• Tierliebe e.V. GmbH & Co. KG

    "Tierliebe" ist ein Markt mit vielen Facetten. Privat die Überfütterung aus Eigensucht, als "Füttern-gleich-Liebe-Syndrom". Eine andere Baustelle sind die privaten oder organisierten Geschäftemacher in Sachen Tierliebe, die in den Grauzonen und unter dem emotionsschwangeren Deckmantel des Tierschutzes wirken, vorzugsweise für sich selbst. Wo beginnt Tierquälerei, damit Tierschutz eingreifen soll?

    Viele haben jene unglaubliche Mästung eines mittelgrossen Schäferhundes gesehen, den eine verhaltensgestörte Tier-"Freundin" auf 100 Kilo aufgefüttert hat. Die Frau ist selbst krankhaft übergewichtig. Wenn das Foto nicht gezeigt hätte, dass der arme Hunde eine 40 cm dicke Speckschicht hat, wir hätten es wohl alle selbst in diesen dekadenten Zeiten für einen vollfetten Aprilscherz gehalten.

    Die frühere Halterin (der Hund wird jetzt unter Aufsicht von wirklichen Tierfreunden therapiert) würde es im Leben nie einsehen, dass sie eine Tierquälerin ist. Die Motive für diese Eigensucht und Übertragung auf Haustiere füllen humanpsychologische Standardwerke. Dieselbe Frau würde einen Alkoholiker oder einen aggressiven Mann, der seinen Hund prügelt, als Tierquäler anzeigen, falls sie es nicht wie die meisten "Mitbürger" vorzöge, das Gesehene zu ignorieren.

    Eine ähnliche Eigensucht treibt auch zwei Türken zu einem Rekordtierversuch an ihrem Kangal an. Der Rüde soll als dickster Hund der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde. Er wurde bereits auf 112 Kilo gemästet. Das reicht aber noch nicht, denn den Tierquäler-Rekord halten noch die Mäster einer Mastiff-Hündin aus England mit 130 Kilo. Der Rüde muss weiter fressen.

    Es scheint keine Grenzen zu geben, wenn es um Selbstdarstellung geht, der Guinness-Rekord-Betreiber sieht und zieht auch keine.

    Die Haustierfutterindustrie hält den Markt an Snacks am Kochen. Nun hat der Umsatzanteil dieser Snacks (Leckerlis) am kompletten Hundefuttersortiment bereits die Hälfte erreicht. Die Zuwachsraten steigen und werden geschürt. Bei den Kunden haben die Marketingstrategen wohl leichtes Spiel. Inzwischen mit dem passenden Sortiment "Light". Nicht wenige Hersteller taufen ihre Produkte gleich "Diet" oder "Recipe" (Diät oder Rezept). Nomen est omen.

    Auch die Tierpharmaindustrie und die Veterinär kriegen ihr Fett ab. Man trifft sich dann mit dem dicken Hund dort, lässt ihn therapieren, was mit "Gib die Hälfte" kostenlos erreicht wäre, und zahlt noch mal für Diätfutter, nebst Medikamenten. Die Diätpille (für den Hund) ist stark im Nehmen und Kommen.

    So haben alle was zu sagen und alle was davon, ausser das Opfer der Tierliebe.

    Weil Deutsche gern über den Teich schielen, mögen sie bitte auch das goutieren: Nach aktuellen Schätzungen der US-Gesundheitsbehörde sind 61 Prozent der US-Bürger zu dick. Für die US-Tierärztin Grace Branford sind die Ursachen für das Hunde-Leid mit den Speckröllchen ganz offensichtlich. In den seltensten Fällen seien es genetische Ursachen und Stoffwechselkrankheiten: "Schuld sind die Besitzer, die am "Food is Love-Syndrom" leiden und ihre Tiere "aus Liebe" überfüttern.

    Pralinen mit Alkohol und Schokolade wird gern geteilt, immer noch. Der Inhaltsstoff "Theobromin" ist für Menschen harmlos, wirkt bei Hunden ab einer gewissen Menge potenziell tödlich. Süssigkeiten zu verfüttern ist auch Ausdruck von Vermenschlichung, weil Serotonine (Glücksbotenstoffe) verabreicht werden, die nur der Mensch will.

    Manchmal ist es vorsätzliche Tierquälerei, was da als Tierliebe praktiziert wird, verbraten mit überbackener Hysterie, mit einer heftigen Prise Halbwissen gewürzt.

