Eine eitrige, bakterielle Infektion der Haut. Die meiste Ursache ist etwa eine Infektion durch Selbstbeschädigung der Haut, also Knabbern oder Kratzen durch einen starken Juckreiz. Prognose und Therapie richten sich nach der Tiefe der Infektion, denn es ist von Bedeutung, ob sie auf der Hautoberfläche, in den äusseren Hautschichten oder in der Tiefe der Kutis (Oberhaut oder Epidermis und Lederhaut oder Dermis/Corium) vorhanden ist. Je tiefer die Pyodermis eingedrungen ist, desto zweifelhafter wird die Prognose und die Therapie langwieriger.
Bei immungeschwächten Tieren oder jenen mit einen Immundefekt breiten sich oft auch sekundäre, lokalisierte und oberflächliche Pyodermien aus. Primäre Pyodermien werden normalerweise nur durch eine einzige Keimart verursacht, bei sekundären sind es aber oft Mischinfektionen.
Bei der bakteriologischen Untersuchung von tiefen Pyodermien muss beachtet werden, dass die Entnahme der Hautprobe nicht durch Sekundärerreger von der Hautoberfläche angesteckt werden.
Überwiegender Keim ist der Staphylococcus intermedius, der fleischfresser-artspezifisch ist und sich vom Staphylococcus aureus anderer Tierarten und Menschen unterscheidet.
Je tiefer und älter die Pyodermie ist, desto länger dauert die Behandlung. Bei Antibiotikagabe muss bei oberflächlichen Pyodermien zwischen zwei und vier Wochen gerechnet werden, bei tieferen doppelt so lang. Werden die Medikamente zu früh abgesetzt oder zu niedrig dosiert, droht ein umso hartnäckigerer Rückschlag. Man muss die Hunde zur Berechnung der Dosis exakt wiegen.
Bei Antibiotika-Therapie muss man beachten, dass der Staphylococcus intermedius oft gegen Penicillin resistent ist. Ampicillin, Tetracyline und Sulfonamide sind meist auch unwirksam. Mit einem Antibiogramm muss ein möglichst sicheres Antibiotikum mit engem Wirkspektrum gewählt werden. Bei Verdacht auf Immundefizit sind bakterizide Antibiotika den bakteriostatischen vorzuziehen.
Es kann sein, dass nach einer erfolglosen Behandlungswoche auf ein anderes Mittel umgestellt werden muss, nach einer weiteren Überprüfung der Anfangsdiagnose.
Pyotraumatische Dermatitis wird auch als Hot spot bezeichnet. Früher sagte man zu dieser nässenden Dermatitis Sommerekzem. Die Ursache ist noch nicht genau bekannt, aber es dürften versteckte kleine Traumata, Ektoparasitenstiche durch Flöhe, Allergien, Veränderungen des Haut-pH-Wertes, Trichombildungen und Reizung durch Pflanzengrannen als Auslöser gelten.
Die Läsionen treten akut auf und werden erst von Haaren befreit, damit sie trocknen können, dann mit milden Antiseptika behandelt und bei eitrigen Stellen vorher mit 2-3 Prozent Wasserstoffperoxid gereinigt. Anschliessend folgt eine Lokalbehandlung mit wässrigen Antiseptika und milden Adstringentien. Adstringentien sind äusserlich wirkende Mittel, die an Wunden und Schleimhäuten durch Eiweissfüllung oder -fixierung Membranen bilden und dadurch entzündungswidrig, bakteriostatisch, austrocknend und blutstillend wirken.
Bei heftiger Entzündung können zeitlich begrenzt corticoidhaltige Lösungen verabreicht werden.
Wenn die Läsionen abgetrocknet sind, muss mit hautpflegenden Cremes weiterbehandelt werden, bis zum Nachwachsen der Haare.
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