für die Gestaltung eines abwechslungsreichen Programms Von Thomas Gut
Zuerst die traditionelle Form des Hundetrainings (= rennspezifisches Training):
Absolvierung der Trainingsstrecke mit voller Teamgröße im Renntempo (gleich 30 - 35 km/h), die Streckenlänge wird dem Leistungsvermögen angepaßt. Oftmals bleibt man bis zum ersten Rennen bei maximal 80 Prozent der Renndistanz, um die Hunde "motiviert" zu halten.
In dem nun vorgeschlagenen Trainingsprogramm spielt diese Methode nur eine untergeordnete Rolle, als Test vor einem Rennen allenfalls.
Bestandteile eines umfassenden Traingsprogramms sind folgende Komponenten: (Die Teamgröße bleibt (auch beim offenen) Team bei max. 8 - 10 Hunden!)
Ausdauerlauf: 80 - 90 Prozent der Renngeschwindigkeit (25 - 29 km/h), Streckenlänge entspricht dem aktuellen Leistungsstand der Hunde, wie beim rennspezifischen Training Installierung einer Grundausdauer (aerobische Konditionierung), sowie einer Grundgeschwindigkeit. Variable Sprintintervalle: Wechsel von Passagen mit hoher Geschwindigkeit (30 -35 km/h) und niederer Geschwindigkeit (15 - 20 km/h). Man macht ca. 6 - 15 Wechsel pro Lauf, der in etwa 75 Prozent der Strecke des Ausdauerlaufes betragen sollte, die Intervalle sind flexibel zu gestalten, um feste Gewohnheiten zu verhindern. Man erreicht dabei eine aerobe und anaerobe Konditionierung. Eine Form dieses Trainings, wertvoll besonders in der ersten Vorbereitungsphase, ist das Fahrtspiel, d. h. die Intervalle werden zuerst immer länger und anschließend wieder kürzer. Sprintintervalläufe: Läufe mit Höchstgeschwindigkeit (32-35 km/h) unterbrochen von Stops (Regenerationsphasen). Die Dauer der Sprintintervalle liegt dabei im Bereich von einer Minute, die Regerationsphase mindestens zwei Minuten. 10 - 12 Wiederholungen pro Lauf sind genug. Bildung von Sprintkapazität (anaerober Bereich) und "peak-out" vor Rennen. Eine Steigerung der Sprintintervalle sind Tempoläufe, die ebenfalls mit hoher Geschwindigkeit absolviert werden, aber über längere Distanz. Erholungsläufe: Training ähnlich der variablen Sprintintervalle, wobei die langsamen Phasen die Überhand haben auf etwa 75 Prozent der momentanen Länge des Ausdauerlaufes. Verhindert ein Übertrainieren.Bei den Intervallen sollte man flexibel sein und die Schwerpunkte nach dem Gelände richten, z.B. schnelle Passagen bergauf, schnelle Passagen nur an übersichtlichen Stellen (siehe Bsp. am Eingang des Artikels)
Bei der Gestaltung des Trainingsplans sollte darauf geachtet werden, dass pro Trainingswoche der Intervallanteil nur 50 Prozent, der Erholungs - und Ausdauerteil ebenfalls 50 Prozent beträgt.
Einige Anmerkungen zur Durchführung
Es mag gerade für die Sprintmusher erstaunlich sein, langsam zu trainieren. Doch der Trainingseffekt ist folgender: Eine sehr schnell gefahrene Strecke führt in den Muskeln zu anaerober Energiebereitstellung, es wird Milchsäure (Lactat) produziert, der Muskel ermüdet. Gönne ich ihm eine ausreichende Erholungsphase, kann eine neuerliche Belastung gestartet werden. Der Organismus passt sich den Reizen an (Superkompensation) und erhält eine bessere Sprintkapazität.
Aber auch der psychologische Effekt darf nicht unterbewertet werden: Bei ausreichend langen Pausen entsteht der Wunsch im Hund wieder eine schnelle Strecke zu absolvieren. Genau das Gegenteil ist der Fall, wenn man die Hunde mit Gewalt zu höher Geschwindigkeit antreiben will. Das einzige, was man damit produziert, ist eine Art Psychoterror, welcher den Hund schlussendlich ruiniert. Man sollte nicht die Intensität des Intervalltrainings unterschätzen.
