Tipps und Tricks
aus dem Alltag für bzw. gegen allerlei Unarten
Einführung: Aus der Trickkiste geplaudert
In normalen Betriebsanleitungen würde dieses Kapitel unter "Störungsmeldungen" stehen.
Es gibt keine Zaubereien und keinen Knopfdruck gegen unerwünschte Taten. Der Hund ist nie schuld. Die Unarten wurden anerzogen. Man kann nie erfolgreich gegen ein Tier arbeiten, nur mit ihm. Unarten ab dem Junghundealter sind menschlich angelernte und ein deutliches Signal des hundlichen Widerstands gegen seine(n) Halter: der Hund ist der Boss. Dies muss man sich ehrlich vor Augen halten. Die Mühelosigkeit, die man sich beim Anerziehen oder Tunlassen machte, die Mühen muss man sich nun machen, um die Ungeister, die man selbst rief, oder von anderen Menschen verursacht wurden, wieder loszuwerden. Es kostet also mehr Zeit und Geduld.
Sie benötigen die Zeit, den Hund im Ansatz vor der Untat zu beobachten. Setzt er dazu an, wozu Sie ihn ja verführen können, damit Sie ihn unter Kontrolle haben, setzt es ein deutliches Verbotszeichen "Nein". Vorausgesetzt: Der Hund wird nicht alleingelassen, bevor er sich draussen lösen konnte, austoben konnte, und zwar mit Ihnen im Spiel. Einen Ball hinwerfen (Motto: Spiel gefälligst allein und bleib mir vom Leib!), das genügt nicht. Sie müssen aktiv werden, und wenn es nur eine Viertelstunde ist. Es gibt keine Ausrede, es kann alles organisiert werden, wenn man will.
Nachdem der Hund bei seiner Missetat ertappt wurde, und lediglich mit einem Verbot gemassregelt (siehe Tricks), darf er nicht entschuldigt werden, indem man ihn kurz danach über den grünen Klee lobt. Er würde das missverstehen, weil er glaubt: Na, so falsch kann ich gar nicht gelegen haben, wenn ich dafür gleich toll verknuddelt werde! Alles biologisch konsequent.
Tiere sind eigennützig, allerdings streng biologisch: Sie wollen was erreichen. Setzt man ihnen Tabus oder Grenzen, akzeptieren sie die "Gesetze" des Rudelführers. Aber ein schlauer Hund wird versuchen, den Boss auszutricksen. Ihre Konsequenz ist gefragt und gefordert. Schlecht ist es natürlich, wenn andere Rudelmitglieder (in der Familie) diese Grenzen, Gesetze wieder aufheben. Was tut der kluge Hund? Er sch***t drauf.
Ich wiederhole einige Grundregeln - aus gutem Grund: Der Hund braucht seine logische Ordnung. Seine Ein- und nicht Unterordnung. Druck erzeugt Angst. Und wir wollen doch selbstsichere und ausgeglichene Hunde. Ein Hund ist nur dann zufrieden, wenn er weiss, wohin er gehört. Nur so bekommt er Vertrauen zu seinem Rudelführer. Der muss ihm von Anfang an (als Welpe) zeigen, wohin er gehört.
Zu spätes "Strafen" ist sinnlos. Der Hund kann es nicht mehr mit der Untat verknüpfen. Geschrei ist unnötig. Hunde hören verdammt gut. Sie müssen Ihren Willen durchsetzen. Wenn ich von Unarten spreche, dann sind es meist menschliche, die auf den Hund übergegangen sind.
Bei allen "Tricks" muss die Verhältnismässigkeit der Mittel stimmen. Einem Ein-Kilo-Yorkshire eine schwere Wurfkette an den Kopf zu werfen, kann tödlich sein. Das "Abschiessen" mit einer Glaskugel per Schleuder halte ich für ebenso untauglich wie noch schärfere, tierquälerische Mittel wie Stachelhalsband oder den Elektroschock ("Teletakt" oder ähnlich unverfänglich verbrämt).
Eine Stachelkette, die für die Öffentlichkeit die Dornen nach aussen trägt, will mit Abwehr beeindrucken. Doch wozu dieses Folterinstrument, wenn man es auch mal inwendig tragen kann? Wer hat, der probiert. Und wenn der maltraitierte Hund so "toll funktioniert", probiert man es halt immer öfter. Es sind primitive Erziehungsversager. Das Gerät trifft keine Schuld, nur den Bediener.
Die "Tricks" sind Empfehlungen, die bei einem Hund wirken, beim anderen nicht. Nicht anders sind sie zu verstehen. Bei den folgenden Empfehlungen - und diese sind weder Garantien noch unifom anzuwendende Anleitungen, sondern Anregungen - gelten faire Regeln.
