• Yukon Quest

    Das im Jahr 1984 ins Leben gerufene gilt als das schwierigste Schlittenhunderennen (Sled Dog Racing) der Welt. Vom Start in Fairbanks (Alaska) führt es durch die einstige Goldgräberstadt Dawson City nach Whitehorse ins kanadische Yukon Territory. Zu den Favoriten gehören auch Schlittenhundeführer (Musher) aus Österreich und Deutschland, die zum Teil auch nach Nordamerika ausgewandert sind. Das Jubiläumsrennen startet am 14. Februar.

    Whitehorse - Yukon Kanada : Fairbanks - Alaska : 1 600 Kilometer, zwischen 9 und 19 Tagen, bei Temperaturen bis zu minus 50 Grad, über den zugefrorenen Yukon River, durch verschneite Wälder und über zerklüftete und steile Berge, fast immer allein mit den Hunden, den üblen Launen des kanadischen und alaskanischen Winters unweit des Polarkreises ausgesetzt.

    Da der ein Rennen ohne erholsame Nächte ist (ausser der zweitägigen, vorgeschriebenen Pause in Dawson), ist die Müdigkeit der größte Feind der Musher (Hundeschlittenführer). So litt J. Gourley während eines Rennen an Halluzinationen ("Zwerge" auf dem Trail), P. Butteri war während der Fahrt so erschöpft, daß der auf seinem Schlitten einschlief. Aber auch die Einsamkeit, die Kälte und wilde Tiere machen den Mushern zu schaffen.

    Nur den Hunden bringt das Rennen am meisten Spass, diese werden auch hervorragend versorgt und betreut; mehr als 20 Tierärzte kümmern sich um die Schlittenhunde, extra Kraftfutter steht für alle an den zehn Checkpoints bereit, und 60 000 Booties (Schutzschuhe) schützen die Pfoten der Hunde vor dem Wundlaufen.

    Foto: www.archbould.com
    "Wer beim Quest startet, will durchkommen, wer am Iditarod teilnimmt, will gewinnen", erzählt ein Musher am Lagerfeuer des zugefrorenen Stewart Flusses. Iditarod und - die beiden fast gleichlangen Rennen - werden gerne verglichen. Härter, da sind sich viele sicher, ist das : Berge, lange Abstände zwischen den Checkpoints, schwere Schlitten. Die Strapazen lassen sich für Aussenstehende manchmal nur erahnen, wenn man in die von Schlaflosigkeit geröteten Augen der Musher sieht.

    Oft stehen die todmüden Männer an den Checkpoints zusammen, unterhalten sich ein wenig und helfen sich gegenseitig. Nur kurz vor dem Ziel tritt neben dem Kräftemessen mit der Natur noch ein weiterer Akteur die Bühne: der Ehrgeiz.

    In ungeraden Jahren (2003/2005) verläuft die Rennstrecke von Whitehorse (Kanada, Yukon Territory) über Dawson City nach Fairbanks in Alaska. In geraden Jahren (2002/2004) folgen die Musher dem Trail entgegengesetzt, also von Fairbanks nach Whitehorse.

    Am Trail existieren zehn offizielle Checkpoints (inklusive Fairbanks und Whitehorse) und fünf "Dogdrops". 1996 wurde Pelly Crossing im Yukon Territory und 1999 Braeburn als Checkpoints neu hinzugefügt.

    In Whitehorse (Kanada) steht ein Denkmal, das einen Pionier mit bepacktem Hund zeigt. Es ist all jenen gewidmet, die ihren Träumen gefolgt sind. Es steht ebenso für die Männer und Frauen aus Alaska, Yukon, Deutschland, Österreich, Grossbritannien oder Frankreich, die sich jedes Jahr dem Abenteuer stellen. Für 2004 sind 33 Teams gemeldet.

    Wer meint, hier würden Preisgelder wie beim Iditarod ausgesetzt, irrt: Die Preisgelder decken vielleicht grad mal die Versorgungskosten der Hunde während des Rennens: von umgerechnet 1 200 bis 2 300 Euro.

    Man darf sich die Schlittenhunde aber nicht als jene Siberian Huskys vorstellen, die von der FCI "anerkannt" sind. Es sind alle Hundetypen möglich, Hauptsache, sie sind fit und ausdauernd schnell genug. Meist sind bei diesen Langstreckenrennen, zu denen auch die Beringia in Ostsibirien gehört, so genannte Alaskan Huskys zu sehen, die eben nicht unbedingt wie die Bilderbuch-Huskies aussehen.

