Weiterbildung
Sport- und Spezial-Ausbildungs-Programme
Dies ist nur ein grober Überblick zu weiterführenden Angeboten. Die Grundausbildung ist immer die Ausgangsbasis für eine Weiterbildung - wie bei Menschen auch. Ein unbeschäftigter, aber hochtalentierter Hund bleibt dumm. Der Ehrgeiz seines Menschen hindert ihn, sich natürlich zu entwickeln. Er verweigert zu recht. Leider verführen geradezu wuchernde moderne Beschäftigungen zum Mitmachen um jeden Preis, auch wenn beide - Halter wie Hund - dazu völlig ungeeignet sind. Im Grunde ist jede Sportart oder Beschäftigung dem Hund recht, wenn sie seinem Charaktertypus und Temperaments-Bedürfnis, seinen körperbaulichen Voraussetzungen, seinem Bewegungsbedürfnis, seinem Gesundheitszustand entsprechen, sie nicht monoton, sondern abwechslungsreich ist.
Mit wirklichem Hundesport meine ich aber nicht jene „Hundesportvereine", die nur eine Ansammlung militanter Schutzhunde-Beisstrainings-Methoden aus dem letzten Jahrhundert sind, wo die vierbeinigen, unfreiwilligen Sportkameraden - wie mir eine erfolgreiche Malinois-Halterin sagte - nur den Anhänger, die Hundebox auf dem Platz und ihren Zwinger kennen. Und die von Prüfung zu Prüfung gehetzt werden, damit Herrchen (meist mit Bierbauch) Urkunden in die Vitrine stellen kann. Auf dem Prüfungsplatz herrscht der Kommisston, als ob alle taub wären. Was auf den meisten Hundesportplätzen geschieht, ist eher Hundespott - im Vergleich zu einem dieser immer wieder beispielhaften Leistungshüten bei Border Collie-Schäfern und dergleichen. Ich würde die brüllenden Schutzhundler zu gern mal in die Lehre bei den Profis mit dem leisen Ton geben. Aber das kann man den Schäfern und ihren Hunden nicht zumuten.
Nein, ich meine wirklichen Hundesport. Viele der Sportarten sind sich ähnlich. Vor allem in einem: Voraussetzung ist das Beherrschen der Grundschule. Ein Hund, der partout seinem Halter aus dem Ruder läuft und andere stört, blamiert nur seinen Besitzer. Der Hund ist - wie immer - nicht schuld. Nur der Halter, der meinte, aus dem Nichts könne er ein Champ werden. Da überträgt man gern auf ein Tier Wünsche und Träume, die man selbst nicht erfüllen kann.
Das Schlimmste ist jedoch der falsche Ehrgeiz im Sport, vor allem eben der mit abhängigen Tieren. Geltungssucht und materielles Denken führen immer zu mehr oder weniger sanften Tierschändungen, im Pferde- wie im Hundesport. Pseudo-Oberlehrer sind ebenso schlimm für einen Lernfortschritt wie jene, die alles besser wissen und durch ihre Blockade nichts aufnehmen. Nervöse oder gar ängstliche Menschen übertragen ihre Schwierigkeiten, ihre Macken sofort auf den Hund. Ausbilder brauchen viel Geduld und Einfühlungsvermögen für die Halter, weniger für die Hunde. Jede Abwechslung in allen Sportarten ist besser als eine Stunde lang zu exerzieren. Je aufmerksamer, lernfreudiger der Hund ist, um so mehr braucht er Abwechslung. Sonst stumpft er ab. Es ist halt so wie in der Menschenschule: Hochintelligente sind schwierige Kandidaten für einen genormten Unterricht, der nur seinen Durchschnitt pflegt.
Je vielseitiger und hundegerecht anspruchsvoller eine Sportart ist, desto gieriger wird Ihr Hund darauf sein, jeden Tag neu lernen zu dürfen. Dass Sie dabei mit ihm lernen, ist eines der schönsten Gesellschaftsaufgaben für Hundehalter. Das fängt am ersten Tag mit dem Welpen oder älteren Hund aus dem Tierheim an. Spielen ist Lernen fürs Leben. Die gröbste Fehlerquelle dabei: Dem Hund ein Stöckchen hinzuwerfen und dann ihn damit allein lassen. Das ist kein Spielen, das ist nur Faulheit nach dem Motto: „Geh, spiel` gefälligst allein und lass mich dabei in Ruh". Da hält man sich besser eine Katze. Die braucht niemand zum spielen. Die macht das besser allein.
