SERIE GREIFVÖGEL
Affen-, Kaiser-, Schreiadler, HarpyieAffenadler (Pithecophaga jefferyi)
Das ist die altweltliche Harpyie (siehe auch weiter unten: Harypie), kleiner als der neuweltliche. Körpergrösse 85 - 95 cm, Gewicht Männchen um 3,5, Weibchen bis 4,2 kg. Man kann ihn auch als Riesenhabicht bezeichnen.
Einige Adler tragen Hauben, so auch dieser, aber einen besonders grossen. Er schlägt in seiner Heimat, den Philippinen, Makakenaffen, aber auch Haustiere wie kleinere Hunde und Schweine. Daher lebt er meist in der Gegend von Farmen und Dörfern.
Kaiseradler (Aquila heliaca)
Er gehört zu den „echten“ Adlern, die ausser Südamerika fast überall verbreitet sind, der Kaiseradler vornehmlich von Südosteuropa bis weit in den Hindukusch. Körpergrösse 80 – 85 cm, Gewicht 3 – 3,5 kg, Spannweite 185 – 205 cm. Das Gefieder von Jungvögeln ist gelb- bis hellbraun und wird dann etwas dunkler. Stein- Kaiser- und Steppenadler haben sich vermutlich getrennt entwickelt, aber die Lebensräume sind später wieder zusammengerückt.
Der typische kühne Adler-Blick dieser wohl bekanntesten Gruppe um den Steinadler ist ein Merkmal des Knochenbaus. Vom oberen Knochenrand der Augenhöhle geht ein weiterer Knochen nach hinten aussen, so dass er als „Brauenkante“ über dem Auge dient. Verhalten und Beutetiere entsprechen in der Grösse dem Steinadler.Schreiadler (Aquila pomarina)
Feuchte Wälder, aber auch trockene Steppengebiete sind das Revier dieses kleinen Adlers. Körpergrösse 60 – 67 cm, Gewicht 1,5 – 2 kg, Spannweite 145 – 175 cm. In der Gefiederfärbung dem Kaiseradler gleich. Im Grunde die kleine Ausgabe des Kaiseradlers. Der Schreiadler gehört, wie viele der früheren echten Adler, inzwischen zu einer seltenen Art. Doch in jüngster zeit haben sich wieder welche unter anderem in Ungarn angesiedelt. So kann ich mich glücklich schätzen, dass in der Nähe des Hofes, auf dem ich in Südostungarn lebe, zwischen den Kiskunsági-Nationalparkteilen, sich ein Schreiadler ein Nest gebaut hat. Vielleicht gibt es Nachwuchs. Leider hat sich ein eigensinniger und schlecht informierter Jäger einen Zweit-Jungvogel, der meist vom Erstgebürtigen aus dem Nest gestossen wird, falls er nicht schon selbst rausfliegt, in den Hof geholt. Dort wie einen normalen Vogel gefüttert, ohne Handschuhe zum Schutz vor zu vielen Fremdgerüchen beim Füttern zu tragen und ihn auch noch handzahm gemacht, so dass er nicht mehr hätte ausgewildert werden können. Aber dem Jungvogel blieb das Schicksal erspart, denn einer der Kettenhunde des unachtsamen Jägers hielt den jungen Schreiadler wohl für eine Ausnahmemahlzeit. Hätte der Jäger den Jungadler gleich in kundige Hände von Falkern oder dem Tierheim Kiskunhálás gegeben, könnte er sich über der ungarischen Tiefebene einen der vielen Hasen holen.
Harpyie (Harpia harpyja)
Der auch wegen seiner enormen Krallen stärkste aller Adler, vielleicht gar aller Greifvögel, gehört zu den Schopfadlern (Lophaetus). Auch Harpyien können zum Imponieren oder Drohen die verlängerten Kopffedern zu einer Haube aufstellen.
Körpergrösse 80 - 100 cm. Gewicht: Männchen bis 3,5 kg, Weibchen bis 4,5 kg. Harpyien leben paarweise, ausserhalb der Fortpflanzungszeit häufig auch einzeln. In den Horsten auf hohen Bäumen werden meist zwei Eier gelegt, die ca. 55 Tage bebrütet werden. Die Jungvögel sind nach etwa drei Monaten flügge, werden aber noch lange von den Eltern gefüttert. Geschlechtsreife mit 6 bis 8 Jahren. Ihr Lebensraum sind die Urwaldgebiete und Savannen Südamerikas. Ihre Beute: Affen, Nasenbären, Faultiere, aber auch Haustiere. Harpyien sind vom Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt. Information über Kaiser- und Schreiadler in den Ostkarpaten von 1979 aus dem Journal für Ornithologen 1979 (.pdf-Datei): http://www.raptor-research.de/pdfs/a_rp200p/a_rp225.pdf
Und dann gibt es noch: Einsiedleradler (Harpyhaliaetus), Papuaadler (Harpyopsis), Würgadler (Morphnus guianensis), Elsteradler (Spizastur), Haubenadler (Spizaetus), Kronenadler (Stephanoaetus coronatus), Isidoradler (Oroaetus), Kampfadler (Polemaetus bellicosus), Prachthaubenadler (Spizaetus ornatus), Malaienadler (Ictinaetus), Kaffernadler (Aquila verreauxi) u. v. a.
Nächste Folge: Sekretär und Habichtartige, Sperber, Milane


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