    Immer mehr Europäer ziehen diese Rennen an. So nehmen etwa neben Sebastian Schmülle der 64-jährige Arzt und Pensionär Dr. Dieter Dolif (dieser nun zum dritten Mal) und die Schweizer Emil Inauen, Eric Nicholier sowie Crispin Studer teil. Die ersten Drei des letzten Rennens stammten aus deutschsprachigen Herkunftsländern.

    Foto: Unbekannt

    Der eine ist Hans Gatt (s. Bild oben: am Start). Der 43-jährige Österreicher ist 1990 nach Kanada gezogen. Er hat schon mehrmals am Iditarod und teilgenommen. Er betreibt mit seiner Frau den Gatt Kennel mit mehr als 60 Hunden. Neben dem Dogmushing und dem Schlittenbau fährt er gern Fahrrad und steigt auf die Berge. Er gewann das letzte Yukon Quest.

    Der zweite ist William Kleedehn. Der in Deutschland geborene "Iron Will" ist 43 Jahre alt und lebt in Carcross, Yukon. Seit 20 Jahren betreibt er den Schlittenhundesport. Vor einigen Jahren verlor er ein Bein bei einem Autounfall, doch das scheint kein Hindernis für ihn zu sein. Mehrmals hat er am und auch zweimal am Yukon River Quest Marathon Canoe & Kayak Race teilgenommen.

    Der dritte in diesem Bund ist Thomas Tetz. Er zog 1988 von Deutschland nach Ontario, Kanada, wo er 1993 mit dem Schlittenhunderennen anfing. Die ersten Rennen waren auf Kurzstrecken mit vier Hunden. 1998 fuhr Tetz sein erstes Yukon Quest, wo er für seine Fürsorge die "Challenge of the North"-Auszeichnung bekam. Der 38-jährige Betreiber des Runaway Kennels erreichte 2000 eine halbe Stunde nach der Siegerin, den zweiten Platz beim . Letztes Jahr wurde er dritter. Vier Minuten hinter Kleedehn.

    Mit dabei war in den letzten Jahren auch eine Allgäuerin. Die dreifache Mutter Silvia Furtwängler musste noch beim ersten Start aufgeben, aber beim zweiten erreichte sie als 16. das Ziel. Eine Minute nach der 15.

    That`s race.

    In den Regeln des steht auch folgendes: "Niemand, der des Missbrauchs oder der Vernachlässigung von Tieren überführt wurde, darf am teilnehmen."

    Das Ergebnis des 20. kann auf diesen Seiten eingesehen werden: www.yukonquest.info oder www.yukonquest.com

    Das Tierarzt-Programm

    Jedes Jahr, wenn die Musher, Hunde und Veranstalter sich zur Route begeben, folgt ihnen eine Gruppe von Tierärzten zu jedem Kontrollpunkt. Dieses Jahr werden Tierärzte aus den USA, Kanada und Europa den Mushern und ihren Hunden helfen.

    Die Probleme, die bei solchen athletischen Hunden auftauchen, unterscheiden sich von denen normaler Haustiere, daher sind ein spezielles Training sowie Erfahrung nötig, um Tierarzt bei einem 1 000 Meilen Rennen zu sein. Alle Tierärzte beim Yukon Quest sind Mitglieder der Internationalen Schlittenhunde-Veterinär-Vereinigung und bringen gemeinsam eine jahrelange Erfahrung zusammen. Die Partnerschaft zwischen Renn-Tierärzten und Mushern sorgt für die bestmögliche Betreuung für diese erstaunlichen Hundeathleten.

    Während der zwei Wochen vor dem Start des erhält jeder Hund, der am Rennen teilnimmt, eine gründliche physische Untersuchung durch den eigenen Tierarzt oder von einem der Renn-Tierärzte. Impfzertifikate werden geprüft und die Hunde auf Fitness geprüft, ob sie ein 1 000-Meilen-Rennen bestehen können. An jedem Kontrollpunkt und jeder Hundewechselstelle findet man einen Tierarzt.

    Für einen Schlittenhund, an jedem Halt der Route gibt es eine Kontrolluntersuchung - das sind über zehn Visiten bei einem Tierarzt. Die meisten Haushunde erhalten die gleiche Aufmerksamkeit ein- oder zweimal im Jahr.

    Und dann sagte da noch eine Musherlegende aus Alaska beim Yukon Quest: "Ich habe viele Nächte im Frieden mit mir selbst verbracht. In diesen Zeiten habe ich mich daran erinnert, wer und was wichtig für mich ist."

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