Wer einmal auf einem Agility-Kurs mit verschiedenen Hundetypen und -Menschen zugeschaut hat, wird den Riesenspass nachempfinden, der alle Aktive befällt. Sollte man meinen. Mich befiel Sprachlosigkeit angesichts der Beobachtungen, die ich auf einem „Hunde-Olympia-Turnier", wo alle „Amateure" teilnehmen durften. Deutsche Schäferhund (SV)-Ortsvereine öffnen für Nicht-SV-Hunde gern ihre Plätze („Augsburger Modell"); sie dürfen bei vom SV nicht ernst genommenen Spielarten mitmachen - und bringen Geld in die Kasse. Das ist der wahre Grund. Was ich vor allem vor dem Turnier, sah, ist „Breitenspott".
Wahr ist freilich, dass die Schutzhunde-Ausbildung in Privathand jährlich um zehn Prozent abgenommen hat. Es gibt also Hoffnung.
Über hundetypen-geeignete Spezialitäten wie Rettungs- oder Behindertenhunde-Ausbildung möge man sich erkundigen, nachdem der Hund souverän grundausgebildet wurde. Und zwar bei den landesweiten Schulungszentren oder über entsprechende Literatur. Denn nicht jeder Hund ist dafür geeignet. Vor allem nicht, wenn er dafür vom Halter falsch ausgebildet wurde. Ein Behindertenhilfshund muss in seiner 18 Monate dauernden Ausbildung sogar lernen, das Licht ein- und auszuschalten, muss Gegenstände von Tischen und Regalen bringen, Türen und Schubladen öffnen und schliessen, seinem Besitzer beim Entkleiden helfen, den Rollstuhl ziehen und im Notfall Hilfe holen können, natürlich auch den Telefonhörer abnehmen und auflegen.
Einen jagdfreudigen Hund kann man dafür einen mit Fährtenarbeit ablenken: Belohnungen auf einer Wiese auslegen, später mit Kleidungsteilen bestücken oder wie die Meute-Profis Kiefernölbalsam tröpfeln lassen.
Nordische Hunde sind geborene Langläufer. Im Winter fühlen sie sich wohl. Doch zum Lastenziehen muss man sie erst hinführen. Wie das geht, habe ich in meinem Buch „Schlittenhunde" (siehe Literaturhinweis im Anhang) ausführlich beschrieben. Auch unter den Schlittenhundeführern, Musher genannt, herrscht Ordnung. Wenn da in einer Sportklasse bis zu acht Hunden je nach Ausbildungsstand und Talent wie Erfahrung geleitet werden müssen, mit speziellen Hörzeichen, dann muss eine allen Beteiligten verständlich Ordnung herrschen. Im Sommer sind diese Spezialisten übrigens nicht etwa arbeitslos. Statt eines Schlittens kommt hier ein Rollwagen an die Leinen.
Man kann es sich auch bequem machen und für Hunde-Bewegung zahlen, wie aus einer Zeitungsanzeige hervorgeht: „Lustige Familie such sportliche Person zum Laufen mit 2 sehr lieben Schlittenhunden, 4 mal die Woche (Di-Fr), vormittags 1 h auf 610-DM-Basis" Eigenleistung statt Lustigkeit wäre angezeigt. Falscher Ehrgeiz, vor allem Selbstüberschätzung von Halter (der zuerst) und falscher Stolz über den Hund bauen den Spass nicht auf, sondern ab. Ohne Grundunterricht geht hier gar nichts.