    Tierquälerei muss zunächst nicht einmal nur körperlicher Widernatürlichkeit sein, sie beginnt immer im Kopf. Hätschel- oder Waffenersatz, je nach Geschlechterwahn, nichts ist besser als das andere. Der altmodische Begriff Schosshund scheint da geradezu vernachlässigbar menschlich gegen das, was heutzutage Menschen mit Tieren anstellen.

    Vermenschlichung auf psychopathologischem Niveau, man kann diese Krankheitsform Petischismus nennen, kennt keine Grenzen, nicht nur die nicht der Geschmacklosigkeit bei Röckchen, Mäntelchen (Ausnahme Hautkrankheit) Schleifchen, Mützchen und Sonnenbrillen. Wie witzig, Tiere als Menschlein zu kostümieren! Vermenschlichung ist eine nette Vorstufe zur Tierquälerei.

    Herkömmliche Tierquälerei ist, wenn ein alter Hund mit Krankheiten auf einer kalten Betonplatte angekettet leben muss, ohne jeden Sozialkontakt. Da hätte er es auf Naturboden sogar etwas besser. Die Halter besitzen aber diesen Hund, weil sie immer Hunde besessen haben. Sie entdecken den Hund erst dann, wenn man sie anzeigt. Weil man ihnen Besitz wegnimmt, der nur die Form eines Tieres hat.

    Manche sammeln Tiere geradezu, trotz ungeeigneter Bedingungen, und meinen, die Anhäufung beweise auch eine Menge Liebe.

    Diese Tiere sind denn auch meist, und fast in einer Beziehungslogik verfangen, total verzogen und demonstrieren asoziale Verhaltensmerkmale, werden fürs Unterhalten belohnt bei verzückt ignorierter Dominanz. Frau frisiert einen Hund schon mal lieber als dass sie ihn als Hund ernst nimmt. Bei Zuwiderhandlungen wird der Hund kaltschnäuzig in die Bio-Sondermüllstation Tierheim entsorgt. Endstation der Sehnsucht Tierliebe.

    Aus allen vermeintlichen und erdachten Missbräuchen, oft ohne jegliches fachliches Wissen oder gar Kompetenz (heisst immer noch Zuständigkeit und nicht etwa Wissen) gedieh ein Nachtschattengewächs, gezogen aus dem Mix früherer Tierbefreier, die oft nichts anderes waren als auf den Tiermarkt gedrängte Ex-68er. Sie kamen für eine politische Revolution zu spät. Tiere wurden befreit, egal, was mit den Tieren nachher geschah. Aktionismus oft nur, was Tierschutz sein sollte. Es gab darunter aber auch jene, die zu effektiven Tierschützern geworden sind, die heute noch genauso mutig, aber wirklich für Tiere agieren.

    Tierschutz ist jedoch eine Aufgabe und kein Titel und kein rechtsfreier diktatorischer Anspruch. Nicht wenige selbsternannte Berufs-Tierschützer brauchen Tiere, um eine Aufgabe ohne Auftrag ausfüllen zu können. Es gibt aber keinen Beruf "Tierschützer". Tierschützer sollte selbstverständlich jeder sein, der mit Tieren umgeht, ohne Bekenntnis-Demonstration. Oft ist es nur Eigennutz, der sich da um ein emotionales Thema der selbsterklärten Unterdrücktheit schart. Es sind mitunter dieselben Motive jener Rollkommandi, die sie früher selber als rechtswidrig bekämpften.

    Diese Eigennützigkeit hat inzwischen eine höchst aktive Wechselwirkung erreicht. Unterschlagung von Spendengeldern ist nur ein populärer aktueller Ausdruck einer Tierschützerei-Wirtschaft. Da schmeissen hochgradig naive Leute den scheinheiligen Tierschützern nicht wenig Geld in einen Rachen, wo sie beim Kinderhilfswerk ganz schön zickig nachforschen würden, wo das Geld denn auch hinkäme. Aber bei Tieren sind sie so blind, dagegen ist ein Maulwurf ein Hellseher. Kein Wunder, dass es Cleverele ausnutzen.

