieren. Objektive mit einer guten Lichtstärke, zum Beispiel 2,8, haben bei trübem Wetter und bei der Scharfstellung enorme Vorteile.

    Foto: Thomas Frisch
    mit Teleobjektiv

    Zoomobjektive Am weitesten verbreitet sind die variablen Brennweiten, leider ist bei - für Amateure erschwinglichen - Objektiven die Lichtstärke meist nicht die Beste, und man hat bei der Scharfstellung ein schweres Los.

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    Nächste Folge: Aufnahmetechniken

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