Diese Hunde (canis lupus familiaris dingo) waren - im Unterschied zu den anderen echten Wildhunden - vor ihrer freizügigen Auswilderung die Haushunde der australischen Ureinwohner, der Aborigines. Diese Hunde wurden vor etwa 4 000 Jahren von asiatischen Seefahrern auf dem fünften Kontinent eingeführt. Die Dingos vertrieben Beutelwölfe und andere konkurrierende Caniden. Der Dingo, ohne Zweifel nur ein verwilderter Haushund, ist verwandt mit den indonesischen Haushunden. Das gilt auch für die Dingo-ähnlichen Hunde auf anderen Inseln des südostasiatischen Gebiets, zum Beispiel auf Neu-Guinea.
Mit der Einführung der Schafzucht wurde der Dingo zum Beutegreifer des Nutzviehs, denn die weissen Siedler dezimierten die Zahl der Kängurus. Von denen lebten die Dingo. Sie lassen sich weder nach Zähnen noch nach dem Knochenbau oder Lebensweisen von Haushunden unterscheiden.
Es sind meist, maximal mittelgrosse, schlanke, hochläufige, also dem südlichen Wolfsgebäude ähnliche Typen; meist rötlich gefärbt, aber auch gescheckt, dunkelbraun und auch schwarz. Dingos wurden nicht mit Haushunden gekreuzt. Es gibt auch Dingos, deren Ohren geknickt sind, und die ihre Rute über dem Rücken tragen. Ihr Gebiss ist überproportional kräftig. Dingos gehören nicht zur angestammten Tierwelt Australiens. Vermutlich brachten die ersten Einwanderer Australiens die Vorfahren der Dingos über die verschiedenen Anlaufstationen mit ins Land. Unter den weissen Australiern ist „Dingo" ein Schimpfwort. Nur die Aboriginals haben für die Dingos was übrig, nennen sie Warragals. Sie fingen sich Junge und zogen sie auf. Somit wurden sie zu treuen Menschengefährten. Sie bellen nur selten, können knurren, heulen und winseln.
Vor Einführung der Schafzucht, die von Herdenschutzhunden - Maremmano-Abruzzese - bewacht werden, und der rasenden Vermehrung der Kaninchen (von Europäern eingeführt) lebten die Dingos von Kängurus.
Ekke Schaefer aus Brisbane berichtet über die aktuelle Situation der Dingos und über eine Kindesentführung durch einen Dingo: „Touristen mögen sie nicht gerne. Sie beissen meist in Touristenbeine. Zum Beispiel auf Fraser Island, wo sie durch Abfälle an die Campstellen gelockt werden. Kurz, nachdem wir in dieses gesegnete Land gekommen sind, 1982, war da ein Mörderfall. Auch auf Fraser Island. Eine Frau wurde beschuldigt, ihr Kind umgebracht zu haben. Das Baby war einfach weg. Die Frau kam in den Knast, wurde aber später freigelassen, weil die Sachverständigen glaubten, dass ein Dingo das Kind geklaut hat."


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