Schlittenhundesport Zu Vorurteilen, die vor allem von Unsportlern geäussert werden, und die selbst nie bei einem Schlittenhunderennen dabei waren (da muss man manchmal hinlaufen!): Es gibt in Alaska brutalere Temperaturunterschiede als hierzulande. Nichts ahnend, dass kurzhaarige oder gar nackte Hunde viel empfindlicher auf Sonneneinwirkung reagieren als jene mit Schutzmantel. Oder schwarz-dickbepelzte wie Neufundländer, die in der Hitze noch stärker leiden.
Ähnlich ahnungslos äusserte sich laut dpa der Deutsche Tierschutzbund zum (in jeder Hinsicht professionellen) Todtmooser Schlittenhundrennen: „Die meisten Hundeschlittenlenker seien völlig unqualifiziert für die Haltung der Huskies. Als Wach- oder Schosshunde kämen sie keinesfalls in Frage." Wenn hier jemand unqualifiziert ist, dann der Tierschutzbund, der - PR-geil - solchen Stuss verbreitet.
Immer mehr frühere Renner belassen es inzwischen beim gemütlicheren Tourenfahren. Der mitunter krankhafte Ehrgeiz ist weg.
Windhundrennen Was einmal zur schnellen Hetzjagd taugte, geht heute in Perversion unter, nämlich über Wetten. Über die grausame Behandlung von Greyhounds im sonst so tierfreundlichen Irland (wenn man an Pferde denkt) ist erfreulicherweise schon berichtet worden, sonst könnte man es nicht glauben: Die Regel ist, dass die - wie fast alle Hetzhunde - sanften, anhänglichen, stolzen und unnahbaren Athleten eine Stunde bis 70 km/h rennen dürfen, um dann den Rest von 23 Stunden in einer viel zu engen Box zu verbringen, in der sie sich wundscheuern.
Wer als Renner nach vier Jahren seinen Leistungszenith überschritten hat, wird bestenfalls nach Spanien abgeschoben, um dort vollends fertigemacht, meist aber bestialisch getötet zu werden. Traurig und bezeichnend genug, dass es eine Greyhound-Rettung geben muss. Doping? Na klar, auch hier. Erst ein Landgericht musste den VDH in seiner Postille „Unser Rassehund" zu einer Darstellung zwingen, die einem Whippet-Besitzer verbot, seine Hündin an Rennen teilnehmen zu lassen - für ein paar Monate. Der Titel wurde gerichtlich aberkannt. Die Hündin holte menschlicher Leistungsfetischismus ein: Der Halter hatte seine Sportlerin gedopt. Nicht der erste Fall und sicherlich nicht der letzte.
Talentförderung bis zum Profi Hier reisse ich nur an, was spezielle Hunde-Ausbildungsbücher ausführlich beschreiben. Sie sollen nur einen Eindruck haben, was man alles mit dem richtigen Hund so machen kann. Die entscheidenden Fehler werden jedoch immer vom Menschen gemacht. Nicht wenige Hundefans glauben, dass aus ihrem Tier in jedem Fall ein Superhund werden müsse. Schon bei diesem Gedanken trennen sich Anspruch und Möglichkeit. Das Klavier- und Eiskunstlauf-Mütter-Syndrom (notorischer Ehrgeiz, übertragen auf den Nachwuchs, was einem selbst versagt war, und Geltungssucht) ist leider auch auf leistungsnotorische Hundebesitzer anzuwenden. Fanatischer Ehrgeiz am falschen Subjekt mit falschen Mitteln - und meist auch noch zu falschen Zielen.
Man sollte von seinem Hund nicht etwas verlangen, zu was man selbst nicht mal imstande ist: Nämlich erkennen, dass Talente nicht automatisch auf Knopfdruck abzurufen sind, dass Talente bei falscher Behandlung verkümmern oder fehlgeleitet werden. Dass man aus einem mittelmässig begabten Hund viel „herausholen" kann, sprich: ihn optimal fördern, motivieren, einen hochbegabten aber schnell versauen kann. Und wenn schon die menschliche Begabung des Lehrens mit den Zielen in Einklang zu bringen sind, also ein sportlich eingestellter und aktiver Mensch einen gleichartigen Hund will, dann ist das eine ideale Konstellation. Nicht selten jedoch verlangt ein Armsessellehnenpupser und Fernsehhocker von einem ihm zeitlebends unbekannt bleibenden Hund den Weltsieger in allen Disziplinen. Meist ist es nur lächerliches Wunschdenken oder krankhafter Ehrgeiz, zu was man eben selbst nie imstande war oder was einem gründlich verwehrt blieb.
