• Teil 7: Adler

    SERIE GREIFVÖGEL

    Fisch- und Schlangenadler, Vogeltauchtechniken

    Text: Hans-Jürgen Herzfeld

    Fischadler (Pandioninae, pandion haliaetus)

    Eine ständige Verbesserung der Systematik an korrekter zoologischer Zuordnung liess auch manche Greife innerhalb der Gruppen „wandern“. Etliche Adler werden daher auch zu den Habichtartigen (Accipitridae) gezählt. Darunter auch die hier kurz geschilderten.

    Gaukler Schlangenadler

    Schlangenadler (Circaetinae) leben, wie es der Name sagt, meist von Schlangen. 14 Arten zählt die Zoologie. Einer der fünf afrikanischen Typen erhielt den Ehrentitel „Gaukler“ (Terathopius ecaudatus), weil seine Balzflüge an zirkusreife Vorführung erinnern: Seitenrollen, Purzelbäume und andere künstlerische Flugdarbietungen. Sein Lebensraum ist die offene Steppe mit breitkronigen Bäumen wie Akazien. Seine bevorzugten Nistplätze sind Bäume an den Pfaden von Menschen und Tieren. Gaukler vertreiben keine Vögel aus einem Revier, sie dulden auch andere, haben also kein Revierverteidungsverhalten.

    Foto: Unbekannt

    Er greift aber andere Greife an, sogar Geier, um sie durch eine eigenartige konditions- zermürbende Technik zur Herausgabe ihrer Beute zu zwingen: er stösst immer wieder auf die anderen Greife zu, um deren ermüdende Abwehr und schliesslich Aufgabe dann zur Übernahme deren Beute zu zwingen. So tötet er auch Giftschlangen, die von der ständigen Abwehr seiner kurzen Stösse und Entziehungen müde und dann sein Opfer werden. Dabei ist er nicht immun gegen Schlangengift.

    Fischadler (Pannioninae)

    Foto: Unbekannt

    Diese Habichtartigen weisen einige Merkmale auf, die von den übrigen ihrer Unterfamilie abweichen. Es sind vornehmlich „konstruktive“ Merkmale, also körperbauliche. Sie haben nicht wie andere einen Nebenschaft an Federn an der Unterseite, die Tränenbeine des Schädels sind schwächer als bei den anderen Habichtartigen ausgebildet, die Aussenzehen können - zur Verbesserung der Fischfangtechnik - nach hinten gedreht werden. Auch der Phänotpus, die äussere Gestalt, ist schlanker als bei den Familienmitgliedern, eher dem einer Möve ähnlich. Es gibt nur eine Art, den Pandion haliaetus) mit sechs Unterarten. Sie sind fast auf der ganzen Erde verbreitet, die nördliche Varietät kommt auch in Europa vor.

    Obwohl er für sein Körpergewicht wenig Fisch frisst (er braucht täglich nur ein Pfund, also etwa zwei seiner üblichen Beutefische), wird er von Fischern als Konkurrent angesehen. Dabei bevorzugt der Fischadler Fische, die für Menschenfischer wirtschaftlich nicht wichtig sind. So ist er ebenfalls selten geworden.

    Beide Adlerarten werden rund 60 bis 70 cm gross (Körperlänge).

    Fortsetzung: Affen-, Kaiser-, Schreiadler, Harpyie im nächsten Update

    © beim Autor 6/2005