Gegen Hochspringen an Menschen
Eine grobe Unart ist es, wenn der Hund fremde oder eigene Personen anspringen darf. Ursprünglich wollte er ja den Schnauzenkontakt wie zu seinen Artgenossen. Dies ist ihm bei höheren Personen, deren Schnauze weit oben hängt, nur per Hochspringen möglich. Aber dabei lernt er, auch Kinder oder ältere Menschen anzuspringen; er macht bei den Menschen keinen Unterschied vor lauter Freude. Erwachsene Hunde, die an Menschen hochspringen, sind ungezogen, verhelfen fremden Menschen zur Hundeangst und erzeugen unnötig Ärger inklusive Schmutz. Da hilft auch kein Verständnis, dass sie ja nur hundetypisch begrüssen wollten: Schnauze zu Schnauze. Auch wenn der Weg zur Menschenschnauze länger beziehungsweise höher geworden ist: Schon im Welpenalter müssen junge Hunde unterscheiden lernen, dass sie diese hundsnormale Kontaktaufnahme nicht bei Menschen anwenden dürfen. Schon gar nicht bei Kindern und alten Menschen. Meist werden die Hunde sogar dazu angeleitet, hochzuspringen, wenn vermeintlich hundeliebende Besucher den Hund durch Händefuchteln erst zum Hochspringen anregen. Die Menschen wollten mit den Händen abwehren, aber der Hund versteht dies als Aufforderung.
Eine Unsitte ist es, dem Hund das Hochspringen anzutrainieren, weil an den Leckerle-Beutel oder die Brust geklopft wird. Den Jägertrick, dem Hund im Ansatz des Hochspringens auf die Hinterpfoten zu treten, lehne ich ab. Es geht ohne Schmerzen. Die Besucher müssen jedoch mitspielen. Das tun sie, wenn sie echte Hundefreunde sind. Ein Border Collie-Trainer benahm sich bei mir und meinen Hunden zu Besuch erfreulich, weil beruhigend für mich. Vor allem die junge Herdenschutzhündin liess bald von ihm ab, weil er nichts mit den Händen tat. Ich hatte bis dahin immer mit Besuchern zu tun, die meine Hündin erst dazu aufforderten, an ihnen hochzuspringen, weil sie mit den Händen dazu animierten. So verstehen es Hunde, wie ein bettelndes Pföteln.
Wie immer muss die Untat im Ansatz erstickt werden. Am besten und konsequentesten wirkt immer noch: Knie anziehen, damit der Hund abprallt. Sein Brustkorb spürt einen harten Widerstand. Im gleichen Atemzug folgt das entsprechende Verbots-Hörzeichen: Nein!
Dass er diese Umstellung von Hunde- auf Menschen-Begrüssung nicht auf einmal kapiert, muss auch klar sein. Ein paar Knie-Bewegungen sind schon nötig, vor allem von verschiedenen Menschen, damit er abspeichert: Menschen darf man nicht hundemässig begrüssen.
Wenn der Hund Anstalten macht, zu rebellieren oder herumzugiften (zum Beispiel: wenn Hunde vorbeigehen). Präparieren Sie sich vorher mit einem grösseren Waschlederlappen (der schnalzt gut), den sie griffgerecht über die rechte Schulter gelegt haben (mit einer Hand am Zipfel), und passen Sie genau auf, wann er anhebt, zuzuschnappen (auch draussen, wenn Hunde vorbeigehen) oder zu nagen: Dann ziehen Sie blitzschnell das Waschleder von der Schulter und lassen es über ihm schnalzen. Dazu das Verbots-Hörzeichen "Nein!" Waschleder wieder zurück auf die Schulter und fröhlich pfeifen oder ähnliches. Er soll erschrecken. Er verknüpft das Schnalzen aber immer mit dem Verbots-Hörzeichen "Nein!".
Dies ist eine angelernte Unsitte bei Hunden. Sie lernten das Schnappen bloss, weil man sie aus Angst täuscht. Zuerst wird ihm ein Leckerle, oder nur eine blosse Hand, wo ein Leckerle versteckt sein könnte, gereicht, und dann zieht man sie blitzschnell zurück. Wie wenn man Ihnen etwas Verlockendes zeigt, das Sie bekommen sollen, und dann zieht man das Geschenk zurück und sagt ätsch! Der Hund wird dieses Zurückziehen verhindern wollen und "greift" um so schneller nach. Also: die Hand ruhig und offen hinhalten und beruhigend auf den Hund einwirken mit tiefer Stimme.
Bei einem Hund, der diese Täuschung intus hat, möge man einen Arbeitshandschuh anziehen, daran ohne Leckerle riechen lassen. Dann nimmt man ein Leckerle und reicht es ihm ganz langsam auf dem Handschuh. Dabei ist ihm mit einem "Nein" zu verbieten, zuzuschnappen. Danach gleich ein beruhigender Ton, damit er Vertrauen fasst.
Erst nachdem er das Leckerle immer gelassener mit den Schneidezähnen fasst, zieht man betont langsam die Hand zurück. Und immer mit beruhigenden Worten.