Warum schreibe ich dies? Weil es besser ist, wenn ein nun mal bequemer Mensch sich keinen Schlittenhund zulegen darf, sondern einen ebenso gemütlichen Hausgenossen. Da wird keiner der beiden so leicht unglücklich. Man passt zueinander und stellt keine falschen Ansprüche. Nichts ist jedoch schlimmer und leider mehrheitlich der Fall, wenn man von filmischen Vorbildern einfach auf seinen Hundewunsch schliesst: Toll, wie Rex, Collie oder Suchhunde arbeiten, was sie leisten! Achtung! Kino!
Im ernst: Der Halter muss zuerst sich fragen: Bin ich fähig, einen Hund zu dieser oder jener Arbeit auszubilden? Nehme ich mir dazu die nötige Zeit? Habe ich den geeigneten Hund zum Programm ausgesucht? Wie viel bei kluger Wahl und Kenntnis geht, wissen Trainer. Wie lehrreich und anregend eine Fügung sein kann, wenn sich Weiterbildungs-Freunde treffen, gipfelt in der höchsten Disziplin, die ein Menschenfreund wie der Hund erreichen kann: als Rettungshund. Dieses Ausbildungsziel ist ohne jede Diskussion über alle andere zu stellen.
Zur Zeit grassieren geradezu mehr oder minder hundetypische Spielarten wie Agility, Clicker und ähnliche aus dem englischsprachigen Raum übernommene Ersatzbeschäftigungen. Wird uns demnächst das blosse Ballspiel als Basket Gambling Training verkauft? Nichts dagegen, wen der Hund art- und typgerecht beschäftigt wird und nicht menschliche Leistungssucht dabei stört. Es ist allemal sozialer als Schutzhunde-Training.
Der Olymp der Hundeausbildung ist zweifellos die zum Behindertenhilfs- oder Rettungshund. Die Ausbildung eines Behindertenhilfshundes dauert mindestens 18 Monate, wenn der Hund talentiert dazu ist. Er wird eine enorme Hilfe für den Behinderten sein. Doch die Krankenkassen zahlen diese Ausbildung nicht. Die Ausbilder sind auf Spenden angewiesen.
Spezial-Ausbildungs-Programme Welche Arbeitsprüfungen beziehungsweise Ausbildungsmöglichkeiten gibt es - neben den Staats- und Privatschutz-Aufgaben Spezialisten: Leichenspür-, Fährten-, Flächensuch-, Lawinen-, Katastrophen-, Drogenspür-, Sprengstoffspür-, Pipelinespür-, Schädlingsspür-, Trüffelspür-, Brunstspür-, Blindenführ-, Behindertenhilfs-, Treib-, Hüte- (aktive Schäfer-), Herdenschutz-, Jägerhunde für verschiedene Aufgaben oder Lastenziehhunde. Siehe auch den Beitrag „Typenkunde". Es gibt bereits einen Spezialisten gegen Schimmelpilzbefall in Wohnungen: Die Trefferquote des Schäferhundrüden Ben liegt bei 95 Prozent.
Die Förderung für die geeigneten Ausbildung fängt bereits an, wenn nach der geeigneten Rasse (beziehungsweise Mischung) die Elternverpaarung nach Eignung beurteilt und der Welpe geworfen wird. Muttertier, Welpengeschwister und Züchter beobachten den Biotonus, den Lebenswillen, ordnen ihn in verträgliche Bahnen. Sie prägen zwischen der fünften und zwölften Woche die Grundzüge des Charakters.
Der Käufer kann dies weiterbilden. Sozialfähigkeit, Eigenschaften und Lernwille sind formbar, und zwar in erheblichem Masse. Das fängt bei allen für Hundewelpen artgerechten Umwelt-Einflüssen an, die das junge unerfahrene Wesen mit seinen Sinnen erfahren (lernen) soll, ohne dass dabei psychische Schäden auch nur aufziehen dürfen. Angstreaktionen sind dann natürlich, wenn etwas Unbekanntes, Fremdes zum ersten Mal in Erscheinung tritt, zu Gehör kommt oder berochen wird. Der gleiche Lernprozess halt wie bei anderen höherentwickelten Lebewesen.