    Von wem kriegen die ihr Geld? Von Spendern, bei denen sie vorher auf die Tränendrüse gedrückt haben, Bilder von elenden Tierverhältnissen zeigen, die sie alle versorgen und retten wollen. Vielleicht lässt sich auch ein Medienmensch dazu überreden, das in seinem Sender oder in seiner Zeitung zu veröffentlichen? Dann fliesst Geld, kurz, nachdem die Tränen getrocknet sind.

    Beispiel von Aktion und Reaktion: "Da kam ein Bericht im Fernsehen über eine Tierschützerin, die einem Tierheim helfen will. Da haben letztes Jahr nach einem Aufruf in den Medien tausende Leute gespendet, aber das Geld ist in dem Heim nie angekommen. Dagegen will eine andere was unternehmen, die unterstütze ich."

    Nichts verstanden? Keine Information über die alte und die neue Spendensammlerin, aber sofort auf die nächsten "Tierschützer" gestürzt, die vermutlich nicht viel anders vorgehen. Was geht in den Spendern vor, wenn sie gerade von Unterschlagung gehört haben - weil das Unterschlagen eben so leicht geht? Nichts gelernt, aber alles gegeben. Es kann ja beim zweiten Tierschützer nur anders zugehen? Kann, muss nicht. Kann es sein, dass bei Tierliebe alles geglaubt wird, was im Fernsehen gezeigt wird?

    Die Tierheime um die Ecke gehen leer aus, weil nur was im Fernsehen über ein anderes kommt.

    Die vielen abgelegten Listenhunde klagen zurecht auch populistische Tierschützer an, die auch auf dem Weg zu einer umsatztüchtigen Grauzone sind. Durchsetzt jedoch mit Verteilungs- und Vermittlungsneid. "Rescue-" oder "In-Not"- Initiativen werden inzwischen auch befehdet, wenn sich einer auch nur derselben gefährdeten Hunde einer Rasse annimmt.

    Marktverteilungskampf auf Kosten der Hunde. Die Leute, die sich den Hintern aufreissen, um einem Rottie oder Dobi, geschweige denn einen der Bullterrier- Typen, einen angemessenen Platz zuweisen zu können, werden von Tierschutz- Konkurrenten auf die primitivste Weise diskreditiert.

    Engagement kann auch sehr professionell verkauft werden. Immer dann, wenn das Thema es verlangt und wenn man damit in den Medien aufrufen kann - und damit indirekt immer um Spenden aquiriert. Wo Action angesagt ist, da vermutet der Spender auch wirksame Tätigkeit.

    Da gibt es einen Obertierschützer, von denen Unterschützer, also die arbeitende Mehrheit kolportieren, dass der Herr genauso gut auch Waschmittel verkaufen könnte. Man sähe es doch gleich: der Mann habe zu Hunden nicht den geringsten Draht. Der ginge nur für Film- oder Fotoaufnahmen zu Hunden an die Gitter.

    Geld allein schützt Tiere nicht. Es gibt ja auch Ehrliche, die sagen: ich habe keine Zeit dafür, ich schaff das nicht, aber ich geb euch Geld. Die halten dann aber auch die Klappe und sind froh, dass jemand mit dem Geld Tiere rettet und versorgt und ausführt.

    Tierschutzfall Tierheim? Das gibt es auch, und es werden mehr Fälle. Tierheime, in denen Tiere verkommen. Ein Dobermann wurde aus einem rheinland-pfälzischen Tierheim geholt, der nicht mehr länger hätte überleben können, wie ein tierärztliches Attest bescheinigt. Grund ist das Desinteresse an solchen Hunden, ein auch unter Tierschutzvereinen leider übliches Machtgehabe samt häufigem Führungsmobbing, das mit dem Ziel des Tierschutzes nichts mehr zu tun hat.

    Gefundenes Fressen für die Züchterlobby, kontraproduktiv für alle Tierheime, also schlecht für alle Tierheiminsassen.

    Es sagte ein - inzwischen von anderen aus dem Tierschutzvereinsvorstand herausgemobbter - Tierschützer, als er einem anderem Tierschutzverein, der keine Gehege zur Hundeunterbringung hatte, eine Kooperation anbot: "Das erste, was dieser Vorstand mich fragte, war: Ja, dürfen wir dann unsere Posten behalten?" Es geht halt auch dort so zu wie unter Züchterfunktionären. Da sind sie sich, die sich so organisiert-lieb um Tiere kümmern, alle gleich.

