• Mantrailing

    Mantrailing ist eine spezielle Art der Fährtensuche mit einem dafür speziell ausgebildeten Hund. Dem Hund wird beigebracht, der Spur einer (im Ernstfall vermissten) Person durch deren Individualgeruch zielsicher zu folgen. Beim Mantrailing folgt der Hund vor allem dem


    Individualgeruch einer gesuchten Person. Der Hund muss sich von der Spur entfernen und ganze Teilstücke abschneiden können. Er soll eine Fährte in jedem Gelände, in der Stadt, auf Asphalt und im Wald verfolgen und eine Person aus einer Menge von Menschen herausfinden. Es spielt dabei keine Rolle, ob die gesuchte Person mit dem Rad oder auf dem Pferd unterwegs war. Beim Mantrailing wird nur bewertet, ob das Team Hund mit Hundeführer die gesuchte Person findet und korrekt anzeigt. Wie, ist egal. Es müssen bei diesen Fährten keine Gegenstände gesucht werden.

    Der Geruchsinn des Hundes ermöglicht bei gezielter Ausbildung, einem individuellen Geruch selbst in überreizt-belebten Stadtgebieten zu folgen, nicht nur in freiem Gelände ohne grosse Reizablenkung. Hunde vermögen Spuren zu finden, die mehrere Tage alt sind. Für solche nachvollziehbaren Leistungen müssen aber Hund wie Hundeführer ausgebildet werden. Der Letztere muss die Reaktionen des Hundes korrekt interpretieren. Er darf ihn nicht auf die falsche Fährte führen.

    Geeignete Hunde sind natürlich physisch und psychisch gesund und mit möglichst grossen Riechräumen (Nasenraum) gesegnet, Bloodhounds sind auf diesem Gebiet beliebt. Aber auch Otterhounds oder gar Basset Hounds können dank ihrer Supernasen auf diesem Gebiet tüchtig sein, also Hunde mit beispielhaft grossem Riechraum.

    Der Individualgeruch setzt sich zusammen aus Hautpartikeln, Fettsäuren und anderen Ausscheidungen, die von Bakterien zersetzt werden. Solche Spuren werden von jeder Person ständig abgesondert und hinterlassen Merkmale - so individuell wie ein Fingerabdruck.

    Feine Partikel werden vom Wind oft weit von der Fährte verweht. Entsprechend entfernen sich die Hunde von der Spur. Ein Training zielt darauf ab, immer dem frischesten Geruch zu folgen. Es darf dabei nicht entscheidend sein, ob die gesuchte Person zu Fuss, mit dem Skateboard, mit dem Rad oder zu Pferd unterwegs war.

    Diesen Suchhunden lässt man vernünftigerweise die freie Entscheidung, wo und wie sie ihre Nase einsetzen. Hunde mit ausgeprägten Nasenräumen beherbergen bis zu 60 mal mehr Riechzellen als Menschen.

    Es ist beim Mantrailing nur wichtig, wie und dass sie Spuren anzeigen. Hunde mit dieser Ausbildung werden eingesetzt, um über längere Zeit vermisste Kinder, Pilzsucher oder Demenz- wie Alzheimer-Patienten zu finden.

    Nachdem Mantrailing in den USA zur praktikablen und menschenfreundlichen Ausbildung geworden ist, haben sich auch in Europa verschiedene Rettungshunde-Abteilungen dieser Personensuche angenommen.

    Unterschied zum Tracking: Die Amerikaner unterscheiden zwischen Mantrailing und Tracking. In Europa werden im Unterschied zum Mantrailing überwiegend Hunde vom Typ "Diensthund" verwendet. Diese Hunde folgen den Veränderungen, die durch Trittspuren am Boden verursacht werden. Sie bleiben deshalb nahe an den Fusstritten. Dem für diese Fährtenarbeit trainierten Hund fällt es aber schwer, Fährten von verschiedenen Personen zu unterscheiden und Spuren zu verfolgen, die auf nicht natürlichen Böden hinterlassen werden oder älter als einige Stunden sind. Beim Tracking wird auch verlangt, dass die Hunde tief auf dem Boden genau auf der Fährte bleiben. Tracking hat sich aber inzwischen in den USA zum reinen Sport verabschiedet.

    © Hundezeitung.de

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