Üben! Der Hund muss wieder lernen, dass er nicht getäuscht, geärgert wird. Dann wird er von selber nicht mehr so hastig reagieren
Leckerle-Brustbeutel-Trick:
Dass Belohnungen allemal anziehend wirken, ist ja nichts neues. Meist vergisst man sie mitzunehmen. Ein Brustbeutel, möglichst in Signalfarbe, erinnert den Hund, dass daraus immer was Gutes kommt. Profis sind darauf so scharf, dass sie auch an einer fremden Person hängen wie die Klette. Eine vorwitzige Malinois-Junghündin räumte auf einen gierigen Schlag meinen ganzen Vorrat an alten Käsestückchen auf. Mein Hund jedoch ist nicht sonderlich scharf auf Leckerle, weil ich es ihm gar nicht so oft gönne. Was mache ich, wenn er gewöhnt ist, jedes mal was zu bekommen, aber irgend wann mal die Leckerle vergessen habe?
Geben Sie dem Hund, wenn er angeleint aus dem Auto hüpfte, gleich eines zur Kostprobe und zur Erinnerung. Wenn der Hund noch in Hörweite ist, rascheln und nesteln Sie am Brustbeutel herum, so dass er aufmerksam wird. Auf Hörzeichen "Hier" sollte er kommen. Der Nachteil ist, dass er zum Leckerle kommt, erst in zweiter Linie zu Ihnen.
Belohnen Sie ihn damit zu oft, geht dies in faule Bestechung über. Es muss also angebracht sein.
Backblech-Trick gegen "Klauen" vom Tisch:
Den Begriff "Stehlen" verwende ich bei Tieren nicht, denn Tiere stehlen nicht im menschlich kriminellen Sinne. Sie nehmen sich natürlich nur und alles, was sie - wie auch immer - kriegen können. Deshalb kapieren sie auch keine menschliche Strafe und versuchen es wieder.
Mein früherer Irish Wolfhound hatte es leicht, die Parade an Köstlichkeiten auf dem Küchentisch zu begutachten: er konnte die Verführung locker einsehen. Welcher Hund wird nicht verführt, die einmalige Chance, einen Speck oder ähnlich neues Futter vom Küchentisch und dergleichen Hindernisse zu stehlen? Er nimmt auch "Strafen" inkauf. Egal, für ihn gilt in diesem verführten Moment: einmal im Leben...
Mein jetziger Rüde nahm sich, während drei Freunde in der Küche stark beschäftigt waren - man bedenke die Frechheit -, ich aber gerade aus der Küche, ein Pfund Tiroler Speck am Stück und verschlang es sogleich. Seine Strafe (ich entdeckte dies erst, als er sich das Maul leckte, also wäre meine Strafe ohnehin zu spät gekommen) war, dass er Stunden später zwei Wasserschüsseln leersoff. Eine gesalzene Selbsterziehung. Lassen Sie das durchgehen, haben Sie sich einen Küchenterroristen herangezogen.
Stellen Sie bei solchen erfolgten Untaten (macht er doch immer nur dann, wenn er sich unbeobachtet fühlt) ein möglichst stark schepperndes Backblech auf die Tischkante, drapiert mit einem Leckerle. Dies lauert aber weit hinten am Blechrand als Falle - wie der Käse in der Mausefalle. Ist der Hund nun so scharf darauf, dass er auf den Tisch hochspringt, berührt er das halb auf dem Tisch liegende Blech und reiss es auf den Küchenboden, der ja meist hart belegt ist. Also scheppert es fürchterlich.
Dann geben Sie eine gehäufte Portion "Nein" dazu.
Ist natürlich Pech, wenn sich der Hund nicht auf Ihr Spiel einlässt. Wie meine Hündin, die zuvor die nur viertel volle Zuckerdose und gleich daneben die Tasse mit dem geriebenen Parmesankäse einverleibte. Geräusch-, aber nicht spurenlos auf dem Tischtuch. Ich drapierte das Backblech mit Zucker. Und wartete, stundenlang. Das Blech würde heute noch auf seine Erfüllung warten. Sabah rührte nicht mehr dran.
Angst ist keine Unart des Hundes. Angst wird ihm meist beigebracht, wenn sie nicht organisch krankhaft ist. Viele Hundebesitzer beschreiben nächtliche Störungen. Der Hund beginnt zu bellen, oder er verkriecht sich. Bei Spaziergängen zuckt er an der selben Stell immer wieder zusammen oder legt die Ohren an. Meist erinnert sich der Hund an Ereignisse, die im Angst einflössten. Ausserdem verfügt er über eine geistige Landkarte des Gebietes, wo seine Angst (oder Unart) zum ersten Mal auftrat. Wenn er nicht angeleint ist, kann er versuchen, möglichst schnell vor dem Ort zu flüchten. Sie müssen also herausfinden, wo und wann und wie diese Angst auftrat oder zustande kam. Bei heraufziehenden Gewittern zum Beispiel wird der Hund sehr anhänglich. Wenn Sie es richtig auflösen wollen: Eine Videoausrüstung nehmen und ein Gewitter zum gewöhnenden Abspielen aufnehmen.