    Was not tut und in dieser Gesellschaftsordnung unumgänglich scheint: Ohne Vereinstatus keine Rechtsmittel gegen Tierschänder, ohne die Form des Tierschutzvereins ging es den betroffenen Tieren noch schlechter. Der Missbrauch der vorgeschützten Tierliebe wuchert jedoch proportional zur Dekadenz der Gesellschaft.

    Inzwischen baut sich eine Grauzone auf, eine mitunter nicht kontrollierte, denn ein Verein hat auch den Vorteil, dass kaum jemand allein werkelt. Da drängen sich auch viele, manchmal Ex-Tierschutzvereinler, in den Markt der zu vermittelnden Tiere. Diese Grauzone ist nicht transparent. Sie operieren mit dem Fluidum des Tierschützers, aber handeln schon wie Grossisten der Notvermarktung. Sie suchen nach Absatzmärkten für in Not geratene Tiere. Und sie finden diese Märkte. Dann wird für Nachschub gesorgt. Und das ist nicht mehr so ganz uneigennützig. Eben in einer grauen Zone zwischen noch Hundeschutz und bereits Hundehandel.

    Da wurde ein neuer Tierschutzverein gegründet, der "Streuner aus Südeuropa" vermittelt. Warum so gezielt "grenzenlos"? Die Vorsitzende erklärt unverblümt: "Es gibt kaum kleine Hunde in den deutschen Tierheimen. Kleine Hunde werden uns hierzulande aus den Händen gerissen. Das ist unsere Existenzberechtigung."

    Es ist eben nicht alles Tierschutz, was ein Tierheim betreibt.

    Da gibt es ein als "Tierheim" firmierendes Kooperations-Mitglied eines deutschen Tierhilfswerks. Es ist wohl auch zeitweilig eine Welpenaufzuchtstation, denn da liegen häufig säugende Hündinnen mit ihren Welpen in den Ausläufen. Per Telefon nach einem ein Schäferhundwelpen - der rund zehn Wochen alt sein dürfe - gefragt, kam postwendend die Antwort: In wenigen Tagen sei er lieferbar.

    Welpen gehen nun mal weg wie warme Semmeln, alte Hunde bleiben Ladenhüter.

    Ein Fernsehteam des WDR war dort. Es ging um diesen Fall: Ein "Listen"-Hund sei aus dem "Tierheim" verkauft worden, mit dem üblichen Pauschal-Attribut "kinderlieb". Der soll aber dann das Kind der Familie gebissen haben. Die Betreiberin hat zugegeben, diesem Hund die Fangzähne gezogen zu haben, damit er nicht mehr beissen könne. Sie fand das ganz normal.

    In der Qualität der Fachkenntnisse tun sich bei Tierschützern wie Züchtern die gleichen riesigen Bandbreiten auf: von Kaschemmen mit nicht nur übel riechender Verwahrlosung, über nett aber schlicht ahnungsloser Selbstsucht wie -zucht - einschliesslich resoluter Beratungsresistenz - bis zu dem berühmten, raren, nicht erlernbaren Händchen für jedes Individuum samt umfassender guter Versorgung, fremd von Versüsslichung, aber sehr fürsorglich bei der Vermittlung. Mit kompetenter Betreuung auch nach dem Kauf.

    Nicht selten kommen aber Kunden zu Tierheimen, die man als sich ungebeten ankündigende Tierquäler bezeichnen kann: arrogant bis rotzfrech und verlogen im Auftreten und Auskunftgeben, als müsste man den Lieblingshund befreien (die anderen nicht?) und dafür auch noch Geld ausgeben. Keine Ahnung von Tieren, aber hochnäsig auftreten, weil der billige Hund ja weniger wert ist als ein hochpreisiger bei einem Edelrassenzüchter. Dem würden sie nur wenigen des höheren Geldwerts in den Hinter kriechen, um einen der ebenso verlogenen Welpen zu erhaschen, der ja mit Sprüchen beworben wird, bei dem ein Drücker rot anlaufen würde.

    Damit nicht die Falschen jubeln: jene Züchter, die mehr als zwei unterschiedliche Rassen halten mit mehr als zwei Hündinnen, die häufiger als alle zwei Jahre decken lassen etc., die zählen auch zu jenen, die man schon zu den sehr betriebsamen Züchtern nennen kann. Das steigert sich dann bei Umtriebigkeit, die in Ausstellungen natürlich vergoldet wird, schon mal zu gut 200 Würfen in einem Züchterleben. Oder wie in einem früheren Fall die präsidialen Brüder eines Riesenvereins, die in ihrer Hauspostille schon mal Jahresumsätze von 200 000 Mark auswiesen. Alles unter dem Deckmantel eines eingetragenen Vereins.