Der Welpe braucht also Kontakt, womit ich keine Überfälle von kompletten Kindergärten oder Tanten meine. Den jungen Hund frühzeitig mit etwaigen weiteren Haustieren oder Freunden oder anderen sozialfähigen und gesunden Hunden bekanntzumachen, ist entscheidend für seine weitere Entwicklung. Die Prägephase zwischen der fünften und zwölften Lebenswoche ist und bleibt entscheidend für die Zukunft des Welpen. Hier hat der Züchter und der spätere Halter die grösste Einwirkung auf den Charakter des Hundes.
Unbekanntes wie Treppensteigen (auch auf tückisch glatten, frisch gebohnerten oder durchbrochenen Stufen) muss auch er erst lernen. Dies ist eine Vorstufe zum Rettungshundetraining, denn dort lernt er später unter Anleitung einfühlsamer und kundiger Ausbilder den Angstabbau vor Hindernissen aller Art. Wer motiviert, erntet Erfolg unter Freude.
Einfühlungsvermögen, Geduld, hundeverständliche Kommunikation und Durchsetzungsvermögen sind die drei Schlüssel zum Geheimnis des Lernerfolgs. Gerade mit Tieren. Man kann erfolgreich nie gegen ein Tier arbeiten, nur mit ihm.
Immer dann, wenn mit vermeintlichem Sport mit Tieren nur Leistung, Zeitdruck und Preise gemeint sind, verliert der Partner Tier. Der leistet aber die wahre Arbeit, ohne die der Sportmensch seine Begierde nicht ausüben könnte. Von einem übergewichtigem Bürosesselhocker wird kein Marathonmeister erwartet. Genauso sollte man einem Hund nicht Leistungen abfordern, für die er weder gebaut oder vorbereitet ist.
Zum Thema Geduld und Behaarungsvermögen, wenn ein euphorischer Hundehalter meint, seinen Hund etwa zu einem Blindenführhund werden zu lassen: Die Ausbildung dauert ungefähr ein Jahr. Die Ausbildung kostet ungefähr 30 000 Mark. Die Warteliste der Behinderten ist lang. Letzten Endes muss bei aller sorgfältigen Ausbildung zwischen Behindertem und Hund eines stimmen: die „Chemie".
Das grösste Hindernis für sinnvolle Beschäftigung ist jedoch menschlicher Ehrgeiz und vor allem Wunschdenken. Das trifft inzwischen auch bei den sonst ehrenwerten Rettungshundlern zu. Schon geht es in den Trainingslagern intern schon um die Trophäe „Wer rettet mehr? Deiner oder meiner?" Einen Rettungshund zu haben scheint Mode zu werden. Man möchte nie zu den Hundlern gehören, die ihre Hunde zu angsteinflössenden Menschen- und Hundefeinden abrichten, sondern zum Gegenteil. Es sieht im Fernsehen so toll aus, wie Hunde Menschen retten. Doch hier wie dort treffen sich dieselben ungeeigneten Ausbilder und Halter. Beispiel aus meiner E-Mail-Korrespondenz: ängstliche Halterin mit zwangsläufig ängstlichem Dobermann. Die Hündin verweigert sich ihr - verständlich. Gruppendynamischer Druck verstärkt das Dilemma fatalen Wunschdenkens.
Leider an einem Tier exerziert, das nur verunsichert wird - das letzte, was seriöse Rettungshundeausbilder beim Einsatz brauchen können.
Zuerst gehörte der ungeeignete Mensch in eine Angst-Therapie. Vor allem aber manche Ausbilder, die reine Psychosozialfälle sind und nur über die Hundearbeit kompensieren und sich dabei von Nochunwissenderen aufgewertet fühlen. Die Hunde, an denen herumgemacht wird, würden es danken.
Auch hier ist also weniger mehr.
© Hundezeitung.de 2000


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