Dann wird der Hund zu Hause erst mit den Frequenzen vertraut gemacht, in einem Moment, in dem er sehr gelassen ist. Immer wieder. Zuerst mit niedriger Lautstärke, dann mit Orginal-Ton. Mit dieser einfühlsamen Schocktherapie gewöhnt sich der Hund mit Hilfe Ihrer beruhigenden Worte ohne sonstige Lob an die beängstigenden Geräusche. Dann nehmen Sie die Lichtquellen dazu. Das Ganze wieder so oft wiederholt, über mehrere schöne Tage verteilt, bis Sie an seinen Signalen erkennen, dass er sich gewöhnt. Es dauert.
Ähnlich gehen Sie bei anderen Ängsten vor. Die Therapie-Formel: Gewöhnung unter normalen Umständen im Vertrauen mit begleitender Beruhigung.
Es ist ganz eindeutig seine Demonstration gegen Vernachlässigtwerden, gegen Langeweile, gegen Unterbeschäftigung. Eine verständliche Trennungsangst, die häufig bei Tierheimhunden vorkommt. Aber es bleibt eine anerzogene Unart. Natürlich muss der Hund, bevor er allein gelassen werden muss, sich vorher austoben und lösen können. Man sperrt Sie doch auch nicht ein, wenn Sie gerade dringend auf die Toilette müssen. Wie wenn Kinder sich austoben können, sind sie nachher um so friedlicher. Dann verabschieden Sie sich vom Hund, geben ihm ein Leckerle, so dass er Vertrauen bekommt und sich nicht verraten fühlt, weil Sie ihn hintergehen.
Sichern Sie die Küche vor Objekten, die ihm das Alleinsein allzu vergnüglich machen und dabei nur das Betteln und "Stehlen" lernt. Das menschliche "Stehlen" kommt beim Hund nicht vor: er nimmt sich nur, was man ihm quasi frei Haus anbietet. Offene Elektrokabel, Spielzeuge der Kinder, Schuhe und dergleichen werden weggeräumt.
Dann testen Sie ihn. Sie verabschieden sich mit Belohnung und schliessen die Tür hinter sich. Der Schlüssel steckt aber. Sie horchen an der Tür und lauschen seinen Taten. Ein schlauer und geruchsfeiner Hund wird Sie natürlich durch die Tür riechen.
Gehen Sie also ein paar Meter weiter weg. So weit, dass Sie schnell wieder an den möglichen Tatort gelangen können. Verführen Sie ihn mit keiner Stimme! Er soll sich allein fühlen: wie im Film "Kevin allein zu Haus". Sie müssen ihn auf frischer Tat ertappen. Er soll sich sicher fühlen. Dazu brauchen Sie Geduld und List. Ihr Hund hat beides. Warten Sie. Irgendwann - weil Sie keinen Mucks von sich gegeben haben, wird er sicher und beginnt seine Unart. Sie müssen darauf horchen.
Dann gehen Sie ruhig (nicht drohend, Ihre Rückkehr soll ein freudiges Ereignis für den Hund sein) wieder in die Wohnung, sehen sofort sein Kissenzerfetzen und rufen verdammt deutlich "Nein!". Lässt er sofort ab und kommt freudig zu Ihnen, loben Sie ihn auf keinen Fall! Nicht verknuddeln, denn dies empfände er als Lob für seine Untat. Aber Sie bleiben ruhig.
Erst dann, wenn er sein Herkommen gespeichert hat, können Sie ihn mit einer einzigen Bewegung kurz streicheln. Loben Sie zuviel, nimmt er Sie nicht ernst. Viel besser ist es, Sie spielen gleich sehr anregend mit ihm, damit er Ihr Kommen dem Zerstören vorzieht.
Dies wiederholen Sie mit erhöhtem Raffinement. Mit länger werdenden Zeitabständen. Er verknüpft: Ich werde bald wieder mit meinem Boss spielen. Ich vertraue ihm (so menschlich das klingen mag - hier stimmt es).
Es liegt an Ihrer Konsequenz, ob Sie seine Zerstörungskonsequenz übertreffen. Der Zerstörungswut ist es natürlich vollkommen zuträglich, wenn Sie ihn sonst überall und immer an allem knabbern lassen, wie es ihm nur gefällt, weil er Ihre Aufmerksamkeit erregend will. Ein gutes Timing (also im Ansatz der Untat) mit dem Verbotshörzeichen "Nein!" verknüpft, ist bei konsequenter Anwendung das beste Heilmittel.
Noch mal: Nur unterbeschäftigte, nicht ausgeglichene Hunde kläffen. Kinder sind da nicht viel anders, statt "kläffen" stellen sie etwas anderes an, Kleinkinder heulen bis zum Zorn (einer lautsprachlichen Form von Zerstörungswut beziehungsweise vorangehender Trennungsangst). Biologisch, oder?