    Es geht auch privat gut, das Geschäft, wenn man eine Spitzenpreis-Rasse hat. Die Züchterin (früher auch beteiligt an Qualzucht, nun konvertiert zu halbwegs normalen Formen) gibt stolz an, 250 Würfe gehabt und wohl auch verkauft zu haben. Ein Welpe kostete schon vor 15 Jahren umgerechnet 4.000 Mark. Verständlich bei so viel Kaiserschnittgeburten und vor- und nachsorglichen Tierarztkosten. Der Luxuskäufer darf dann weiterzahlen, wegen rassebedingter Rachitis und andere Extras mehr.

    Der Qualitätsunterschied unter Tierheimen und Züchtern ist gleich gross. Den grossen Unterschied macht aber der Verkaufspreis ihrer "Produkte".

    Die Massenvermehrer vermehren sich weiter in Massen und werden von den ach so tierlieben Kaufsüchtigen finanziert: Neues Beispiel aus Belgien: Da hat sich ein berüchtigter Dealer mit staatlicher Sanktionierung weiterentwickeln dürfen zu einem "anerkannten Rassehundekennel (Nr. HK 53101476) mit einem grossen Angebot von rund 60 verschiedenen Rassen". Nun wirbt er: "Unser Kennel erfüllt alle an ihn gestellten Anforderungen und ist ausgezeichnet worden durch das Ministerie van Landbouw."

    Die liefern Welpen auch ins Haus. Ein Nutztier-Käfig-Erhaltungs-Ministerium ist auch die beste zynische Adresse an Kompetenz. Er wird vermutlich auch aus dieser Massenproduktion versorgt. Wenn Nachschub fehlt, kann er sich ja aus dem etablierten Markt Osteuropas bedienen. Sie liefern viel günstiger als die Masserverteiber aus Deutschland.

    Ein Gesetz, das diese Tierschänderei inklusive Versteigerung in Internetbörsen verbietet und womöglich auch noch unter hohe Strafe stellt, weil es nur dann wirksam wäre? Das kann man von der EU erst in 100 Jahren erwarten. Die Anteilseigner der Tierliebe AG, die diese Wa(h)re Tierliebe am Leben halten, halten sich bis dahin bedeckt und zahlen erst ihr Schmiergeld, dann Tierarztkosten, zum Schluss die letzte billige Überführung zum Tierheim. So dreht sich das Karussel der Tierliebe weiter. Da hat jeder was davon, nur die Tiere nicht.

    Selbstklagende Tierliebe ist noch lange nicht selbstloser Tierschutz. Die erste ist laut, der andere leise. Die sind die wahren Tierfreunde. Sie sind schon nachvollziehbar selbstlos, weil durch den Status als ehrenamtlicher Mitarbeiter eines eingetragenen Vereins (der eben auch transparent ist), zahlen eher selbst drauf, fahren zum Tierarzt mitten in der Nacht, um den Hund erstversorgen zu lassen mit Impfung, Entwurmung und Antibiotika nebst anderen Malaisen, und organisieren Betreuung.

    Ihr einziger Lohn ist der, dass sie einem Tier helfen konnten. So gut sie es vermochten und so gut oder schlecht sie geschult wurden. Wer Interesse hat am Tier, bildet sich wo anders weiter. Dafür kassieren sie üble Anmache und vereinsinternen Neid, weil sie vielleicht gar ein Händchen für Tiere haben, wo andere nur im Vereinsheim bei Kaffee und Kuchen Intrigen stricken und grosse Reden schwingen.

    Die meisten Vereinsvorstände oder auch Mitglieder eines Tierschutzvereins haben in der Mitgliederversammlung eine grosse Klappe, wenn es aber darum geht, tatsächlich anzupacken, zur Unzeit zu handeln, da zu sein für ein Tier, da haben sie nur noch grosse Ausreden und verdrücken sich. Ohne die bescheidenen ehrenvollen Anpacker/innen gäbe es keinen wirklichen Tierschutz.

    Tierliebe genügt nicht, Respekt vor den Tieren wäre besser. Aber Respekt lässt sich heutzutage schlechter vermarkten.

    *