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    Seniorenfutter nötig?

    Eine graue Schnauze ist normalerweise das farbliche Erkennungszeichen - wenn keine Schilddrüsen-Dysfunktion vorliegt, die früher ergrauen lässt. Im Alter lässt unter vielen anderen Beschwerden auch der Stoffwechsel nach. Ist daher eine altersgerechte Ernährung erforderlich?

    Durch die verschiedenen extremen Grössen- und damit Wachstums-Unterschiede bei Hunden ist auch die Lebenserwartung sehr unterschiedlich, abgesehen von erblich bedingten oder erworbenen (dazu gehört auch eine miserable Zucht) Krankheiten.

    Anhaltswerte, ab wann ein Hund als alt bezeichnet werden kann, die Grenzen sind ohnehin fliessend: Kleine Hunde werden meist älter als grosse, nicht selten 50 Prozent älter. Giganten sind in ihrer Lebenserwartung dagegen deutlich reduziert im Vergleich zu einem mittelgrossen Hund. Ein Schäferhund als Durchschnittstyp wird durchschnittlich rund zehn Jahre alt.

    Die Alterungsvorgänge sind durch einen geringeren Stoffumsatz sowie durch eine verminderte Nährstoffspeicherkapazität gekennzeichnet. Auch kann die Leistungsfähigkeit einzelner Organe, insbesondere des Verdauungstraktes, zurückgehen.

    Ältere Tiere benötigen - dies nur als Faustegel - durchschnittlich mindestens ein Fünftel weniger Futter als jüngere, da ihre körperliche Aktivität nachlässt. Dafür sollte die Tagesration auf mindestens zwei, besser drei Portionen verteilt werden. Aber der Bedarf an hochwertigem Eiweiss steigt.

    Die Verweigerung der einen oder anderen Mahlzeit ist unbedenklich. Verweigert das Tier jedoch längere Zeit hindurch das Futter, muss ein Tierarzt untersuchen und gegebenenfalls behandeln. Er kann feststellen, ob das Tier krank ist oder einfach beginnt, den eigenen Bedarf auf den verringerten Stoffwechsel umzustellen.

    Erkrankungen in der Mundhöhle wie Zahnstein, Parodontose und Zahnfleischentzündungen häufen sich im Alter, die Hunde werden im Fressen behindert oder müssen es sogar einstellen.

    Diät ist dann in diesem angebrachten Fall eine Ernährung, die auf die Bedürfnisse des Erkrankten abgestimmt ist. Grundlage diätetischer Therapien sind wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über die Ernährung gesunder Tiere. Es sind vor allem Übergewicht, Nieren-, Haut- (Allergien), Magen- und Darm-, Leber- und Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen, Diabetes, Harnstein. Bei chronischen Krankheiten muss die Ernährung auf Dauer umgestellt werden.

    Ist das Gebiss zu schwach für harte Brocken, muss die Fütterung auf "Feucht"- Futter aus Dosen oder Selbstzubereitetes umgestellt werden. Zu viel Knochen verhärten den Stuhlgang zur Qual.

    Alterserscheinungen beim Hund:

    Alterserscheinungen sind sehr individuell und entwickeln sich mal langsam, mal auffällig - das letztere ist freilich dann schon ein Krankheitszeichen oder tatsächlich "zuchtbedingt". Je nach Individuum und Hundetypus zeigen sie sich mit fünf (bei grossen Typen) oder erst ab über zehn Jahren (besonders bei Kleinhunden).

    Anzeichen altersbedingte Erkrankungen sind: Appetitlosigkeit, Abmagerung durch Verringerung der normalen Stoffwechselvorgänge, Trägheit, rapide Ermüdung, Teilnahmslosigkeit, steifer Gang, kleinere Lähmungen, Stoffwechselstörungen der Niere. Die Haut verliert an Elastizität. Haarausfall, glanzloses Fell, Zahnprobleme, erlahmende Darmtätigkeit, Herz- und Kreislauf-Schwierigkeiten.

    Anforderungen an das Futter:

    Hohe Verdaulichkeit, hochwertige Proteine, um die Versorgung mit essentiellen Aminosäuren zu garantieren, Fettgehalt verringern - das ist auch günstig für das Körpergewicht, für das Alter abgestimmte Zusammensetzung von Mineralstoffen, um die Niere zu schonen.

    Vorsorge:

    Altersbedingte Krankheiten wie Diabetes, Niereninsuffizienz, Herzerkrankungen sollten frühzeitig erkannt werden, Veränderungen in den Gewohnheiten (auch Fressgewohnheiten) des Tieres allmählich durchführen, Tages-Ration über mehrere Portionen verteilen, Hochverdauliches Futter reichen, etwa bei Nierenerkrankungen mit Tierarzt Diätfutter abstimmen, regel-, aber mässige Bewegung, der den Kreislauf an-, aber nicht aufregt, den Tierarzt auf Zahnfleisch achten und Zahnstein erforderlichenfalls entfernen lassen.

    Erfahrung der Akita-Besitzerin Ute Gerdes, deren Hündin Ashida erst mit 15 verstorben ist:

    Um die Knochen und Gelenke zu schonen, achte ich penibel auf das Körpergewicht. Das Futter wird, wie schon erwähnt, aufgequollen. Dadurch wirkt der Futternapf immer wohlgefüllt. Als Beilagen dürfen es auch einmal Reis, Nudeln (ohne Salz), Gemüsebrühe, Magerquark, gekochte Möhren und alles was schmeckt, aber nicht dick macht, sein. Leckerlis müssen sein, werden aber im Geiste gleich mit dem normalen Futter "verrechnet".

