• Kärnter Brillenschaf

    Gefährdete Haustierrassen: Schafe

    Wir berichten hier in der üblichen konzentrierten Form über Tiere der "Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen in Deutschland", erhoben durch die "Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH)". Diese Serie behandelt gefährdete Schafarten. Ziegen und Schweine werden folgen. Eine Serie über gefährdete Rinderarten finden Sie hier.

    Kärnter Brillenschaf

    Foto: Sambraus

    Kennzeichen: Mittelgroßes, kräftiges Schaf. Schlichtwollig. Stark geramster Nasenrücken. Lange, fleischige Hängeohren. Umgebung der Augen und Teil der Ohren schwarz.

    Verbreitung: Südost - Oberbayern. Einzelne Zuchten weit außerhalb des ursprünglichen Zuchtgebietes (Eifel, Bremen, Insel Föhr). Nahverwandte Rasse in Südtirol (Villnösser Schaf).

    Herkunft: Ursprünge reichen bis ins 18.Jahrhundert zurück, als Paduaner- und Bergamaskerschafe aus Norditalien in das in Kärnten bodenständige Steinschaf eingekreuzt wurden.

    Eigenschaften/Leistung: Robust, anspruchslos, gute Fruchtbarkeit. Hohe Milchleistung der Muttern (schnellwachsene Lämmer). Anpassungsfähig.

    Besonderheiten: Wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in Kärnten/Österreich erzüchtet. War vorübergehend außerordentlich geschätzt und kam dadurch Ende des 19. Jahrhunderts bis nach Oberbayern. Durch "Rassebereinigung" Ende der 30er Jahre nahezu ausgerottet. In Bayern seit 1989 als Herdbuchrasse anerkannt; seit 1990 hier auch in die Förderung gefährdeter Rassen einbezogen.

    Bestand: 300 Tiere, davon 80 im Herdbuch. In Südtirol weitere 500 Tiere.

    Gefährdungsgrad: Kategorie I (extrem gefährdet) laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen.

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