Diese Trennungsangst kann sich natürlich zu einer Manie auswachsen, zum Beispiel die Angst, im Auto allein gelassen zu werden. Die Bescherung entdecken Sie dann an den Polstern. Er lässt seine Wut, kombiniert mit Angst, an dem aus, was ihn hindert, zu Ihnen zu kommen. Auch logisch. Also nehmen Sie ihm die Angst, nehmen Sie ihn mit, wo immer das möglich ist und ihm nicht schadet. Mit "Schaden" meine ich überfüllte, geräucherte, dröhnende Kneipen oder ähnlicher Terror für das feine Gehör des Hundes und für seine empfindliche Nase. Bei anderen Besuchen ist es gut, dass er sich an andere Situationen gewöhnen kann. Er muss lernen, mit der Übung Stress abzubauen. Sinnvoll ist es, ihn nicht nach langer Fahrt, oder wenn er ohnehin mal "müsste", zur Strafe auch gleich im Auto allein zu lassen, sondern ihn - bevor Sie sich trennen - mal zum Wasserlassen und Festeres ein paar Minuten ausführen. Alles eine Frage der Organisation und Ihres Managements.
Wenn Sie zurückkommen, bekommt er eine Belobigung. Und zwar in jedem Fall. Denn seine eventuelle Untat hat er längst vergessen. Es sei denn, Sie erwischen ihn auf frischer Tat. Dann wird getadelt.
Geschickt ist es, Sie verführen ihn zur Tat. Schleichen sich nur um die Ecke, haben ihn aber im Auge. Wenn er anfängt, Polster zu nagen oder zu maulen, pirschen Sie sich ans Auto und: Verbots-Hörzeichen "Nein!".
Es ist dieselbe Technik wie beim Training, wenn er mal kurze Zeit zu Hause allein bleiben soll. Geduld und grössere Zeitabstände und konsequente Verbote.
Trick gegen das Im-Garten-alles-verfolgen:
Sie können nicht ausser Haus das Jagen unter Kontrolle halten wollen (per Kette oder Seil), aber in seinem Garten darf er dann wieder alles mögliche jagen. Wie soll er Ihre Inkonsequenz sortieren? Das Training zum Jagen von allem, was dem Hund verfolgenswert erscheint, fängt zu Hause an. Im Garten, wenn alles Vorbei-"flüchtende" mit Freuden dem Zaun entlang verfolgt werden muss, an der verglasten Terrassentür, wenn der Hund einen Vogel ausserhalb jagen will. Wie soll er es draussen, ohne Leine, plötzlich nicht tun dürfen? Logisch, oder? Also: Durch eindeutiges Verbots-Hörzeichen "Nein" unterbinden Sie dieses hausgemachte Jagdtraining ab sofort. Strikt und unwiderruflich. Wenn er die Verbotszeichen frech ignoriert, kommt beispielsweise die böse Blechbüchse wieder aus der Rumpelkammer. Es muss ihn nur mitten im Jagen und unmittelbar nach dem Ignorieren des Verbotszeichens treffen. Da verknüpft er direkt und mit verstärkendem Körperkontakt, was angesagt ist.
Wenn der Hund beim Jagen unter ein Auto kommt, einen Radfahrer auf den Boden wirft, sind Sie verantwortlich und nicht der Hund - versicherungstechnisch und biologisch. Vergessen Sie aber dabei nicht: Viele "Macken" können eine organische Ursache haben. Beim nächsten Tierarzt-Besuch fragen Sie nach Ursachen und möglichen Therapien.
Trick gegen andere Hunde anmachen:
Eine häufig auftretende Unart, vornehmlich in der Stadt, ist der bei Begegnungen mit anderen Hunden. Einer fängt an, der andere reagiert mehr oder weniger. Zur lautstarken Blamage für die Halter. Meist können sie nicht mal sittsam links an der Leine laufen. Nur ausgebildete Hunde wissen sich hier zu benehmen. Abhilfe schafft nur eine geduldiges Training mit Ablenkung durch andere, möglichst gut ausgebildete Hunde (als Co-Trainer, zusammen mit einem erfahrenen Halter). Am besten, oft nicht zu umgehen, ist der Besuch einer Hundeschule. Denn hier treten nur solche Hundehalter mit ihren Hunden an. Die Begegnungen werden geübt. Zuerst Halter-an-Halter-Seite, parallel in grösserem Abstand vorbei, die Hunde an der kurzen Leine fest im Griff. Fängt er an, zickig zu werden, was man schon an der Ohrenstellung erkennt, dann wird er sofort mit scharfem Leinenruck und gleichzeitigem Verbotszeichen "Nein" zur Räson gerufen. Nie dabei stehen bleiben. Man kann Hunde auch in der Vorausschau mit Worten beruhigen. Dabei aber nie aus Angst schon die Leine und damit den Hund unter Spannung setzen!
Die Begegnungsdistanzen werden bei zunehmender Beruhigung immer kürzer, wobei der ausgebildete Hund mal festgebunden abgelegt wird, das auszubildende Paar immer wieder an ihm mit grösserer Entfernung (10 m) vorbeigeht.
Bei Erfolg kann man dann Hund an Hund aneinander vorbei gehen. Auch hier ist scharfe Zurechtweisung im negativem Fall vonnöten. Und kurzes Lob erst dann, wenn sich der Hund wirklich ruhig verhält, und nicht nur eine Zehntelsekunde. Training und Übungen machen hier die Meister.
