Gefährdete Haustierrassen: Ziegen
Wir berichten hier in der üblichen konzentrierten Form über Tiere der "Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen in Deutschland", erhoben durch die "Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH)". Dieser Teil der Serie behandelt gefährdete Zienartenarten.
Angora- und Kaschmir-Ziegen sind ebenfalls bedroht (auch die ähnlichen Wollziegen aus Tadschikistan und Ungarn, weniger die Bulgarische Schraubenhörnige Langhaarziege).
Es sind spezielle Wollziegen, bei denen die Gewinnung hochwertigster Wolle das Ziel ist. Angoraziegen werden zweimal im Jahr geschoren. Die Wolle wird als Mohair vermarktet.
Kaschmirziegen hingegen werden nicht geschoren. Das extrem feine Wollhaar wird aus dem Vlies herausgekämmt. Diese Form der Wollgewinnung fördert zwar nur geringe Mengen, dafür aber sehr hohe Erträge.
Angora-Ziege
Kaschmir-Ziege Kaschmirziegen gehören ursprünglich im Hochgebirge Zentralasiens nicht einer einzelnen Rasse an, sondern bilden eine Rassegruppe mit den gemeinsamen Merkmalen der feinen Unterwolle. Die Ausbreitung von Zentralasien ging zunächst nach Australien und Neuseeland und seit den 80er Jahren auch nach Europa. Klein- bis mittelrahmige, gehörnte Rasse mit hängenden Ohren. Das Haarkleid ist langhaarig und herabhängend. Im Ursprungsgebiet weiss, grau, schwarz und braun; in Europa fast ausschliesslich weisse Tiere. Widerrist Geiss/Bock: 50-60 cm bzw. 60-70 cm Gewicht Geiss/Bock: 30-40 kg bzw. 45-55 kg
Tadschikische Wollziege Die Rasse stammt ursprünglich aus dem mittelasiatischen Tadschikistan. Die wenigen, heute in Deutschland lebenden Tiere gehen wahrscheinlich auf eine 1971 vom Erfurter Zoo eingeführte Zuchtgruppe zurück. Kleinrahmige Rasse mit langem Haar von weißlich-grauer bis weislich-schwarzbrauner Farbe und mittellangen Hängeohren. Tadschikische Wollziegen gehören zur Gruppe der Kaschmirrassen. Behornt. Die starken Hörner der männlichen Tiere sind korkenzieherartig nach aussen gedreht, während die sichelförmig nach hinten gebogenen Hörner der weiblichen Tiere nur kurz sind. Widerristhöhe Geiss/Bock: 55 - 65 cm, bzw.75 - 85 cm Gewicht Geiss/Bock: 35 - 45 kg bzw. 55 - 65 kg
Tschadschikische Wollziegen werden als Fleischziegen im Herdbuch geführt. Da die Rasse in ihren Ursprungsgebieten auch als Wollrasse gehalten wird und um diese Nutzungsrichtung nicht völlig zu verdrängen, sollte bei der Selektion neben den ausreichenden Zunahmen auch auf ein ausgeglichenes Vlies von guter Qualität geachtet werden.
Zuchtziel ist eine kleinrahmige, robuste und widerstandsfähige Ziege, die über ein ausgeglichenes Vlies von guter Qualität verfügt.
Bulgarische Schraubenhörnige Langhaarziege Die Rasse stammt ursprünglich aus Bulgarien. 1968 wurde eine Zuchtgruppe in den Erfurter Zoo eingeführt, aus der die heute vereinzelt anzutreffenden Tiere stammen. Mittelrahmige Ziege mit langem, bis zu den Sprunggelenken reichendem Haarkleid. Manche Tiere tragen imposante, weit ausladende und korkenzieherartige, zur Seite reichende Hörner. Die Hörner der weiblichen Tiere sind kleiner und sichelförmig nach hinten gebogen. Die Fellfarbe hat eine große Variationsbreite und reicht von ganzfarbig schwarz über grau bis braun, sowie Scheckungen dieser Farben. Widerrist Geiss/Bock: 65 - 75 cm bzw. 70 - 80 cm Gewicht Geiss/Bock: 45 - 50 bzw. 60 - 70 kg
Ziegenmilch
Ziegenmilch hat eine besondere Bedeutung bei Allergikern. So könnte ein oft genannter diätetischer Wert der Ziegenmilch durch ihren hohen Anteil essentieller und anderer wichtiger Aminosäuren begründet sein, nachdem sie sich in ihrer grundsätzlichen stofflichen Zusammensetzung nur wenig von der Kuhmilch unterscheidet.
Der Wassergehalt ist bei der Schafmilch mit ca. 82 % niedriger gegenüber ca. 87% bei Ziegen- und bei Kuhmilch. Ziegenmilch ist der beste Ersatz für Katzen- oder Hundemuttermilch.
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Nächste Folge: Serie Greifvögel
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