SERIE GREIFVÖGEL
Seeadler (Haliaeetus)Text: Hans-Jürgen Herzfeld
Der Schreiseeadler (haliaeetus vocifer) ist in Afrika südlich der Sahara in der Nähe von Flüssen, Seen, Mooren, an den Küsten- und Binnengewässern bis über 1 000 Meter verbreitet. Der Bestand wird mit einer Spanne von 100 000 bis 200 000 Paaren angegeben.
Kopf, Schwanz, Hals, oberen Teile von Brust und Rücken sind weiss, untere Teile von Rücken und Bauch sind rotbraun bis kastanienbraun gefiedert. Körpergrösse zwischen 63 cm und 84 cm gross.
Typisches Verhalten: Schreit der Schreiseeadler im Sitz, legt er den Kopf nach hinten.
Er hat sich auf Fische spezialisiert, frisst aber auch Wasservögel, tote Fische, Wasserschlangen, Frösche und anderes Aas.
Das Nest wird normalerweise in Wassernähe auf einem hohen Baum mit einer weichen Grasmulde angelegt. Das Nest kann sich auch auf Klippen, in Büschen oder auf dem Boden befinden. Dort legt das Weibchen im Abstand von zwei bis fünf Tagen ihre ein bis drei Eier und brütet sie in eineinhalb Monaten aus. Das Männchen beschafft inzwischen Nahrung. Junge Schreiseeadler sind in gut zwei Monaten flügge. Geschlechtsreif werden die jungen Schreiseeadler mit vier Jahren. Erst dann suchen sie sich einen Partner und ein eigenes Revier.
Der Riesenseeadler (haliaeetus pelagicus) ist auf der ostrussischen Halbinsel Kamtschatka und auf der Insel Sachalin verbreitet. Er lebt an den Küsten des Ochotskischen- und des Bering-Meeres, auch in Nordkorea. Im Winter hält er sich in Japan, Ussuriland, Korea, verschiedenen Inseln, Jakutsk und sogar Peking auf.
Der Riesenseeadler hat breite Flügel. Der Schwanz ist keilförmig. Der Schnabel ist gross und gelb. Der Riesenseeadler ist mit einigen Ausnahmen dunkelbraun gefiedert. Der Schwanz und die Beine sind weiss gefiedert.
Er ernährt sich von Fischen (meist Lachsen), Säugetieren wie junge Seehunde, Rotwild, Robben, Polarfüchse), Vögeln und Aas.
Die entsprechend grossen Nester (Durchmesser bis zu 2,5 m, Höhe bis zu 1,5 m) sind auf Bäumen oder zwischen Gesteinsblöcken angelegt. In dieses Nest werden die ein bis drei Eier April bis Mai gelegt und in eineinhalb Monaten ausgebrütet. Flügge sind die jungen Riesenseeadler nach zweieinhalb Monaten. Geschlechtsreif sind die Riesenseeadler mit vier bis fünf Jahren.
Körpergrösse 90 - 120 cm, Männchen wiegen 5 - 6 kg und Weibchen 7 - 9 kg. Flügelspannweite bis über 2,5 m.
Der Seeadler (haliaeetus albicilla) lebt in Europa, von Grönland und Island bis Südeuropa, und in Nord- und Zentralasien. Er ist nicht nur an Gewässern zu finden, auch in der Waldtundra, in den Steppengebieten, in Höhen bis über 2 000 m. Im Gegenteil zu den anderen Greifen sind Seeadler gesellig. Die Seeadler in Europa verbringen das ganze Jahr am selben Standort, die in Nordrussland und Lappland sind Zugvögel; sie verbringen die Winter in ganz Südeuropa.
Der Seeadler ist seit vielen Jahrhunderten Wappenvogel.
Körpergrösse von 60 bis zu ein Meter, Flügelspannweite von bis zu 2,5 m. Männchen wiegen drei bis fünf kg, Weibchen knapp vier bis fast acht kg. Das Gefieder ist dunkelgrau- bis fahlbraun.
Zur Nahrung gehören neben Fischen (auch Hechte) auch Enten, Gänse, Möwen und Kaninchen, junge Robben, Füchse oder Rehe.
Das Nest wird auf hohen Bäumen oder Felsen angelegt. Interessant ist, zeigten Studien, dass die (meist) Kiefern über 100 Jahre alt sind.
Seeadlerpaare nutzen ihr Nest im Durchmesser von 1,5 bis 2 m und eine Höhe von bis zu einem Meter mehrere Jahre. Die Balz wird im Zeitraum Dezember bis Januar durchgeführt. Die weissen, maximal drei Eier legt das Weibchen in Abständen von einer knappen Woche im Frühjahr. Die Jungen schlüpfen nach ein bis eineinhalb Monaten Im Nest bleiben die Jungvögel noch rund drei Monate. Die Flüggen werden noch einen Monat betreut. Nach fünf bis sechs Jahren beginnen die jungen Seeadler eigene Familien zu gründen. In Europa leben vermutete 5 000 Paare, in Deutschland sind es schon wieder erfreuliche 400 Paare.
Der Nationalvogel der US, der Weisskopfseeadler (haliaeetus leucocephalus), ist ein alleinlebender Greifvogel. Dort ist er auch verbreitet, in Laub- und Nadelwäldern in der Nähe von Binnenseen, also Süsswassern. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Fisch.
In den letzten Jahren hat sich der Bestand dramatisch verringert. Dies wird neben der Einschränkung des Lebensraumes hauptsächlich auf die langwierige Vergiftung durch DDT zurückgeführt. Der Adler nimmt mit den Fischen entsprechende Mengen auf, die der Körper nicht ausscheiden kann. Das Gift sammelt sich im Laufe der Jahre an und kann zu Unfruchtbarkeit oder schwerer Krankheit und frühen Tod der Tiere führen. Obwohl DDT seit vielen Jahren verboten ist, sind die Folgen dieses angeblichen Pflanzenschutzmittels für die Umwelt heute noch nicht absehbar.
Der Weisskopfseeadler nistet in Bäumen oder zwischen Felsen. Das Adlerweibchen legt dabei zwischen ein und drei Eier. Die Eier werden von beiden Elternteilen insgesamt einen guten Monat bebrütet. Die Jungen werden nach rund zehn Wochen flügge.
Körpergrösse 95 cm, Gewicht bis 4,5 kg, Spannweite bis 250 cm.
Weitere Seeadler-Varietäten: Binden- (h. leucophus), Weissbauch- (h. leucogaster), Solomonen- (h. sanfordii) und Magadaskar- (h. vociferoides).
Nächste Folge: Fisch-, Habicht-, Schlangenadler
© beim Autor 6/2005


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