Eines Tages werden sie in die erhabene Lage kommen, dass sich ihr Hund gar nicht mehr nach einem anderen umdreht.
Dann sind sie ein wohlerzogenes Team, das zur allgemeinen Hundefreundlichkeit beiträgt.
Wohlgemerkt: Die überwiegenden Unsitten sind menschengemacht. Also liegt es an Ihnen, sie wieder abzuschaffen (mit "schaffen" ist Arbeit gemeint und kein aussetzen). Nach dem Verursacher-Prinzip. Freilich ist nicht alles, was Hundefeinde oder selbsternannte Tierschützer oder die "lieben" Nachbarn als Unart erklären, auch eine solche. Sie wissen nicht, warum ein Hund so und nicht anders tickt. Sie gehen nur von ihrem Verständnis aus. Und das ist meist nur menschlich-egoistisch.
Wasserspritzer gegen Unflätige:
Ein meist hochwirksames Mittel, wenn Hunde meinen, sie müssten ihr Auto gegen alle Hunde der Welt verteidigen und dabei das Interieur vernichten, oder bei Anlässen und Umständen, wo sie nicht gut reagieren können (auch im Auto, weil Sie eigentlich fahren sollten): Man nehme eine Wasserspritzpistole aus dem Spielzeugladen und richte im "richtigen" Augenblick (wenn er zu gröhlen anfängt) einen gezielten Strahl Wasser auf die empfindlichste Stelle des Hundes: die Nase. Und drücke herzhaft auf den Abzug. Pffft. Immer mit dem Verbotszeichen "Nein!" verknüpfen. Das reicht dann später.
Ein Pflanzenspritzbehälter tut dieselben Dienste. Mag sein, dass das Auto ziemlich nass wird. Aber der Hund ruhig. Bis auf weiteres.
Gegen Buddeln im eigenen Garten:
Ein vermeintlich übler, weil übelriechender Trick. Von Ira Vaculik (für diese "Ehrung" wird sie sich besonders freuen...): Man grabe (getrockneten!) Hundekot dort ein, wo der Hund gern buddelt. Er wird dies nie wieder (dort) tun. Denn an seine eigene Sch*** rührt kein normaler Hund. Er riecht es noch lange, auch wenn der Kot noch so ausgetrocknet scheint. Das liest sich schon so überzeugend. Es wirkt auch so auf den Buddler.
Kleiner Hinweis: Graben Sie den Sch*** ein, wenn der Nachbar es wirklich nicht sehen kann.
Die populärste Untat des Halters/Ausbilders:
Für "Softis" in der Hundeausbildung: Ein fügsamer Hund reagiert auf alle versüsslichten Töne, vor allem in Tateinheit mit Leckerle en masse. Bei jeder folgsamen Bewegung kriegt er was. Dann tut er auch alles dafür. Das Leckerle ist der Auslösereiz. Nicht das Zeichen seines Rudelführers. Zur Zeit der grassierende elementare Irrtum (weil Selbstbetrug) in der modernen Hundeerziehung. Ein psychisch starker Hund würde eine nur zärtliche, buchstäblich unisono milde Behandlung in Laut- und Körpersprache als Schwäche deuten. Er würde dies zumindest als Herausforderung betrachten. Er benötigt von Anfang an eine deutliche Ordnung. Und diese muss bis über die Pubertät hinaus oft bestätigt werden.
Penetrantes und permanentes Markieren (bei Rüden):
Auch vermeintlich eine Unart des Hundes, hier betrifft es ausschliesslich Rüden, die gerne markieren. Das Markieren ist biologisch hundsnormal - schöne Grüsse an geschlechterfeindliche Ausbilderinnen, die gibt es leider.
Aber es ist eine Erziehungs-Unart, wenn der Rüde, vorher im eigenen Garten oder zumindest einmal ausgiebig Wasser gelassen hat, und danach an jedem Geruchsmerkmal, wo ein anderer Hund vorher schon pieselte, drauf zu markieren. Was meinen Sie, wie weit Schlittenhundeführer mit ihren Hunden kämen, wenn sie jedesmal anhielten, wenn ein Rüde meint, er müsse mal eben? Es ist auch auf Spazierwegen, ganz abgesehen von urbanen Siedlungen, einfache eine Unart, den Rüden überall und jederzeit markieren zu lassen. Nicht selten auch an Autoradkappen etc. Auch dies führt zu Hundehass. Dem entgegenzuwirken, ist Aufgabe des Halters. (Der Hund kann nichts dafür, dass er in nicht hundegerechter Umgebung ausgeführt wird!) Es ist auch eine erzieherische, weil Dominanz-Überlassung beim Rüden. Dies in gegenseitige Verträglichkeit zu korrigieren, ist unsere Aufgabe!
Ich halte es bei meinem - auch kastrierte Rüden markieren - so: Ein, zweimal lasse ich ihn markieren, wenn dabei auch normales Wasserlassen dabei ist.