    Umstellung:

    Howdy, mittelgrosser, neun Jahre alter Leonberger-Terrier-Mix-Rüde, 42 kg, erhielt bis vor kurzem das gleiche Trockenfutter (auch schon mal mit Fleisch- Feuchtfutter, oder Rohfleisch mit Knochen, also Teil-Barf) wie die drei Jahre alte Maremmano-Hündin Anima (40 kg).

    Beide sind kastriert, der Rüde allerdings erst im Alter von vier Jahren, bis dahin galt er als Mäkler, danach fast als Allesfresser. Die Herdenschutzhündin aus Arbeitslinie (das ist wichtig zur Beurteilung, denn diese Hunde sind besonders genügsam aus Veranlagung, diese Erfahrung deckt sich auch mit anderen Hsh-Arbeitslinien) war vorher und nach ihrer Kastration nach der dritten Läufigkeit mit gut zwei Jahren genügsam.

    Ich fütterte die Hunde als Erwachsene bis auf Ausnahmen (und nie über lange Zeit ein und dieselbe Marke) ein normales Brockenfutter mit möglichst nicht über 25, meist um die 22 Prozent Rohproteine. Dann wechselte ich wieder mal die Marke und fütterte ein texanisches Trockenfutter in Brockenform, wie üblich bei mir ohne E 321 oder gar K3-Konservierungsmittel, sondern mit "dl-alpha Tocoperol und Ascorbyl palmitat" (natürliches Vitamin E und C, letzteres aber als "Ester" speziell verarbeitet). Wieder beide die gleiche Sorte mit 22 Prozent Rohproteinen.

    Howdy kotete nun seit einiger Zeit, auch zuvor schon mit dem Futter eines anderen Herstellers, dünner. Anima dagegen warf normal festen Kot aus.

    Ich war bisher nicht sonderlich überzeugt, für ältere Hunde ein spezielles Futter zu geben. Aber ich probierte es mal, nahm extra für Howdy das Produkt "Premium Senior". Zum Vergleich innerhalb einer Marke nahm ich das "normale" Trockenfutter dieses US-Herstellers und dazu auch noch ein Trockenfutter eines deutschen Herstellers, der sein Futter für ältere Hunde "Balance croc" nennt.

    Ein Trockenfutter-Vergleich Kriterien "Premium Senior" "Premium Hearty Choice" "Balance croc" Rohproteine % 18 22 21 Rohfett 8 13,5 7,5 Rohfaser 4 3 3 Rohasche 5 8 7 Feuchtigkeit 10 10 10 Calcium 1,12 1,23 1,4 Phosphor 0,84 0,84 1,0 Vit. A IE/kg * 20 /750 20 /730 9000 Biotin mg/kg 200 200 350 * IE = Internationale Einheiten. Die viel höheren Werte speziell dieser US-Marke resultieren aus einer anderen Vitamin C-Verarbeitung (Ester-C).

    Nach zwei Wochen Umgewöhnung, abzüglich aller anderen Möglichkeiten, dass er etwa aus anderen Gründen dünner kotete, war Howdys Kot wieder fest. Ich liess ihn zwischendurch auch wieder das Futter von Anima fressen, prompt "reagierte er dünner".

    Das ist nur eine Erfahrung und alles kein nachvollziehbarer Beweis, zumal jeder Hund anders reagiert. Aber ich bleibe nun dabei: er bekommt das Senioren-Futter für sein Alter. Und es bekommt ihm auch einen guten Monat danach gut.

    Wenn ein alter Hund ohne diese "Extrawurst Seniorenfutter" auskommt, freut sich der - sonst dafür Aufpreis - zahlende Mensch.

    *

    Kommentare 3 3 Kommentare zu Seniorenfutter nötig?
    1. Ecki -
      Ich füttere meinen Hunden grundsätzlich ein Futter mit geringem Proteingehalt (20 %). Frage:
      Welcher Hund hat täglich den Auslauf, die ihm über das Futter verabreichte Energie freizusetzen?
      Ich möchte sagen: keiner. Das sogenannte Premiumfutter ist meiner Meinung nach reine Geld-schneiderei. Wie beim Mercedes. Da bezahlt man zunächst mal den Stern, obwohl das Ding auch nur fahren kann... Bei anderen Herstellern bekommt man für das gleiche Geld viel mehr geboten.
      Wenn ein renomierter Hersteller ein Futter zu einem Preis von 15,90/20 kg anbieten kann, würde er das nicht tun, wenn dabei kein Gewinn herauskäme!
      Ich füttere My Friend von Bosch. Zu erwerben über gute Futtermittelhändler vor Ort oder per Internet: Zooplus.de, Fressnapf.de, Amazon.de.
      Bin seit Jahren zufrieden! Gute Verdauung (sämige Losung), glänzendes Haarkleid, gute Vitalität.
      Keine Lockstoffe oder andere chemische Zusätze (Hunde fressen sehr zurückhaltend), Futter sättigt sehr gut.
    1. Hudsoner -
      Zitat Zitat von Ecki Beitrag anzeigen
      Ich füttere meinen Hunden grundsätzlich ein Futter mit geringem Proteingehalt (20 %). Frage:
      Welcher Hund hat täglich den Auslauf, die ihm über das Futter verabreichte Energie freizusetzen?
      Ich möchte sagen: keiner. .
      Wuerde ich nicht sagen! Meine Hunde sind abends so muede vom rumlaufen, dass sie froh sind ins Bett gehen zu koennen!
    1. Hudsoner -
      Ich hab mal ne andere Frage, wie lange benutzt man spezielles Welpenfutter?