Afrikanische Wildhunde
Der geografische Zusatz auf das Verbreitungsgebiet
Afrika ist im Grunde unnötig, weil es diese Wildhundeart sonst
nirgendwo gibt. Ihr dichtestes Verbreitungsgebiet ist dabei der
Osten Afrikas. Auch wenn sie etwa im Fell wie kleine Hyänen
aussehen, sind sie mit ihnen nicht verwandt.
Hyänen sind jedoch die grösste Gefahr für die

Foto: Unbekannt
Welpen. Für deren Schutz hilft dann das ganze Wildhunde-Rudel
(auch in der Anzahl grösser als bei Hyänen oder
Wölfen) zusammen. Das übermächtige Rudel der
Wildhunde verbeisst sich dabei gern mit ihren spitzen Zähnen
des vergleichsweise kräftigen Gebisses in den schwächsten
Teil der störenden Hyäne: den verlängerten
Rücken. (Laufen die Hyänen deshalb so präventiv
„hinten stets abgesenkt?)

Foto: Unbekannt
Wildhunde sind wegen ihrer kleineren Statur auf
hohen Läufen wesentlich flinker als die schweren Hyänen.
Wildhunde können gut mittelgross werden: zwischen 60 und 70
Zentimeter an der Schulter, und wiegen zwischen 15 und 30 Kilo. Es
sind vornehmlich auf Sicht arbeitende Hetz-Beutejäger. Daher
sind ihre Augenleistungen für Hundeartige sehr gut. Auffallend
bei den Wildhunden Afrikas sind die überproportional grossen
Lauscher, die den Zweck haben, die grosse Hitze über die
grössere Ausgangsöffnung der Ohren schneller
abzuführen (wie auch beim Fennek, dem Wüstenfuchs).
Wildhunde gelten als die hundeartigen Rudeltiere, die den
grössten und engsten Zusammenhalt innerhalb des Rudels
pflegen. Ihre Sozialstruktur ist deshalb so enorm entwickelt, weil
sie - mit Ausnahme der Füchse - die kleinsten Hundeartigen
sind. Wenn Weibchen des selben Rudel gleichzeitig geworfen haben,
gibt es manchmal Schwierigkeiten. Die Sitten sind hier zwar
ähnlich geordnet, aber nicht so streng wie bei den
Wölfen, bei denen sich nur die Alpha-Tiere paaren dürfen.
Zuwiderhandlungen werden rabiat bestraft.
Die Schwierigkeiten: Ein Alpha-Muttertier betrachtet
sämtliche Würfe in einem Rudel als eigene, also kann es
vorkommen, dass die Alpha-Hündin ihren Wurf zu dem der
Beta-Hündin legt. Die nachrangige Hündin muss weichen.
Deren Welpen werden natürlich mitversorgt. Mit der
Einschränkung, dass die Alpha-Welpen sich ihren Platz an den
14 Zitzen der Alpha-Hündin zuerst sichern. Der Wurf der
Beta-Hündin hat dabei zunächst das Nachsehen. Sie kommen
später zu ihrem Recht. Dabei erweist es sich als Auslese, dass
nur die stärksten des Beta-Wurfs überleben. Bei den
Wildhunde-Welpen ist es besonders gut zu beobachten: das Betteln
als Vorbildung zur rituellen Begrüssung, wenn die erwachsenen
Jäger mit Beute nach Hause kommen.

Foto: Unbekannt
Löffelhunde
Die grossen Unbekannten unter den Hundeartigen,
obwohl sie klein sind, kleiner als die afrikanischen Kollegen, die
Wildhunde. Sie sind erst in jüngster Zeit mit spezieller
Nachtsichttechnik gefilmt worden. Weil sie - im Gegensatz zu den
gewöhnlichen Hundeartigen - ausgesprochene Nachtjäger
sind. Niemand hat sie bisher beobachten können. Für ihre
Nachtarbeit benützen sie vor allem ihre überdimensionalen
Lauscher - ähnlich denen der Wüstenfüchse. Sie
hören damit auch unter Caniden extrem gut.