Dann ist Schluss; er wird nach dieser Toleranzgrenze durchkorrigiert: "Nein", und leichter Rucker an der Leine. Mein Rüde hat es noch lange versucht, weil er am vorhergehenden Wohnsitz kaum eine Geruchsspur von früher anwesenden Rüden aufnehmen konnte. In der Umgebung es neuen Wohnsitzes aber. Wir werden das korrigieren. Wie angenehm sind hier doch Hündinnen: sie machen nur dann, wenn sie wirklich müssen.
Ich wiederhole mich auch hier mit Absicht: Die meisten Untaten werden erst von Menschen verursacht und meist noch verstärkt. Andere wiederum können im Umgang unangenehm sein, also muss der Halter seinen Hund korrigieren. Das Wort "Strafe" gibt es bei mir nicht, sondern Korrekturen: zuerst am Mensch, dann erst am Hund.
Blechbüchsen- oder Wurfketten-Trick gegen "Jäger":
Man präpariere eine leere Cola- oder Bierdose mit einigen Steinchen und klebe die Öffnung fest zu. Wenn der Hund nun schon im Ansatz zu jagen beginnt (ein Auto, einen Fahrradfahrer oder dergleichen): Werfen Sie hinter ihm die scheppernde Büchse auf den Boden, in die Nähe von ihm oder gar auf ihn (die Büchse tut nicht weh), damit es fürchterlich scheppert. Dazu das Verbotshörzeichen: "Nein!". Der Hund erschrickt, weil das Ding scheppert. Die Dose ist danach sofort wieder einzusammeln. Der Hund darf dies nicht als Beute begreifen und nicht damit spielen. Das wirkte bei meinem Hund nur ein paar Mal, bis er wusste, wie weit und wie schlecht ich werfen konnte. Dann machte er halt einen grösseren Bogen. Bis heute funktioniert dagegen die Wurfkette. Ich brauchte sie inzwischen selbst in einer Entfernung von 20 Metern nur zu bewegen, schon guckte er um und trollte sich zu mir. Ich brauche sie schon lange nicht mehr.
Auch ein Schlüsselbund tut es zur Not auch. Man muss damit nicht den Hund treffen. Wie bei den vorgenannten Mitteln reicht das überraschende Geräusch. Den Schlüsselbund möchten sie im hohen Gras gern wiederfinden. Eine Kette (bei mir ist eine ausgediente, wegen zu enger Glieder nicht verwendete Halskette) kann man besser ersetzen. Wenn der Werfer seine Reichweite richtig einschätzt, beziehungsweise der Hund die Reichweite kennenlernt, ist das ein Training für einige Wochen, bis er seine neue Distanz akzeptiert. Später genügt es, wenn er das Verbotszeichen automatisch damit verknüpft, dass bei Zuwiderhandlung gleich was geflogen kommt. Wenn er dieses Verbot verinnerlicht hat, genügt nur noch ein Hörzeichen. Aber das kostet Zeit, Geduld und äusserste Konsequenz. Wenn Sie nicht aufpassen, und sein Aktionsradius ist ausser Kontrolle, beginnt das Theater von Neuem.
Bei meinem ausgekochten Schlitzohr, der einen unnachahmlichen Grad an Neugierde besitzt, wirkte nach zwei Monaten "Wurfketten-Training" schon auf 15 Metern Entfernung, wenn ich nur die Kette rascheln liess. Erstens weiss ich, dass er verdammt gut hört, zweitens konditioniere ich ihn auf "ständige Kontrolle". Immer mal die Kette in seine Nähe geworfen, verbunden mit einem "Nein", das wirkt bei ihm. Bis jetzt. Man muss auf der Hut sein, ihm keine Ausnahme gönnen, dann prägt er sich die Kontrolle ein. Wenn er folgt, folgt mein beruhigendes, aufmunterndes "Hier". Er wird erst dann kurz gelobt, wenn er direkt bei mir absitzt oder steht. Ein paar Sekunden später darf er, wenn es die Situation erlaubt, wieder frei laufen. Es ist nur sinnvoll, ihn auch ohne ersichtlichen Grund herzuholen, damit er das Zeichen nicht mit einem Reiz (Auto, Radfahrer, Jogger, Wild und ähnliches) verknüpft. Das klingt willkürlich, aber bei tatsächlicher Gefahr müssen ja auch Sie entscheiden und er folgen.Seilstopper-Trick gegen Jagen und Weglaufen:
Hier ist absolute Geduld und Langmut gefragt. Ein 10-Meter-Seil in der Stärke von 5 Millimetern für einen mittelgrossen Hund bis 35 Kilo (und nicht schwerer - bei meiner damals jungen 40-Kilo-Hündin bin ich mal böse auf die Fresse geflogen, als ich ihre Aktion verpennte!) ist eine universelle Ausbildungs- und Korrekturhilfe. Eine 50-Kilo-Person kann auch für diesen Test keine 60-Kilo-Hunderakete halten. Die Person wird geschleift oder das Seil reisst. Nebenbei ist der Lerneffekt katastrophal.