Der Hund ist am Ende eines Trainingslaufes ebenso erschöpft wie beim klassischen Training, erholt sich allerdings wesentlich schneller.
Wie bekomme ich nun die Hunde langsamer?
Der Anfänger dieser Trainingsmethode sollte bei den ersten Versuchen das Team mit der Bremse soweit runterbremsen, bis das gewünschte Tempo erreicht ist, lassen die Hunde dann nach einer Weile langsam nach dagegenzuarbeiten - Lob!
Geradezu explosionsartig werden sie das "get up" Kommando annehmen! - Lob!
Mit der Zeit passt man die Intervalle dem Erschöpfungszustand des Hundes an, Restart des Intervalls erst nach vollständiger Erholung! Man muß lernen die Hund zu "lesen". Jetzt gilt es aufzupassen, damit der Hund nicht lernt, selbst Erholungsphasen einzuflechten. Macht man alles richtig, bekommt man ein leistungsfähiges, kontrollierbares happy Team.
Zum Abschluß möchte ich hier einen Trainingstag skizzieren, wie er mit meinem Team drei Wochen vor Beginn des Alpentrails absolviert wurde:
Dat. 31.12.96, Temp. - 15°C, klar, windstill, Streckenlänge 21,5 km, Höhendifferenz 650 m. Trailverhältnisse: Bis auf 7 km gute Trailverhältnisse (älterer Trail, von den Hunden selbst gebrochen), 7 km neu zu spuren, ca. 20 cm tief.
1,2 km einlaufen (langsamer Galopp) 0,3 km Trab 2x 1,0 km Galopp mit 2´Pause 0.3 km Trab 1.8 km Galopp 0,2 km Trab 7.3 km Trab (spuren) 5´Pause 2,0 km langsamer Galopp 0.3 km Trab 0,3 km Galopp 1,2 km langsamer Galopp 0,3 km Trab 1,7 km Galopp o,5 km Trab 2x 0,5 km Galopp mit 2´Pause 1,0 km auslaufen (leichter Galopp)
Die Musher-Grundausbildung
I. Grundausbildung des Einzelhundes Beginnt bereits beim Kleinhund. Wichtig sind Disziplin beim Wässern, Füttern, Boxengewöhnung, Kettengewöhnung (Stake out!), Lärmvermeidung beim Droppen (Herauslassen der Hunde zum Wässern, Pinkeln, etc.). Grundzeichen, vor allem "Hier", aber auch "Sitz", u. a.
II. Grundausbildung in der Gruppe Im Freilauf nur geringes entfernen der Gruppe vom Fahrzeug, bzw. Führer; "Hier", "Sitz" in/mit der Gruppe; einzelnes Abrufen aus der Gruppe; Abrufen und selbstständiges Boxenbesteigen aus der Gruppe; keine Lautentwicklung bei diesen Tätigkeiten, sowie allen anderen Vorbereitungs - und Aufräumarbeiten
III. Ausbildung im Gespann Freilauf der Hunde vor und nach dem Einspannen; aus sportlicher Sicht ist Schreien und Springen vor dem Start sinnvoll (Erwärmung der Muskulatur, Motivation!), sollte allerdings nur nach vorne und ohne Raufereien geschehen. "Line out" der Leithunde, um Einspannen allein zu ermöglichen. Dies zählt auch bei stops unterwegs. Hierbei sollten die Hunde auch ruhig sein, selbst bei längeren Pausen (Mittagessen, Picknick etc.). Nach beenden des Trainings Pfotenkontrolle, Snacken, Wässern im Gespann.
IV. Zeichen in der Gespannführung Start und Stopzeichen: "Pfiff, go, etc.", "whoaaaa", evtl. "Sitz", "Platz"; Geschwindigkeit: "pfiff, get up, ..." für schneller, "easy" o.ä. für Schrittempo; Richtungszeichen: "haw" (links), "ahead" (gerade), "gee" (rechts); Wendemanöver: "come gee" (Wende rechts), "come haw" (Wende links); Fahrbahnwechsel: "gee over" (Wechsel nach rechts, "haw over " (Wechsel nach links)
Alternative - wer "nur" touren will: www.hundezeitung.de/ausbildung/schlitten.html


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