Die Seilstärke muss dem Gewicht und dem Temperament angemessen sein: So leicht, dass er es ihn nach Gewöhnung nicht mehr beeindruckt, so stark, dass es nach dem deftigen Stop durch den beschleunigenden Hund nicht reisst. Mein 36-Kilo-Rüde hat enorme Triebstärke, darin automatisch eingeschlossen der Jagdtrieb. Da ich gegen brutale Methoden bin, übe ich mich in Geduld und Konsequenz. Da auch Spielaufforderungen mit sonst interessante Stöckchen nicht immer ablenken, verpasse ich mir und meinem Hund die Flugzeugträger-Kampfjet-Einfang-Methode. Hört sich kriegerisch an, ist es aber nicht. Nur die Konsequenz ist die gleiche. Das Flugzeug darf nicht abstürzen, der Hund darf nicht in seinen Jagdtrieb (auch gegen Autos, Jogger u. a.) und sein Abhauen abstürzen. Es ist keine Methode, wenn der Hund sich nicht ausgleichend in gesichertem Areal austoben kann. Doch in freier Wildbahn hat das ein Ende. Auch wenn sie den Hund bereits im Auto angeleint haben - so muss es sein, denn es genügt ein Schlüsselreiz, und der Hund ist beim Teufel - und Sie meinen, die Leine hindert den Hund: In einer halben Stunde hat er sich an den leichten Zug gewöhnt. Sie merken es an der Ohrenstellung, die sich wieder normalisiert. Sie merken es, wenn Sie - derart gesichert - es sich erlauben können, den Hund im Wald den vielfältigen Reizen auszusetzen, dass er die Leine "vergisst". Es klappt nicht, wenn Sie nur ein paar Minuten auf und ab gehen. Sie müssen sich und den Hund daran gewöhnen, dass die Leine bald als Gewohnheit ignoriert wird. Lassen Sie die lange Leine einfach am Boden mitschleifen. Kümmern Sie sich nicht um die Leine. Sie haben genug damit zu tun, ihn zu beobachten, ob er im Falle eines Falles drauf reinfällt. Führen Sie ihn, die Leine wie ein Bergsteiger seinen Kameraden absichert (über Kopf und eine Schulter, durch die Halteschlaufe gezogen), mit lockerem Abstand an diese Reize heran. Vielleicht kommt auch ein Auto oder ein Jogger des Weges: Weichen Sie vom gewohnten Pfad ab und treten so weit zur Seite, dass der Hund zwar gereizt werden kann, aber nicht in Kontakt mit der "Beute" kommt. Entwarnen Sie den Jogger freundlich, dass Sie den Hund über die Leine unter Kontrolle haben. Kein Jogger muss unter Ihrem Test leiden. Dann warten Sie, bis der Hund reagiert und die Leine sich zu straffen beginnt. In diesem Moment geben Sie das Hörzeichen "Nein!". Überhört Ihr Hund dieses Verbotszeichen, fällt er in das Seil wie eben dieser Kampfjet. Nach diesem Purzelbaum wird er ganz ruhig mit einem "Hier" zu Ihnen gerufen. Und er wird perplex dem Ruf folgen. Dann gehen Sie weiter, nachdem Sie den Hund kurz gelobt haben. Dieses Reiz-Spiel können Sie im Wald sorglos durchführen. Denn die vielen Geräusche und Gerüche lassen ihn schneller das Seil vergessen machen. Der Trieb kommt irgendwann durch. Und dann kommt die Konsequenz. In vielen Versuchen wird der Hund daran gewöhnt, dass dies bei Spaziergängen sein Limit ist. Wenn er es mitsamt dem Verbotszeichen "Nein" übertritt, wird er überfallartig gestoppt. Der Purzelbaum schlägt nach vielen Übungen Wurzeln. Der Hund speichert langsam: Aha! Das ist meine Distanz, sonst mache ich den Abflug. Keine Sorge, das Genick ist für diesen Purzelbaum stark genug. Wäre der ultimative Ruck jedoch zu schwach, würde er die Korrektur nicht ernst nehmen. Leinen Sie ihn danach nicht ab, sondern erst im Auto. Ein Missgeschick, und die ganze Methode fällt für Wochen ins Wasser. Aber er muss es speichern können, und das geht nie mit drei, vier Versuchen. Die Übung dauert, bis er die Distanz, die Sie ihm vorgeben, intus hat, mindestens vier Wochen. Wenn Sie glauben, "heute machen wir eine Ausnahme" und er darf seine Untugenden wieder austoben, fängt alles wieder von vorne an. Nicht vergessen: Sie bestätigen seine Folgsamkeit nur, wenn Sie ihn nach dem Herkommen auf das Hörzeichen "Hier" kurz verbal oder mit einem Streicheln über den Körper loben beziehungsweise bestätigen.Bitte: Wenn Sie Tricks gegen Unarten wissen, bitte an den Chefredakteur mailen.Die Tricks werden unter Namensnennung ("Strafe" muss sein...) veröffentlicht.


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